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InfraLab 1: Was macht eigentlich ein Community Lead?

"Nachhaltig arbeiten, nachhaltig leben" – Community Lead Julia im Interview

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Seit fünf Monaten gibt es das InfraLab Berlin nun schon – ein Co-Working Projekt von Berliner Versorgungsunternehmen mitten auf dem EUREF-Campus in Schöneberg. Die GASAG teilt sich das Gebäude aus Baucontainern mit der Berliner Stadtreinigung (BSR), den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG), den Berliner Wasserbetrieben (BWB), dem Energieversorger Vattenfall, Stromnetz Berlin, der NBB Netzgesellschaft und Veolia Deutschland. Wir haben uns hier zum Screening der Doku „Before the Flood“ mit Julia getroffen. Sie ist Community Lead im InfraLab.

Wir haben mit Julia gesprochen, sie ist Community Lead im InfraLab. Aber was macht sie dort eigentlich den ganzen Tag? 

Julia lacht, als wir sie genau das fragen. Ein bisschen Event-Koordinatorin, ein bisschen Concierge, ein bisschen Mädchen für Alles. Sie ist die interne Ansprechpartnerin: Die Person, die immer vor Ort ist, die immer weiß, was läuft – und die natürlich weiß, wo die Kaffeemaschine steht. Julia sieht sich selbst als eine Art Spaceholder für die Partner des InfraLab und als Anlaufstelle für alle anderen. Sie ist diejenige, die den Raum dafür freihält, dass Menschen und Projekte zusammentreffen und ein Mehrwert für Alle entsteht.

Die Zukunft nachhaltig gestalten, eine Gemeinschaft erschaffen, Synergien entstehen lassen, das ist Julias Vision. Das InfraLab, sagt sie, ist eigentlich kein Co-Working Space. Zumindest keiner im klassischen Sinn. Denn hier klopft niemand an die Tür und mietet einen Arbeitsplatz. Aber wie hätte man es sonst nennen sollen, dieses neuartige Konzept?

Das InfraLab versteht sich als Experiment, ein ständig wachsendes Projekt. Noch sind nur Partner und Mitarbeiter Teil des Konzepts, aber das soll sich bald ändern: In Zukunft sollen auch Außenstehende einbezogen werden, im ersten Schritt mal die Nachbarn auf dem Campus. Mit Obstkorb und einem Lächeln hat Julia bereits persönlich alle zur Eröffnungsparty eingeladen – und dabei den einen oder anderen schrägen Blick geerntet. Julia zuckt mit den Schultern, man muss die Menschen eben für die gemeinsame Sache begeistern. Das Thema Vernetzung ist gerade auf diesem Campus noch im Aufbau. Um 16 Uhr schließen alle Restaurants und Cafés, danach gibt es keine Möglichkeit mehr, sich irgendwo zu treffen. Das InfraLab soll der neue Place To Go werden – zum Plaudern und sich austauschen. Ein Ort an dem Menschen und Projekte zusammentreffen, ein Hub für Innovationen. Das ist eine Aufgabe, die Julia als große Herausforderung sieht. 

Im InfraLab dreht sich alles um Nachhaltigkeit. Wir fragen Julia, ob sie sich damit auch privat identifizieren kann. Sie nickt enthusiastisch und erklärt uns, dass sie diesen Job liebt, weil sie zu 100 Prozent hinter dem steht, was sie tut. Zuhause hat sie ebenfalls angefangen, ihren Lebensstil nachhaltig zu verändern. Das Shampoo ist bereits bio und jeden Monat möchte sie ein anderes Projekt angehen. Sie lacht, das sei zwar teuer, aber diese Verantwortung trägt jeder von uns, und Nachhaltigkeit darf keine Luxusfrage werden. Es mag ein langer Weg sein, aber es ist der Weg in die Zukunft. 

Gleich beginnt das Screening von „Before The Flood“, einer Doku über den Klimawandel. Regisseur war niemand geringerer als Hollywood-Star Leonardo Di Caprio. Was Julia ihn fragen würde, wenn sie ihn treffen würde? Ganz klar: „Will you marry me?“ – sie lacht, dann wird sie wieder ernst. Es ist eine gute Sache, dass sich ein weltweit bekannter Schauspieler für mehr Nachhaltigkeit engagiert. Sie würde ihn aber gerne fragen, wie dieses Thema mit seinem Alltag vereinbar ist. Ob er denn nicht einen eigenen Privatjet hat und der dazugehörige ökologische Fußabdruck riesig ist? Dennoch ist sein Engagement wichtig. Es sind Vorbilder wie er, die vielleicht ein Umdenken in der Gesellschaft bewirken. Wenn ein so cooler Typ wie Leo sich für den Klimaschutz einsetzt, dann kann man das doch auch selbst tun, oder?

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Aktuell organisiert Julia verschiedene Events und probiert neue Formate wie das Business-Breakfast aus. Geplant ist eine gemütliche Frühstücksrunde, bei der die unterschiedlichen Partner des InfraLab Vorträge halten und sich über Innovationen unterhalten. Wie die Zukunft aussieht? Natürlich strahlend und mit jeder Menge Veranstaltungen, die auch für andere frei zugänglich sein werden. Vor allem die Partner des Co-Working Projekts, aber auch Mitarbeiter, Campus-Nachbarn und Interessierte können sich dann hier austauschen – ganz im Sinne einer nachhaltigen und vernetzten Welt.