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InfraLab 3: So geht nachhaltig

Keine Plastiktüten, wenig Fleisch – Sylke und Laura erklären uns Nachhaltigkeit

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Es ist 13 Uhr und bei Pino in der Schmiede ist jeder Platz besetzt. Wir ergattern den letzten freien Tisch am Fenster. Mit Sylke und Laura von Veolia Deutschland sind wir zur Mittagspause verabredet. Die beiden kümmern sich beruflich um Nachhaltigkeit und Innovation und zwischen Salat und Spaghetti Carbonara wollen wir herausfinden, was genau sie da so machen.

In den leerstehenden Schiffscontainern wollten Sylke und Laura ursprünglich einen Standort für das Veolia-eigene Start-up-Programm schaffen, verrät uns Sylke. „Wir waren dabei zu überlegen, ob wir das ganze Haus nehmen oder doch nur die Hälfte. Aber dann erfuhren wir, dass sich auch andere Utilities (so nennen sich die Ver- und Entsorger selbst, Anm. d. Red.) dafür interessierten. Am Ende sind wir zu dem Schluss gekommen, es einfach gemeinsam zu versuchen.“ Das InfraLab war geboren.

Erzählt doch mal, was das InfraLab für Euch ist.

Laura: Es ist ein Ort, an dem sich alle wichtigen Ver- und Entsorger aus Berlin regelmäßig treffen, sich tatkräftig engagieren, um etwas für die Stadt zu gestalten. Das habe ich so in noch keiner anderen Stadt gesehen. Klar, es gab hier schon den Smart-City-Dialog, aber das InfraLab geht da ja mindestens noch zwei, drei Schritte weiter. Hier ist es gewollt, aktiv etwas zu bewegen und nicht nur in irgendwelchen Gremien Papier zu erstellen. Hier geht es darum, konkret etwas auf die Beine stellen.

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Während das Essen kommt und Sylke noch auf das Brot zum Salat wartet, outet sich Laura als Fachfrau in Sachen „Smart Cities“: Ich habe meine Masterarbeit zu Smart Cities bzw. dem dahinterstehenden Konzept geschrieben und mir dabei Berlin angeschaut. Ich dachte: „Wow, da kann ich ja ganz konkret an einem Smart-City-Projekt mitarbeiten.“ Ich finde es so toll, dass da verschiedene Unternehmen und Akteure freiwillig etwas auf die Beine stellen.

„Smart Cities“ stehen für einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen. Wie nachhaltig geht’s denn bei Euch persönlich zu?

Sylke: Als Nachhaltigkeitsbeauftragte habe ich da natürlich eine persönliche Agenda (lacht), die ich auch versuche, in der Familie durchzuziehen: keine Plastiktüten, wenig Fleisch essen, nicht unbedingt fliegen. Ja, ich werd‘ da schon manchmal belächelt, wenn ich für die Dienstreise nach Paris den Zug nehme statt des Flugzeugs.

Laura: Sylke pusht das Thema auch unglaublich im Unternehmen. Wenn wir zum Beispiel auf einer Veranstaltung den Müll nicht richtig trennen, dann gibt es Ärger von ihr, aber richtig. Mein Engagement wird in meiner Ernährung deutlich: 80–90 Prozent der Dinge, die ich einkaufe, sind bio. Ich versuche auch viel auf dem Markt einzukaufen. Plastiktüten finde ich ganz schlimm. Da versuche ich auch jeden umzuerziehen, der sich 'ne Tüte kauft.

Ihr seid im Steuerungskreis des InfraLabs aktiv. Das ist die Runde, in der ein bis zwei Leute aus jedem der sechs Unternehmen teilnehmen. Wird da alles basisdemokratisch entschieden?

(Beide lachen)

Sylke: Das ist zunächst mal die Verabredung: „alles einstimmig“. Die Arbeit im Steuerungskreis hatte gerade zum Anfang eine besondere Intensität, weil man irgendwie alles entscheiden muss. In der Umbauphase entschieden wir über Tische und Auslegeware; vorher noch ging es viel um Verträge. Aktuell beschäftigt uns die Frage, wie öffentlich das Grand Opening sein soll und wie wir es organisieren, alle Leute einzuladen. Wir beginnen aber auch  langsam, Themen in die jeweiligen Arbeitskreise abzugeben, die dann viel fokussierter arbeiten.

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Wann ist Eurer Meinung nach das Projekt InfraLab geglückt?

Sylke: Die Idealvorstellung wäre, dass Ideen und Projekte, die hier herauskommen, weitergelebt und reproduziert werden. Nun sind drei Jahre eigentlich eine viel zu kurze Zeit, um zu beweisen, dass so ein Gemeinschaftsprojekt gelungen ist. Aber wir sind dran. Dafür haben wir auch gerade eine Art Roadmap geschaffen. Auf der sind immerhin schon zehn Projekte verzeichnet. Und der Steuerungskreis wird nun verbindlich festlegen, mit welchen Projekten wir loslegen.

Laura: Da geht es beispielsweise um einen Smart City Hackathon oder etwas zu Urban Gardening. Aber schon der der Entstehungsprozess dieser Roadmap war super spannend; zu sehen, wer sich mit welchen Fragestellungen bereits beschäftigt und schon Know-how aufgebaut hat. An so einer übergreifenden Dynamik mitwirken zu können, ist ein echtes Privileg.

Sylke: Wichtiger Punkt auf der Roadmap ist als nächstes das offizielle Opening. Wir wollen das InfraLab bekannt machen und zeigen: „Guckt mal hier, die langweiligen Infrastrukturunternehmen legen richtig los!“ Damit das InfraLab auch über Berlin hinaus Strahlkraft entwickelt und als Innovationsstandort bekannt wird, hängen wir uns richtig rein. Und außerdem habe ich ja quasi persönlich versprochen, dass das hier was wird.

Vielen Dank für das Gespräch Euch beiden.