Kostenarten 

a) Verbrauchsgebundene Kosten
Die Nutzfläche AN ist die Bezugsgröße für den Nachweis nach EnEV.

Der Jahreswärmebedarf für die Heizung ergibt sich aus dem Produkt "Nutzfläche"
und "Spezifischer Jahresheizwärmebedarf des Gebäudes", der nach den Vorgaben der EnEV ermittelt wurde. Der Jahreswärmebedarf für die Warmwasserbereitung ergibt sich aus dem Produkt "spezifischer Wärmebedarf für die Trinkwassererwärmung (12,5 kWh/m² nach EnEV) und Nutzfläche".

Der Primärenergiebedarf wird nach EnEV unter Einbeziehung der anlagenseitigen Verluste und der vorgelagerten Prozesse außerhalb des Gebäudes ermittelt.

Folgende Primärenergiefaktoren wurden für die einzelnen Energieträger verwendet:

 Energieträger  Primärenergiefaktor
 Erdgas / Heizöl  1,1
 Fernwärme  1,0
 Pellets  0,2
 Strom  3,0

 

Aus dem Jahreswärmebedarf (kWh/a) wird der Jahresenergiebedarf in kWhHu bzw. kWhHo ermittelt. Umrechnungsfaktoren: 10,081 kWh/l. Heizöl bzw. Hu/Ho = 0,903 bei Erdgas

Bei den in Ansatz gebrachten Arbeitspreisen der verschiedenen Energieträger handelt es sich um bundesweite Durchschnittswerte der Energieversorgungsunternehmen bzw. um Preisdaten aus dem Brennstoffspiegel Stand 01/2003. Alle Energiepreise enthalten die Mehrwert- und die Ökosteuer.

Die Jahres-Energiekosten ergeben sich aus dem Produkt von Arbeitspreis und Jahres- Energiebedarf.

Bei den Zinskosten für gelagerte Brennstoffe (Jahresbrennstoffmenge Heizöl) wird davon ausgegangen, dass über das Jahr gesehen im Durchschnitt die Hälfte des Brennstoffs und damit die Hälfte des Kapitals gebunden ist: Kzins = i x Jahresbrennstoffkosten / 200 (i = Kalkulationszinssatz).

Unter Hilfsenergiekosten werden Stromkosten für den Betrieb von Umwälzpumpen, Speicherladepumpe, Heizölvorwärmung, Heizölpumpe, Verbrennungsluftgebläse sowie von Ventilatoren bei den Lüftungssystemen verstanden.

b) Investitionen
Wärmeerzeuger einschließlich Zubehör (z. B. Umwälzpumpen, Speicherladepumpe, Sicherheitsarmaturen, u.s.w.) inkl. Montage.

Regelung für

  • Warmwasser-Zentralheizung witterungs- und zeitabhängig, mit integrierter Warmwasservorrangschaltung, einschließlich Heizkörper- Thermostatventilen
  • Warmwasser-Etagenheizung, raumtemperatur- und zeitabhängig, individuelle Raumbeheizung mit Heizkörper-Thermostatventilen
  • Einzelraum-Regelung: raumtemperatur- abhängig (Raumthermostate)

 Leitungssystem für Heizung und Warmwasser

  • Vor- und Rücklaufleitungen bei der Warmwasserheizung bzw. das Luftverteilungssystem bei den Lüftungsanlagen mit Armaturen einschließlich Wärmedämmung entsprechend der Energieeinsparverordnung.
  • Warmwasserversorgungsleitungen mit erforderlicher Wärmedämmung bei zentraler Versorgung einschließlich Zirkulationsleitungen und Zirkulationspumpe.

 Heizflächen

  • Ausstattung der Warmwasserheizungen mit Flachheizkörpern inkl. Zuschlag
    und Montage.
  • Bei Wärmepumpenanlagen Kosten für den Erdspieß

 

Heizkostenverteiler in Mehrfamilienhäusern mit zentraler Beheizung inkl. Verdunsterröhrchen und Montage. Für die Abrechnung des Warmwasserverbrauchs wurden Wasserzähler zugrundegelegt.

Sonstige Baukosten für

  • Schornstein (bei Brennwertfeuerungsanlagen in feuchteunempfindlicher Ausführung)
  • Heizöllagerraum
  • Verbrennungsluftverbund bei raumluftabhängigen Gasfeuerstätten
  • ggf. Deckenabhängung bei den Lüftungssystemen
  • Erschließung der Wärmequelle bei Wärmepumpenanlagen

 

Hausanschluss umfasst den Baukostenzuschuss (BKZ), der vom Eigentümer
zu tragen ist.

