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Lampenfieber im Chamäleon

„Ich will die Zuschauer verzaubern!“ – Technikleiter Andreas setzt jede Show ins rechte Licht

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Sie lassen sich halsbrecherisch abseilen, springen über meterhohe Hindernisse und jonglieren mit unzähligen Gegenständen – die Artisten der aktuellen Show „FINALE“ im Chamäleon Theater in den Hackeschen Höfen verblüffen ihr Publikum jeden Abend aufs Neue. Um Mimik und Gestik ins beste Licht zu rücken, kreisen über den Körpern der Akteure dutzende Scheinwerfer und vollführen ihren eigenen Tanz. Ihr Dirigent: der Technische Leiter des Chamäleons Andreas Schwalbe. 

„Eine Zirkusshow auszuleuchten ist etwas ganz anderes als beispielsweise ein Konzert. Artisten brauchen Arbeitslicht, sie dürfen nicht geblendet werden. Sonst passieren Unfälle“, sagt der 48-Jährige, während er an seinem Lichtpult den Plan für die heutige Show durchgeht. Gibt es Änderungen im Ablauf oder fällt eine Nummer gar aus, weil ein Artist erkrankt ist? Jede Vorstellung ist anders.

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Deswegen werden die Lichtpunkte vom Techniker individuell angepasst. „Macht der Akrobat einen Handstand, weiß ich, dass jetzt der Scheinwerfer über ihm rotieren muss“, so Andreas, der auch technischer Leiter des Theaters ist. Rund 150 Lichtstimmungen gibt es pro Show, für jeden einzelnen Scheinwerfer werden dutzende Infos programmiert. Was früher auf Lochkarten gespeichert wurde, ist heute digital vermerkt.

Bevor der gebürtige Ost-Berliner am Chamäleon anfing, machte er seine Ausbildung an der Staatsoper, arbeitete am Deutschen Theater und bereiste nach dem Mauerfall die Welt. Seit 1992 ist dieser historische Ort mitten in Berlin seine berufliche Heimat. In dem 1906 errichteten Festsaal waren im Laufe der Zeit verschiedene Kultureinrichtungen, aber auch Werkstätten und Lagerräume untergebracht – bis 1991 erstmals das Chamäleon seine Pforten öffnete.

Heute steht das Haus für ambitioniertes Varieté und zeitgenössischen Zirkus ‒ „zweimal 45 Minuten lang ein Spiel mit den Emotionen.“ Andreas hat bereits bei mehr als 50 Shows im Chamäleon für den guten Ton und das perfekte Licht gesorgt. „Mein Ziel ist es, dass die Leute am Ende verzaubert das Theater verlassen.“

Seit Februar gastiert die junge Berliner Kompanie Analog mit ihrer Show „FINALE“ im Chamäleon Theater. Wie bei allen Shows ist ein spektakuläres Lichtkonzept essentieller Bestandteil des Events – in diesem Fall erstmals weitgehend mit LED umgesetzt. Ende letzten Jahres konnte das Theater mit Unterstützung der GASAG 44 neue LED-Scheinwerfer und Zusatzequipment anschaffen. „Sie sind wesentlich leichter, schneller, langlebiger und erzeugen nicht so eine Hitze wie konventionelle Leuchtmittel. Das reduziert den Energieverbrauch und spart dadurch CO2 ein“, erklärt der technische Leiter die Vorteile.

Zusammen mit dem ebenfalls noch nutzbaren Bestand konventioneller Lampen verfügt das Haus über rund 150 Scheinwerfer, die zweimal im Jahr gecheckt, gereinigt und wenn nötig ausgetauscht werden müssen – sonst droht Finsternis. „Wir haben auch schon mal eine halbe Vorstellung lang nur mit Notbeleuchtung unter grellem Neonlicht spielen müssen“, erinnert sich der Lichttechniker mit Schaudern.

Heute will der Zuschauer voll und ganz mitgenommen werden.

Damit eine Show wie „FINALE“ auf der Chamäleon-Bühne zur Aufführung kommt, muss sie mindestens ein Jahr im Voraus geplant werden. Dazu schickt Andreas eine Liste mit dem Materialbestand des Theaters an einen Lichtdesigner, der darauf sein Konzept zuschneidet. „Hin und wieder frage ich auch Sachen nach oder gebe Tipps, aber meine Kreativität liegt vor allem in der Umsetzung des Lichtkonzepts“, berichtet der 48-Jährige.

Eile ist geboten, sobald die Installation und Ausrichtung der Lampen folgt. Dafür bleiben vor einer Premiere immer nur vier Tage Zeit. Während die Artisten ihr Programm auf der Bühne proben, müssen Andreas und sein dreiköpfiges Team jede einzelne Lampe an die richtige Position hängen, ausleuchten, verkabeln und programmieren. Ob er noch Lampenfieber vor einer Premiere habe? „Nein, als alter Hase nicht mehr. Aber ich hoffe immer, dass wir es schaffen, alle Sinne der Besucher während einer Show anzusprechen. Dabei ist Licht ganz wesentlich, obwohl es häufig nur unbewusst wahrgenommen wird. Heute will der Zuschauer voll und ganz dabei sein und mitgenommen werden“, so Andreas.

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Dafür muss vor den Vorstellungen noch einmal jeder Scheinwerfer auf Fokus und Funktionalität geprüft werden. Teilweise holt der Lichttechniker dazu jetzt die sechs Meter lange Leiter aus einer Kammer unter der Bühne hervor. Ein paar geübte Handgriffe, schon ist die Leiter ausgeklappt und Andreas auf dem Weg nach oben zu den Traversen, an denen die Lichter befestigt sind. „Sie werden während einer Vorstellung gerne mal von einem Ball getroffen“, sagt Andreas schwindelfrei von oben herab. Eine gute Portion Höhentauglichkeit gehört zu seinem Beruf dazu.

Nachdem alle Scheinwerfer wieder auf ihrer richtigen Position sind, zieht sich der Lichttechniker auf seine Kanzel zurück. Ein letzter Blick auf den Ablaufplan, dann setzt er die Lichtpunkte für die Begrüßung in Bewegung. Die Diskokugel beginnt sich zu drehen, rotes Licht erhellt die Szenerie und zwei Lampenleisten neben dem Schlagzeug blinken abwechselnd in den noch leeren Saal. Nicht mehr lange, und die ersten Gäste des Abends werden das Theater betreten, an einem Tisch vor der Bühne Platz nehmen und die energiegeladene Atmosphäre auf sich wirken lassen.

Mitmachen und gewinnen!

Wir verlosen 5x2 Freikarten für die Aufführung der Show „FINALE“ im Chamäleon Theater am 3. Juni 2018 um 18 Uhr. Nutzt eure Chance und erlebt mit etwas Glück einen unvergesslichen Abend. Für die Teilnahme am Gewinnspiel einfach folgende Frage beantworten:

Wie viele LED-Scheinwerfer hat das Chamäleon Theater Ende des letzten Jahres angeschafft?

Viel Glück! 

Das Gewinnspiel ist beendet. Vielen Dank für die Teilnahme. Die Gewinner wurden per E-Mail benachrichtigt.