Schwitzen für die Gesundheit mit Hot Yoga

Jelena Lieberberg lebt als zertifizierte Yogalehrerin, Heilpraktikerin, Sängerin, Sprecherin und Autorin mit ihrer Familie in Berlin. Aus der Verbindung von Vinyasa Flow Yoga und Krafttraining entwickelte sie KICK ASS YOGA. Diesen fordernden und athletisch geprägten Stil unterrichtet sie in Einzel- und Gruppensessions, Workshops und Retreats in ganz Europa. Für uns hat sie sich auf die Suche nach 4 heissen Trendsportarten in Berlin gemacht. In ihrem vierten Bericht teilt sie ihre Erfahrung mit der Trendsportart Hot Yoga.
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© Björn Fehl

Draußen kalt, drinnen heiss

Als Yogalehrerin mit über einer Dekade Praxis- und Lehrerfahrung habe ich schon viele Stunden auf meinen Yogamatten verbracht. Erstaunlicherweise und zu meinem persönlichen Amusement, gibt es immer noch viele Yogaklischees und Vorurteile. Oft höre ich nämlich, wenn Leute mir zum ersten Mal begegnen: „Ach Du bist Yogalehrerin? Dann bist Du doch bestimmt total eeeeentspannt, oder?“ oder sie machen mir den Baum vor (eine Balancehaltung, bei der ein Fuß an den anderen Oberschenkel gestützt wird), mit den Händen vor dem Herzen gefaltet, oder singen mir ein schiefes Ommmm.... worüber wir gemeinsam lachen. Bei den vielen Yogastilen, die es heute gibt  wie Ashtanga, Iyengar, Yin, Kundalini  um ein paar zu nennen, kann man schon durcheinanderkommen. Heute geht es um einen Yogastil, der unter zwei Namen bekannt ist, nämlich Hot Yoga oder auch Bikram Yoga.
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© Adlan Mansri

So heiss wie Du: GASAG | ERDGAS Fix

Was ist Hot Yoga?

Hierbei handelt es sich um eine Hatha Yoga Art, begründet von Bikram Choudoury, die heute in über 600 Schulen weltweit unterrichtet wird. Das Besondere daran ist, wie der Name schon vermuten lässt, dass es sich um einen Yogastil handelt, der in einem sehr heissen Raum (gewöhnlich zwischen 35-40 Grad) geübt wird und eine spezielle Abfolge von 26 Positionen enthält.
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© Adlan Mansri

Was brauche ich für Bikram / Hot Yoga?

  • knappe Sportkleidung bzw. Funktionskleidung
  • eine Schweiß absorbierende Yogamatte oder ein Yogahandtuch
  • eine Flasche Wasser
  • Handtücher zum Duschen danach
  • Lust auf 35-40 Grad
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© Adlan Mansri

Mein persönliches Schwitzerlebnis

Wer nicht gerne schwitzt, ist bei diesem Yoga-Stil definitiv Fehl am Platz. Ich betrete den auf ca. 38 Grad beheizten, verspiegelten Raum bei BERLIN HOT YOGA in Friedrichshain und schon läuft mir der Schweiß die Schläfen und sonst wo hinab. Wow. Eine Wärmewand erfasst mich und ich lege mich, wie auch die anderen Hot Yogis, die gerade anwesend sind, einfach auf meine Matte. Was anderes bleibt mir ja fast gar nicht übrig. In Berlin ist es schon winterlich kühl und ich genieße die Hitze in vollen Zügen und stelle mir vor, ich würde an meinem Lieblingsstrand liegen. Ich persönlich komme mit Hitze sehr gut zurecht und reise am liebsten in Länder, in denen einem das südliche Klima sobald man das Flugzeug verlässt wie eine Welle überrascht. Für manche ist das nichts, deswegen: seid da schon einmal vorgewarnt.

Der Übungsablauf des Bikram Yoga unterscheidet sich stark von den gängigen Vinyasa Flow oder Power-Yoga-Stilen. Auf Grund der Hitze ist ein rasches Bewegen kaum möglich, weshalb erst stehende Haltungen aneinandergereiht werden und danach alle weiteren Haltungen mit einer kurzen Pause abgewechselt werden. Diese kurze Pause nennt sich Savasana (in meinem KickAssYoga wäre das die Endentspannung) und bietet eine Möglichkeit zu lernen bewusst herunterzufahren, um dann wieder bewusst weiter zu machen, so Birkam-Yogalehrerin und Studiobesitzerin Nelli. Bei der ersten Pause in dieser liegenden Position hatte ich fast gehofft, die Stunde wäre schon vorbei und bei jeder weiteren Pause war kurz der Gedanke da, ob es nicht schon die letzte wäre. Sobald einem der Ablauf der 26 festgesetzen Asanas, Yogahaltungen und 2 Atemübungen jedoch klar ist, wird man nicht mehr in diese Falle tappen.
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© Adlan Mansri
Schon die erste Übung, eine mir noch unbekannte Pranayama-Variante (Pranayama = Atemübung)  das stehende, tiefe Atmen  ist besonders und soll so viel Sauerstoff wie möglich in Muskeln und Organe transferieren, die Lungen weiten und helfen sich zu konzentrieren. Die Hitze allgemein soll eine sichere Muskel- und Sehnenarbeit unterstützen und das viele Schwitzen kann beim Entgiften helfen. Ein Aufwärmen erübrigt sich dadurch. Zwischenzeitliches Trinken wird empfohlen, um so einen Elektrolyteverlust auszugleichen. Ich trinke immer wieder zwischendurch und bin überrascht wie anstrengend heisse Luft sein kann. Nach den Übungen gibt es dann endlich zum Schluss die Endentspannung. Ich lege mich auf den Rücken und fühle mich körperlich und seelisch wie auf Wolken, nichts schmerzt und ich bin zufrieden mit mir und der Welt. Am liebsten wäre ich liegen geblieben, doch etwas Abkühlung brauche ich dann nach 60 Minuten Tropenhitze doch. Beim Betreten des Eingangsbereichs bin ich wieder in der Realität und der tatsächlichen Jahreszeit und wickle mich in mein Handtuch ein. Es erwartet uns Yogitee und frisches Obst, was jetzt einfach nur extrem gut tut.
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© Adlan Mansri

Für wen ist Hot Yoga zu empfehlen?

Alle, die sich in tropische Länder wünschen und das gerne ein- oder zweimal die Woche und dabei etwas für ihre Entgiftung und Bewegung tun möchten, sind hier richtig. Herz- oder Kreislaufpatienten sollten sich vorher ihren Arzt konsultieren, da ein zu niedriger oder hoher Blutdruck zu Muskelkrämpfen oder einem Kreislaufkollaps führen kann. 

Noch mehr heisse Fitnesstrends im Test

Teil 1: CrossFit

Teil 2: Bouldern

Teil 3: Indoor Cycling

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