Als Lagerbehälter bei der Heizöllagerung wurden Kunststoff-Batterietanks zugrundegelegt. Bei der Dimensionierung wurde davon ausgegangen, dass die erforderliche Jahres-Ölmenge für die Heizwärmeerzeugung und die Warmwasserbereitung vorgehalten wird.

Gas-/Öl-/ Elektroinstallation umfasst die Kosten für die Installation der Versorgungsleitungen zu den einzelnen Systemkomponenten.

Mehrkosten für den baulichen Wärmeschutz sind die Kosten , die bei einer Verbesserung des baulichen Wärmeschutzes gegenüber dem in der EnEV geforderten minimalen Wärmeschutz anfallen. Der minimale Wärmeschutz eines Gebäudes wird durch den maximal zulässigen Transmissionswärmebedarf definiert. Je nach primärenergetischer Qualität des Heizungs- und Trinkwassersystems können sich höhere Anforderungen ergeben.

 

c) Kapitalgebundene Kosten
ergeben sich aus der Umrechnung der Investitionen in jährliche Kosten. Dabei werden Nutzungsdauer und Instandsetzung der verschiedenen Anlagenteile sowie ein Kalkulationszinssatz von 6% in Anlehnung an die VDI 2067 berücksichtigt.


Rechenansätze für Kapitaldienst und Instandsetzung, Zinssatz: 6%

 Wärmeerzeuger + Regelung    Annuitätsfaktor
(bei Zinssatz 6%)
 Gas  Brennwertgerät  0,1073
 -  Niedertemperaturgerät  0,0974
 -  Brennwert-Kombigerät  0,1122
 Öl  Brennwertkessel  0,1326
 -  Niedertemperaturkessel  0,1330
 Fernwärme  Fernwärme-Hausstation  0,0926
 Strom  Speicherheizung  0,0916
 -  Direktheizung  0,1916
 -  Wärmepumpe  0,1253
 Pellets  Pelletkessel  0,1229
 Trinkwassererwärmung  Warmwasserspeicher  0,0882
 -  Solaranlage  0,0930
 -  Elektro-
 Durchlauferhitzer
 0,1150
 Heizflächen und Leitungssystem    0,0836
 Leitungssystem Warmwasser    0,0882
 Hausanschluss    0,0734
 Heizöllagerung    0,0826
 sonstige Baukosten    0,0734
 bauseitiger Wärmeschutz    0,0734
 Gas-/Öl-/Elektroinstalltion    0,0734

 

 d) Betriebsgebundene / sonstige Kosten
beinhalten die jährlichen Kosten für die Wartung, (Wartungsvertrag), die Schornsteinkehr-, -überprüfungs- und Emissionsmessgebühren, die Aufwendungen für die Heizkostenabrechnung im Mehrfamilienhaus mit Zentralheizung sowie die Versicherungskosten zur Abdeckung des Heizöllagerrisikos. Es wird unterstellt, dass Gasgeräte in einem Turnus von zwei Jahren gewartet werden.

 
e) Jahresgesamtkosten
wurden gebildet aus der Summe der verbrauchs- und betriebsbedingten
(= umlagefähige Kosten) und den kapitalgebundenen Kosten.

Die Kosten der Heizwärmeerzeugung und der Warmwasserbereitung werden getrennt berechnet, aber auch als Gesamtsumme (Summe Heizung + Warmwasser) dargestellt. Die umlagefähigen Kosten sind die Kosten, die der Vermieter an den Mieter weiterreichen kann. Diese entsprechen der Summe der verbrauchs- und betriebsgebundenen Kosten.

Als zusätzliches, ökologisches Bewertungskriterium werden für die unterschiedlichen Heizungsvarianten die CO2-Emissionen angegeben. Die CO2-Emissionsfaktoren für die verschiedenen Energieträger entstammen GEMIS 4.14, Stand September 2002 und spiegeln mittlere Verhältnisse für Deutschland wider.

 

 Energieträger  CO2-Emissionsfaktor
 Erdgas  228,0 g/kWh
 Heizöl  309,1 g/kWh
 Pellets  62,4 g/kWh
 Strom  638,9 g/kWh

 

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