Berlins erstes Micro Smart Grid in Betrieb genommen 
 
 

Auf dem Gelände des alten Gasometers in Berlin-Schöneberg wurde das in dieser Form erste intelligente Stromnetz (Micro Smart Grid) Berlins in Betrieb genommen. Mit diesem auch bundesweit einmaligen Projekt soll die Funktionsfähigkeit intelligenter Stromnetze in Berlin getestet und demonstriert werden. Zugleich ist das Projekt zentraler Bestandteil der Berliner Bewerbung um Fördermittel des Bundes für den Aufbau einer Modellregion im Bereich E-Mobility, für die Berlin vor wenigen Tagen den Zuschlag erhalten hat. Der NBB Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg kommt hier als moderner Infrastrukturdienstleisterin eine zentrale Rolle zu. Über ihre Leitwarte – dem Herz des Schöneberger Smart Grids –  werden alle Energieflüsse zentral gesteuert.

Im Kern geht es bei dem auf dem EUREF-Gelände angesiedelten Projekt um vier Elemente, die miteinander verzahnt werden:

Das intelligente Stromnetz soll die Produktion von regenerativ erzeugtem Strom in der Hauptstadt fördern. Hierfür wurden mehrere Photovoltaikanlagen installiert. Neben einem sogenannten Solar Mover erzeugen zwei Aufdachanlagen Strom aus Sonnenlicht. Darüber hinaus sind mehrere von der Gasag installierte Kleinwindanlagen im Einsatz, die ebenfalls dazu beitragen, den auf dem Campus benötigten Strom möglichst emissionsfrei zu erzeugen.

Da Strom aus erneuerbaren Energien – insbesondere aus Sonne und Wind – bekanntlich nicht kontinuierlich zur Verfügung steht, gilt es, überschüssigen Strom so zu speichern, dass er im Bedarfsfall – unabhängig von Wind und Sonne – genutzt werden kann. Für diesen Zweck wurde eine Großbatterie als stationärer Netzpufferspeicher für eine Rückspeisung in das Energienetz ertüchtigt und in das Micro Smart Grid eingebunden. Darüber hinaus werden die Themen Strom und Mobilität verknüpft: Überschüssiger regenerativer Strom wird über eine neue sogenannte bidirektionale Ladesäule zur Betankung von Elektrofahrzeugen genutzt.

Das gesamte System ist mit dem öffentlichen Stromnetz verbunden. Die Schaffung einer völlig autarken Insellösung wird als Szenario diskutiert.

Sämtliche Prozesse werden über das Mitte März in Betrieb genommene Micro Smart Grid gesteuert. Herz dieser von der NBB Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg betriebenen Anlage ist ein Steuerstand in dem Messung, Prognose und Steuerung der Energieflüsse erfolgen. Damit wird in Berlin-Schöneberg Pionierarbeit für die bundesdeutsche Energiewende geleistet. Regenerative Energien werden in Kombination mit E-Mobility über ein intelligentes Stromnetz gesteuert und bedarfsgerecht verfügbar gemacht. Hiermit zählt die NBB bei der praktischen Inangriffnahme der Energiewende auch bundesweit zu den Vorreitern. Ziel ist es, eine nahezu CO2-neutrale Energieversorgung für ein ganzes Stadtquartier aufzubauen.

Die Unternehmensgeschichte der NBB verweist auf eine innovative Unternehmenskultur: Bereits eineinhalb Jahre vor dem vom Gesetzgeber geforderten Termin übernahm die NBB als Ausgründung der Gasag den Betrieb des Berliner Erdgasnetzes. Hintergrund war die Entflechtung von Netzbetrieb und Gasverkauf – das sogenannte „Unbundling“. Seitdem sorgt die NBB mit Schwerpunkt Berlin für ein lebendiges Netz und fördert den Wettbewerb auf dem Berliner Gasmarkt. Hierfür hat sie beispielsweise das NETZWERK ERDGAS ins Leben gerufen, das Marktpartner aus unterschiedlichen Bereichen zusammen bringt: Hierzu gehören u.a. Erdgashändler, Gewerbekunden, Wohnungsbaugesellschaften, Technologie- und Dienstleistungsunternehmen.

Ihr Kerngeschäft aber ist der Betrieb des rund 7.000 Kilometer langen und seit 160 Jahren gewachsenen Berliner Gasnetzes. Seit der Umstellung von Stadt- auf Erdgas Anfang der 90er-Jahre sind über eine Milliarde Euro in die Erneuerung des Berliner Netzes geflossen. Der aufgrund dieser Kraftanstrengungen heute vorbildliche Zustand hat den Investitionsbedarf der NBB in das Netz auf rund 50 Millionen Euro im Jahr reduziert. Durch ihre jahrzehntelange Erfahrung kennt die NBB das Erdgasnetz genau und weiß, wo und wann investiert werden muss. Den größten Teil des Umsatzes erwirtschaftet die NBB aus dem Netzbetrieb, aber längst sind neue Geschäftsfelder hinzugekommen. Davon profitiert auch der Berliner Arbeitsmarkt, denn seit 2006 stieg die Mitarbeiterzahl kontinuierlich an: Von damals 268 auf heute über 400 Beschäftigte.

NBB – Spezialistin für grüne Netze

Bei der Integration erneuerbarer Energien geht die NBB verschiedene Wege. Auf dem EUREF-Gelände werden vor allem aus Wind und Sonne erzeugter Strom ins Netz eingespeist. In Brandenburg stellt die NBB die Einspeisung von Bio-Erdgas bzw. Bio-Methan in ihr Netz sicher und transportiert es in die Metropole Berlin. Dort kann Bio-Erdgas einen wesentlichen Beitrag zur CO2-Reduzierung leisten. Bio-Erdgas wird aus nachwachsenden Rohstoffen oder organischen Abfallstoffen gewonnen und gibt bei der Verbrennung nur so viel CO2 frei, wie die zur Produktion genutzten Pflanzen vorher beim Wachstum aufgenommen haben.

Weitere Informationen finden Sie auf
www.innoz.de

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