Focus auf Effizienz
Vom zuverlässigen Erdgaslieferanten zum nachhaltigen Energiedienstleister in und für Berlin – diesen Weg beschreitet das Traditionsunternehmen Gasag mit seiner über 160-jährigen Geschichte derzeit nicht nur inhaltlich, sondern auch optisch. „Wir haben uns strategisch neu aufgestellt und zeigen das auch nach außen“, sagt Gasag-Vorstand Olaf Czernomoriez. Ausdruck dieses Aufbruchs in die Zukunft sei auch der neue Standort im Herzen der Metropole. Czernomoriez sieht in der räumlichen Veränderung des Konzerns ein Spiegelbild der inhaltlichen Neuausrichtung: „Wir sind Dienstleister rund um das Thema Energie, und wir sind ein Berliner Unternehmen mit vielseitigem Engagement in und für diese Stadt. Wir haben unser Geschäftsmodell erweitert und fokussieren es noch stärker als bisher auf Effizienzmaßnahmen. Mit unserer Arbeit in regenerativen Energieprojekten leisten wir einen wichtigen Beitrag für das zukünftige Klimakonzept dieser Stadt“, so der Gasag-Vorstand.
Klimabewusst ins neue Domizil
Ihren Umzug ins Hackesche Quartier stellt die Gasag ganz bewusst unter die Überschrift: „Wir ziehen ins Grüne.“ Denn das neue Zuhause ist nachhaltig, umweltschonend und energieeffizient – genau wie die Produkte und Dienstleistungen des Konzerns.
Der Energiebedarf am neuen Standort ist hoch. Für Raumheizung, Lüftungs- und Klimatechnik wird Wärme benötigt, für die Klimatisierung Kälte und für den Betrieb der technischen Einrichtungen eine sichere Stromversorgung. Diesen Anforderungen wird mittels Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) in Verbindung mit Kälte (KWKK) entsprochen, einer Strom und Kälte erzeugenden Heizung – nachhaltig und vor Ort. Das Herz der Energieversorgung bildet ein mit Bio-Erdgas betriebenes Blockheizkraftwerk (BHKW) mit einer Leistung von 100 Kilowatt elektrisch und 190 Kilowatt thermisch. Das BHKW liefert Heizwärme und sorgt gleichzeitig für die Gebäudeklimatisierung. Dabei wird mittels einer Absorptionskältemaschine aus Wärmeenergie Kälte erzeugt.
Weniger CO2 durch Bio-Erdgas
In den Sommermonaten, wenn die Wärmeerzeuger klassischer KWK-Anlagen schwach ausgelastet sind, erhöht das Prinzip der KWKK durch die Erzeugung von Kälte für Klimatisierungsaufgaben die Auslastung. Der durch Bio-Erdgas erzeugte Strom wird nach dem EEG vom Netzbetreiber aufgenommen und vergütet. Die dreifache Nutzung des Brennstoffs für die Produktion von Strom, Wärme und Kälte ermöglicht eine optimale Ausnutzung des eingesetzten Primärenergieträgers und erweitert die Jahresnutzungsdauer der Anlage. Gleichzeitig reduzieren sich die Emissionen – das steigert die Gesamteffizienz der KWKK-Anlage und damit auch deren Wirtschaftlichkeit.
Der Einsatz von Bio-Erdgas, das die Gasag-Gruppe zunehmend aus nachwachsenden Rohstoffen selbst gewinnen will, verbessert die CO2-Bilanz zusätzlich, da Bio-Erdgas nur zirka ein Drittel der CO2-Emissionen von konventionellem Erdgas produziert. Auch ein Wärmerückgewinnungssystem in Kombination mit einer intelligenten Anlagensteuerung und einer Solaranlage auf dem Dach, die Solarstrom für das öffentliche Netz liefert, optimieren die Effizienz der neuen Gasag-Zentrale zusätzlich.
Rundum gute Energiebilanz
Das Energiekonzept des neuen Standorts bezieht die Architektur des im Stile klassischer Berliner Geschäftshäuser gehaltenen Gebäudes ein. So liegt der Anteil der Fensterflächen in der Fassade bei unter 46 Prozent. Damit lässt sich vor allem im Sommer eine zu starke Aufheizung der Räume durch direkte Sonneneinstrahlung verhindern. Zusätzlich erzeugt eine tiefe Profilierung der Fassadenelemente eine teilweise Verschattung, ohne den natürlichen Lichteinfall zu beschneiden.
Im Vergleich zum bisherigen Gasag-Hauptsitz ergibt sich durch den Einsatz von KWKK mit Bio-Erdgas und den Betrieb einer Solaranlage eine deutliche Verbesserung der Energiebilanz.