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App gehackt in 48 Stunden

Wir holen Lilly, Kim, Ebru, Linda und Sarah aus dem Hackathon-Tief

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Hacken lieber statt Hausarbeiten zu schreiben – Linda, Ebru, Lilly, Kim und Sarah (v.l.n.r.) © Ira Thiessen
An einem nasskalten Freitagmorgen in Berlin-Oberschöneweide treffen wir Lilly, Kim, Ebru, Linda und Sarah. Seit gut acht Stunden hacken die Fünf.  Sie studieren BWL im sechsten Semester. Für den Leistungsnachweis im Modul Innovationsmanagement hatten sie die Wahl: Hausarbeit schreiben oder App entwickeln. Obwohl keine von ihnen Programmier-Erfahrung hat, überlegten sie nicht lange. Hackathon. Nun entwickeln die Studentinnen in nicht einmal 48 Stunden eine Energietracker-App für die GASAG. 

Hackathon als Leistungsnachweis?

Das Ganze funktioniert so: Praxispartner formulieren in einem Briefing konkrete Anforderungen und liefern Daten an. Auf dieser Grundlage arbeiten die StudierendenAn diesem Wochenende entstehen so in mehreren Gruppen insgesamt 13 Prototypen. Alles funktionsfähige Apps. Wofür entwickelt wird, entscheidet für jeden Studierenden das Los. „Wir wollten alle die GASAG“, sagen die fünf mit Blick auf ihre Zulosung und sitzen jetzt mit ihrer Aufgabe im dritten Stock eines alten Fabrikgebäudes auf dem HTW Campus in der Wilhelminenhofstraße. Ein industriegeschichtlich bedeutender Ort – der Kiez ist als Elektropolis bekannt. Dafür haben die Studentinnen heute aber keine Antennen.

Das ist ganz schön cool!

Im Studium haben sich drei von ihnen auf Personalwesen spezialisiert. Die Entwicklung einer App für einen Energiedienstleister liegt da nicht unbedingt auf der Hand. Kim: „So richtig unseres ist das Thema App ja nicht. Wir müssen uns da schon ganz schön reinfuchsen. Je tiefer wir in das App-Programm einteigen, desto mehr Möglichkeiten finden wir, wie man etwas umsetzen könnte und müssen uns schon ganz schön zusammenreißen und bei unserer eigentlichen Idee bleiben.“ 

Lilly: „Ja total. Es hat ein bisschen gedauert, aber jetzt finden wir die Idee hinter unserer App total klasse. Und dass wir die Möglichkeit haben, im Studium einen echten Anwendungsfall zu bearbeiten statt reiner Uni-Theorie ist schon ganz schön cool. Wir lernen hier noch einmal ganz andere Sachen, die uns so sicherlich keine Vorlesung vermitteln könnte.“ 

Mit Blick auf das Briefing haben die Mädels App-Inhalte und ihre Zusammenhänge schnell skizziert. Schon am frühem Mittag des ersten Hackathontags steht der Prototyp – zwar auf dem Papier, aber ohne viel Diskussion.

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Läuft: Auf dem Papier steht der Prototyp. © Ira Thiessen
Anhand einer Skizze erklärt Sarah, was sie vorhaben: „Unsere App kann unterjährig, also außerhalb der routinemäßigen Jahresabrechnung, den Energieverbrauch tracken. Durch die ständige Überwachung des eigenen Verbrauchs einerseits und den Abgleich dieser Entwicklung mit der Höhe der individuellen Abschlagszahlungen andererseits, können Verbraucher Überraschungen am Ende des Abrechnungszeitraums verhindern – positive wie negative (lacht). Man kann im Prinzip ständig seinen Zählerstand eingeben und sofort erkennen, ob einen mit der Schlussrechnung eine Rück- oder Nachzahlung erwartet. Dahingehend kann der Nutzer dann in seinem Verbrauch entsprechend gegensteuern.“ 
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© Ira Thiessen
Ob die Fünf selbst gern so eine App im Einsatz hätten? „Na klar!“, sagt Lilly: „Ich sollte an meinen Stromanbieter einen sehr hohen Abschlag zahlen. Am Jahresende hatte ich natürlich Glück und habe recht viel zurückbekommen. Dafür habe ich beim Gas mit einer deftigen Nachzahlung eine unangenehme Überraschung erlebt. Unsere App kann da helfen und ich könnte mich dann schon mal gedanklich vorbereiten.“ (lacht)
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Hackathon-Pause: Einmal den Kopf frei machen © Ira Thiessen

Einmal Hackathon-Tief und zurück

Die App der Fünf basiert auf umfangreichen Excel-Daten, die sie in ein Entwicklungsprogramm überführt haben. Daraus setzt das Team wie aus einem Baukasten die App zusammen. Das klingt leichter als es ist. „Wir haben uns sehr genau überlegt, was der Anwender machen soll, welche Funktionalitäten die App mitbringen muss und welche Daten wie miteinander verknüpft werden müssen. Den Use Case vollziehen wir ganz genau nach und legen basierend darauf fest, wo es welche Eingabefelder geben muss, damit die App auch macht, was wir wollen.“ 

Noch liegen knapp 1,5 Tage Hackathon vor der Gruppe, die in dieser Konstellation zum ersten Mal zusammenarbeitet. Zwar kennen sich die Fünf aus gemeinsamen Lehrveranstaltungen. Als Team derart konzentriert arbeiten und gemeinsam in kurzer Zeit ein solches Projekt wuppen ist neu. Ob sie schon durch's Hackathon-Tief gegangen sind? 

„Oh ja, das hatten wir schon recht schnell zu Beginn. Die Aufgabe war einfach zu groß und sperrig. Die Stimmung war im Keller. Die Pause jetzt ist eine mehr als willkommene Abwechslung, die den Kopf frei macht. Aber heute noch fertig werden – ausgeschlossen.“ Noch bis zehn Uhr in den Abend wollen sie an diesem Tag weitermachen und den gesamten Folgetag. Mehr Zeit gibt es nicht bis zur Präsentation der App vor Publikum und Auftraggeber.