Chronik bis 1949 

1825: Vertrag zwischen dem Königl. Ministerium des Innern und der Imperial Continental Gas Association, für 31.000 Thaler im Jahr, für die Beleuchtung der
Straßen in Berlin zu sorgen; Laufzeit des Vertrags: 21 Jahre. Die ICGA erhält auch
das Recht, private Brennstellen einzurichten. Bau der ersten Gaserleuchtungs- anstalt (heute Gitschiner Straße). Die Stadt erhält das Recht, ab 1847 selbst die öffentliche Beleuchtung zu übernehmen.

19.09.1826: Erstmalig brennen Gaslaternen in der Straße Unter den Linden bis zur Schloßbrücke.

01.07.1845: Baubeginn der beiden ersten städtischen Gaserleuchtungsanstalten Stralauer Platz und Gitschiner Straße.

Dezember 1846: Fertigstellung des Gaswerks Stralauer Platz und Inbetriebnahme
des Gaswerks Gitschiner Straße. Leitung der städtischen Gasanstalten durch ein "Curatorium für das städtische Erleuchtungswesen" mit dem Ziel, "den Kostenbeitrag für die öffentliche Beleuchtung in mäßiger Weise zu sichern".

01.01.1847: Die städtischen Gaswerke nehmen die Produktion auf. Die ersten 2.055 stadteigenen öffentlichen Gaslaternen erleuchten die Innenstadt.

Ende 1847: Erweiterung des Gasversorgungsnetzes von 119 auf 150 km. Die Gasanstalten versorgen jetzt 3.350 öffentliche Gasflammen, 2.164 königliche Gasflammen und 15.114 Privatflammen; außerdem 2.146 Flammen in den Theatern
(um 1850).

1851: Einführung der ersten Gaszähler. Rasanter Anstieg des Gasbedarfs mit dem Ausbau Berlins: Die Gasproduktion steigt von ca. 5 Mio. m³ (1850) auf 34 Mio. m³ (1870). Zunehmende Verbreitung von Gasherden, später auch Gaskühlschränken, gasbetriebenen Waschmaschinen, Wasserheizern und Gasmotoren.

1890: Insgesamt vier Gaswerke mit einer Jahresproduktion von etwa 149 Mio. m³. Berlin zählt jetzt 1,9 Mio. Einwohner und verfügt über 27.900 öffentliche Leuchten, 1.518.988 Privatflammen sowie 1.234 Gasmotoren. Verbraucherkosten: 16 Pfennig
für 1 m³ Koch- und Heizgas, 10 Pfennig für 1 m³ Leuchtgas.

1912: Aus den Städtischen Gaswerken wird die "Städtische Gaswerke AG", Europas größter Gasversorger. Neubau von Gaswerken u.a. in Spandau, Charlottenburg, Rixdorf, Köpenick, Lichtenberg, Friedrichshagen.

01.10.1920: "Groß-Berlin" wird mit 3,8 Mio. Einwohnern flächenmäßig zweitgrößte Stadt der Welt (nach Los Angeles).

26.10.1923: Gründung der "Städtischen Gaswerke AG (Gasag)" mit 16 Gaswerken und 11.375 Mitarbeitern. Produktionsleistung 2.172 Tm³ Gas pro Tag. Rohrnetzlänge: 4.148 km.

Januar 1937: Umwandlung der Gasag in einen Eigenbetrieb der Stadt unter der Bezeichnung "Berliner Städtische Gaswerke (Gasag)" mit insgesamt acht großen Gaswerken und einem Gesamtnetz von 6.971 km Länge (1940).

Mai 1945: Wiederaufnahme der Gasversorgung nach Ende des Zweiten Weltkrieges.

26.06.1948: Abtrennung der Gasversorgung Westberlins auf Anordnung der Alliierten im Zusammenhang mit der Berlin-Blockade.

26.03.1949: Gründung der "Berliner Gaswerke (GASAG)" im Westteil der Stadt. Danach gab es eine getrennte Entwicklung in den beiden Teilen der Stadt.

 

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