Auf ein Eis mit den Eisbären

Wir haben den Kapitän der Eisbären Berlin – André Rankel – und den Geschäftsführer Sport der Eisbären Juniors – Sven Felski – im Berliner Tierpark getroffen. Bei einem Besuch der Eisbärin Tonja und einem Eis verrieten sie uns, wie sie die Sommerpause verbringen, wie man ein erfolgreicher Nachwuchs-Eisbär wird und wie sie zur Fußball-WM stehen.

 
 
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Was macht ihr in der Sommerpause? Könnt ihr an euren freien Tagen gut abschalten oder denkt ihr trotzdem viel an Eishockey?

André: Ich mache dann nichts Besonderes und probiere so wenig wie möglich an Eishockey zu denken. Es ist ganz wichtig für den Kopf, wirklich mal komplett abzuschalten und sich nur auf die Freunde und Familie zu konzentrieren. Ansonsten schaffst du es nicht, über die Saison Topleistung zu bringen. Momentan trainieren wir aber schon wieder, die Sommerpause ist bereits vorbei.

Heißt Sommerpause auch Trainingspause? Habt ihr ein tägliches Programm um im Training zu bleiben?

André: Uns wird nicht vorgeschrieben, was wir zu tun oder zu lassen haben, aber man bewegt sich schon aktiv. Egal, ob du mal eine Runde Tennis oder Fußball spielst – du machst erstmal das, was dir Spaß macht. Mittlerweile sind wir wieder im Training und trainieren in Gruppen. Also alle, die in Berlin wohnen, trainieren zusammen mit unserem Fitnesstrainer von Montag bis Freitag. Da machen wir Krafttraining, Sprünge, Sprints und Laufeinheiten. 

Sven: Die, die nicht in Berlin sind, bekommen ihr Trainingsprogramm mit, damit sie Zuhause weiter trainieren können. Ob sie es dann machen oder nicht, ist ihnen selbst überlassen. Es gibt dann ja immer einen Eingangstest vor der Saison, den die Spieler absolvieren müssen. Dann sehen Trainer und Organisation, ob jemand gar nichts gemacht hat oder richtig fleißig war. 

André: Die meisten kommen aber topfit aus dem Urlaub zurück. 

 
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Ist Eishockey eher ein richtiger Job mit der dazugehörigen Routine?

André: Routine würde ich nicht sagen, ich habe Eishockey auch noch nie richtig als Job gesehen. Für mich ist es das, was ich schon als kleines Kind machen wollte. Wenn mich die Lehrer in der Schule gefragt haben, was ich werden will, war es schon immer Eishockeyspieler. Von daher sehe ich es nicht als Job an, sondern eher als Privileg, dass ich Eishockeyspieler bin. 
 

Woran liegt es, dass die Nachwuchsförderung bei den Eisbären so gut funktioniert?

Sven: Man sollte als Erstes erwähnen, dass die Organisation der Eisbären so ausgelegt ist, dass man jüngeren Spielern grundsätzlich die Möglichkeit gibt, Profi im eigenen Verein zu werden. Es gibt viele Vereine, die immens in die Nachwuchsförderung investieren, aber von den Spielern kommt nie jemand oben an. Die Philosophie der Eisbären ist, dass man versucht junge Spieler gleich zu fördern und einzubeziehen. 

André: Dadurch haben die Kids auch ein Ziel vor Augen. 

Sven: Genau. Hinzu kommt, dass das Sportforum optimal zum Trainieren ist. Der ganze Trainingsbetrieb ist integriert. Es gibt Internatsplätze für die, die nicht aus Berlin kommen. Die Schule ist auf dem gleichen Areal, sie müssen also nie durch die halbe Stadt fahren und zwischen ihrem Zuhause, der Schule und dem Training pendeln. Das spart täglich bestimmt zwei Stunden Fahrtweg, dadurch haben sie auch mehr Zeit für das Training oder die Schule. Das ist ein großer Vorteil.
 
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War das bei den Capitals auch so?

André: Ich war nicht auf einer Sportschule, sowas hatten wir nicht. Als ich jünger war, habe ich immer gewartet bis mein Vater von der Arbeit kam und mich oftmals im Auto umziehen müssen, damit ich noch rechtzeitig aufs Eis konnte. Es war dennoch definitiv eine gute Ausbildung, auch wenn sie wahrscheinlich nicht so professionell war, wie heute. 

Sven: Der Tagesablauf vom Nachwuchs ist ja auch nicht unbedingt lustig. Fairerweise muss man sagen, dass die von morgens bis abends echt gut ausgelastet sind. Schule, Training, Schule – das ist wirklich nicht so einfach. 
 

