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Sonnenlicht 24/7: Little Sun bringt Licht ins Dunkel

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Sommer, Sonne, Sonnenschein – überall in Berlin spielt sich das Leben plötzlich wieder draußen ab. Ob auf dem Balkon, an der Spree oder im Grünen, die Sonne verwöhnt und sorgt für positive Energie. Und zwar nicht nur tagsüber. Möglich macht‘s das Berliner Startup Little Sun mit einer einfachen, aber innovativen Idee: Es entwickelt kleine Solarzellen für den Alltag, die Sonnenenergie speichern und als Lampen auch nach Sonnenuntergang Licht ins Dunkel bringen. Solarlampen to go quasi. Richtig praktisch – zum Beispiel für lange Abende im Park oder beim Campen auf dem Festivalgelände. Vor allem aber auch für Regionen der Welt ohne Stromversorgung. Mit der kleinen Lampe will das Startup Menschen überall auf der Erde durch die Kraft der Sonne verbinden. So auch Rabea Koss, die seit 2014 im Team von Little Sun ist. Wir haben sie zu einem Gespräch in der Sonne getroffen.

Little Sun startete 2012 als Kunstprojekt des Künstlers Olafur Eliasson und des Ingenieurs Frederik Ottesen im Londoner Tate Modern und ist seitdem zu einem internationalen Startup gewachsen – mit Büro im Prenzlauer Berg und weiteren Mitarbeitern in Südafrika und dem Senegal. Denn schnell war klar: Die Idee der kleinen Solarlampe hat Potential: Sie speichert die Energie der Sonne tagsüber, sodass man auch nach Anbruch der Dunkelheit noch Licht hat. Nützlich ist das vor allem für Menschen, die ohne Stromversorgung leben: weltweit 1,1 Milliarden Menschen, 650 Millionen davon in Afrika.
 
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©Little Sun/ Inka Recke
Ein Leben ohne Elektrizität zu führen ist für uns kaum vorstellbar, in manchen Regionen der Welt aber tägliche Realität und vor allem: sehr einschränkend: Die Sonne geht nah am Äquator das ganze Jahr hindurch gegen 18 Uhr unter. Ohne elektrisches Licht müssen zum Beispiel Geschäfte und Marktstände früher schließen und auch zu Hause seien Menschen ohne Stromversorgung in ihrem Alltag beeinträchtigt, so Rabea: „Viele Kinder sind zum Beispiel tagsüber in der Schule und helfen danach ihren Eltern bei der Hausarbeit oder auf den Feldern. Sie können nur lernen oder lesen, wenn die Sonne schon untergegangen ist. Dafür braucht es aber Licht.“ Klar gibt es dafür alternative Strom- und Energieformen, diese seien jedoch gleichermaßen umwelt- und gesundheitsschädlich: „Für Licht werden hauptsächlich Kerosin- oder Petroleumlampen genutzt. Die Kerosindämpfe aber sind giftig und reizen Augen und Atemwege“, erklärt Rabea weiter. 

Nicht zuletzt deshalb eignet sich Little Sun vor allem auch in diesen Regionen als Energiequelle – und sorgt dort für erste Erfolge: „Schüler können abends zum Beispiel besser lernen, ohne müde zu werden und entzündete Augen zu bekommen“, beschreibt Rabea und ergänzt: „Zudem haben die Menschen weniger Angst, wenn sie mit unserer kleinen Solarlampe abends in der Dunkelheit unterwegs sind.“ Kurzum: Little Sun bringt mehr Sicherheit, längere Arbeits- und Lernzeiten und ist außerdem gesünder und umweltfreundlicher als andere Energiequellen.
 
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©Little Sun/ Michael Tsegaye
Das motiviert Rabea. Besonders schätzt sie an ihrem Job außerdem den sozialen Aspekt. Denn: „Alle Lampen, die in Europa verkauft werden, subventionieren die Lampen für den afrikanischen Markt“, so Rabea. Das Prinzip dahinter ist ganz einfach: Die kleinen Solarlampen werden in Industrienationen wie Deutschland zu einem höheren Preis verkauft, damit sie in wirtschaftsschwachen Regionen der Welt günstig angeboten werden können. Aber der Verkauf von Lampen sei nicht alles: „Mit unserem Projekt bringen wir zusätzlich zur Solarenergie auch Jobs und damit neue Einkommensmöglichkeiten nach Afrika“, erklärt Rabea. Denn nicht nur die Verkäufer in afrikanischen Ländern, sondern auch Kinder und Schüler werden von Little Sun in Workshops in puncto Nachhaltigkeit geschult. 

Auch infolge solcher Initiativen ist Little Sun schon heute ein leuchtendes Symbol für den uneingeschränkten Zugang zu Energie geworden. Und damit nicht genug. Als Ergänzung zur Little Sun wird schon an neuen Ideen gearbeitet. So gibt es bereits eine kleine Powerbank, die mit Solartechnik aufgeladen werden kann und damit gleichermaßen eine Lösung für unsere leeren Handyakkus und die eingeschränkte Energieversorgung in anderen Ländern bietet. Kein Wunder also, dass Little Sun bereits mehrfach für sein nachhaltiges und soziales Geschäftsmodell ausgezeichnet wurde – 2016 beispielsweise mit dem Sonderpreis des StartGreen Awards, den wir als Hauptpartner unterstützen.

Der StartGreen Award unterstützt innovative Startups im Bereich Klimaschutz und Nachhaltigkeit und stärkt so Gründerinnen und Gründern der Green Economy den Rücken. Er fördert die Vernetzung grüner Startups und Unternehmen mit Investoren, Förderern und politischen Wegbegleitern. Der grüne Preis wird in drei Kategorien vergeben: Für Gründungskonzepte (noch nicht gegründet), für Startups (bis 5 Jahre) und für junge Unternehmen (5 bis15 Jahre). Die Sieger werden durch ein Public Voting der grünen Gründer Community mitbestimmt und können Geld- und Sachpreise im Wert von 50.000 Euro gewinnen. Noch bis Ende Juli läuft die Bewerbungsphase für den diesjährigen Award. Also nichts wie los.