Wie viele Spieler schaffen es in die erste Mannschaft? Kann man da überhaupt eine pauschale Aussage treffen, sagen wir „einer pro Jahr“?

Sven: Es ist natürlich unser Bestreben, jedes Jahr einen Spieler hochzubringen. Wenn es aber in 10 Jahren jedes Jahr ein Spieler nach oben schafft, geht die Rechnung nicht ganz auf. Es gibt stärkere Jahrgänge und welche, die nicht so gut sind. Jetzt haben wir erst drei Spieler hochgeholt  – Charlie Jahnke, Maximilian Adam und Vincent Hessler – und dann gibt es vielleicht auch wieder ein oder zwei Jahre, in denen keiner hochkommt. Aber selbst, wenn sie nicht bei den Eisbären spielen würden, sondern in einen anderen Verein der DEL oder DEL2 gehen, ist der Verein stolz. Bisher gibt es 75 Spieler, die in Berlin ausgebildet wurden und in der ersten oder zweiten Liga aktiv sind. 
 

Wenn ich Eishockey-Spieler werden möchte, wie kann mich denn bei den Junioren anmelden? Gibt es Testtrainings oder darf sich erst einmal jeder anmelden?

Sven: Jeder Interessent kann dienstags um 17:15 Uhr im Wellblechpalast aufs Eis kommen zum Rekrutierungstag. Da können Kinder mal reinschnuppern. Es sind viele qualifizierte Trainer da, die den Kindern die ersten Schritte beibringen. Viele können zwar noch nicht Schlittschuhe laufen, aber Kinder gewöhnen sich schnell daran. Man sieht dann auch relativ bald, ob sie wirklich Interesse haben oder es vielleicht nicht ihre Sportart ist.
 

Gibt es ein Alter, in dem es sich empfiehlt anzufangen?

Sven: Mit vier oder fünf Jahren wäre es optimal. Denn für Neun- oder Zehnjährige wird es dann schon schwer, die Basis beim Schlittschuhlaufen nachzuholen.

André: Es gibt schon einige Ausnahmen, die es in dem Alter noch schaffen. Aber es stimmt: Je früher, desto besser. Ich habe mit vier angefangen. Als ich drei war, habe ich mein erstes Eishockeyspiel angesehen. Von da an wollte ich nichts anderes mehr machen. Ich bin mit Besen und Ball zu Hause rumgerannt, bis mein Vater mich zum Eishockey gebracht hat. Ich glaube also, man kann sich auch schon mit drei Jahren für diesen Sport begeistern. 

Sven: Da haben wir ja Glück, dass er dich nicht zum Hallenhockey mitgenommen hat!

Gerade läuft die Fußball-WM in Russland. Seid ihr Fußball-Fans?

Sven: Ich bin absoluter Fußballfan. Du kannst mich bis zur dritten Liga alles fragen. 

André: Ich bin definitiv auch Fußballfan und freue mich auf die Weltmeisterschaft. 
 

Gibt es Fußballer, die vielleicht mal zum Eishockey gewechselt sind?

Sven: Nee, die wären zu weich. Der Sport würde ihnen doch weh tun (lacht). Ich kenne aber einige Fußballer, die sagen: Das, was ihr da auf dem Eis macht, ist echt krass! 
 
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Schaut ihr die WM-Spiele und wenn ja, wo?

Sven: In meinem Freundeskreis gucken wir zusammen die Deutschlandspiele, mal bei dem einen, mal bei dem anderen. Wenn es zeitlich möglich ist, schaue ich mir gerne auch noch andere Spiele an. 

André: Wenn es möglich ist, werde ich mir einige Spiele ansehen. Und falls ich es nicht schaffe, vor dem Fernseher zu sitzen und mitzufiebern, schalte ich es wenigstens im Hintergrund an.
 

Jetzt stehen wir hier bei den Eisbären im Tierpark. Ihr seid Paten von Eisbärin Tonja. Wie sieht so eine Patenschaft aus?

André: Die Fans und die Spieler haben Tonja einen Spiel-Puck gesponsert, mit dem sie immer spielen kann. Wir besuchen sie öfter und werfen ihr Pucks mit Leckereien zu. 
 

Als waschechte Eisbären esst ihr im Sommer doch bestimmt viel Eis – was ist eure Lieblingssorte?

Sven: Mit Amarena komm ich richtig gut klar. 

André: Ich mag Erdbeere am liebsten – ganz klassisch. 
 
Danke für das Interview.

Rekrutierungstag: Dienstag, 17:15 Uhr im Wellblechpalast, Konrad-Wolf-Straße 39, 13055 Berlin
 
 

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