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Lass' wachsen, Bruder!

Ich bin ein MoBro

Na, schon mal was vom Movember gehört? Im Movember dreht sich alles um den Schnurrbart! Kein Spitzbart, kein Vollbart  –  ein richtiger Tom-Selleck-Balken! Und um ehrlich zu sein, sieht der nicht an jedem MoBro besonders cool aus. Aber wenn’s für den guten Zweck ist, muss er das ja auch nicht oder? MoBros fallen auf und das ist gut so. Sie setzen ein optisches Zeichen für Männergesundheit! Und weil unserem MoBro Jochen-Christian dieses Thema eine Herzensangelegenheit ist, lässt er wachsen.

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Jochen-Christian ist Leiter Kommunikation und Marketing beim Energieversorger Energie Mark Brandenburg und bekennender MoBro. Foto: (c) Stefan Specht

Letzte Woche kam meine Frau vom Friseur zurück. Ich: „Gut siehst du aus.“ Sie: „Danke. Leider kann ich das Kompliment nicht zurückgeben.“ Läuft ja bei uns. Wobei: Sie hat nicht unrecht. Ich sehe gerade nicht gut aus. Zumindest zwischen Oberlippe und Nase. Da sprießen Barthaare. Ist aber für einen guten Zweck. Ich bin ein MoBro.

Schließlich ist November. Oder Movember, wie es seit 15 Jahren in immer mehr Ländern der Erde heißt. Movember, die Kombination aus Moustache (englisch für Schnurrbart) und November, ist das Motto, unter dem Männer aufgerufen sind, sich in diesem Monat einen Schnäuzer wachsen zu lassen. Nicht aus ästhetischen Gründen. Sondern um auf ein Thema aufmerksam zu machen und darüber ins Gespräch zu kommen: Männergesundheit. Genauer: Prostatakrebs, Hodenkrebs und die seelische Gesundheit. Also alles so Sachen, über die manN nicht so viel spricht – und über deren Prävention manN sich schon gar nicht zu viele Gedanken macht.

Vom Movember gehört hatte ich bereits vor einigen Jahren. Richtig aufmerksam auf die Aktion wurde ich vor zwei Jahren. Da liefen einige meiner Lieblinge von den Berlin Recycling Volleys mit außergewöhnlichen Schnäuzern übers Feld. Allen voran Paul Carroll, der Diagonalangreifer von Down Under. Nicht ganz zufällig: Es waren zwei Australier, die sich 2003 erstmals einen Mo wachsen ließen und drei Handvoll Kumpels zum Mitmachen animierten. Ein Jahr später gründeten die Ur-MoBros die Movember Foundation. Seit 2012 ist die auch in Deutschland aktiv.

Auf Vorsorgeuntersuchungen durch persönlichen Einsatz hinzuweisen – das fand ich cool. Aber zum Mitmachen war es Mitte November zu spät. Außerdem hatte meine Frau schon damals eine feste Meinung zu Schnäuzern. Zumindest im Gesicht ihres Gatten. 

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Foto: (c) Stefan Specht

November 2017: Die Volleys ließen wieder sprießen. Und ich verpasste zweierlei: Erstens den Einstieg, also mich am Monatsanfang glatt zu rasieren. Zweitens das Sammeln von Mitstreitern für eine gemeinsame Aktion. Das sollte mir 2018 nicht wieder passieren. Früherkennung und Prävention von Krebskrankheiten sind mir aufgrund von Erfahrungen in der Familie sehr wichtige Themen. Aber eigentlich doch eher solche für meinen Freundeskreis. Nicht für die aus Facebook, sondern für die echten. Die, mit denen ich aufgewachsen bin, mit denen ich zur Universität ging, mit denen ich Volleyball gespielt habe, mit denen ich meine Freizeit verbringe.

1. November 2018: Morgens erst ordentlich rasiert fürs Start-Selfie. Und dann meine „Movember“-WhatsApp-Gruppe eröffnet. Only for men. Rund 30 Jungs zwischen 30 und 60 Jahren. Cousins, Schwäger, Freunde. Die haben sich zum Teil noch nie gesehen. Aber ich kenne jeden. Und jeder ist mir wichtig. Ich habe ihnen von der Movember-Aktion erzählt. Habe geschrieben, dass wir mal reden und nachdenken sollten. Über Männergesundheit. Über Vorsorge. Und habe versprochen, dass ich für jeden Mo, den einer von ihnen wachsen lässt, 5 Euro an den Förderverein Hilfe bei Prostatakrebs spenden würde. Der Spenden- und Förderverein des Bundesverbands Prostatakrebs Selbsthilfe e. V. ist der deutsche Partner der Movember Foundation.

Die Reaktionen? Zuerst lustige Anmerkungen rund um Schnurrbärte. Einer wollte kein „Gesicht wie Mahnung“. Klang ein bisschen wie ein Vorurteil zum Aussehen von Geldeintreibern. Stellte sich aber als TV-Serien-unkundiges Smartphone raus, dass mit „Magnum“ nichts anzufangen wusste. Es folgten „Freikauf“-Angebote: „Ich spende etwas dafür, dass ich mir keinen Bart stehen lassen muss.“ Auch okay. Denn die Arbeit für Aufklärung über Präventionsmöglichkeiten und die Betreuung von Betroffenen kostet Geld. Da ist jede Spende willkommen. Aber was ist mit dem eigenen Körper-Einsatz?

Am Abend des zweiten Movember-Tages: Endlich das erste Stoppel-Bild im Gruppen-Chat. Mit einem kraftvollen Text: „Und wenn mich nur einer fragen sollte, warum ich so scheiße aussehe und nach unserem Gespräch zur Darmspiegelung geht, dann hat es sich gelohnt.“ Darmkrebs ist zwar keine typische Männerkrankheit. Aber typisch für Männer ist, dass sie sich gern vor der Beschäftigung mit Gesundheit drücken. Deshalb geht es im Movember genau darum: Dass wir uns um unseren Körper kümmern. Dass wir Chancen nutzen, Risiken früh zu erkennen und rechtzeitig behandeln zu können. 

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Der Schnäuzer als Gesprächsstoff ist vor allem im beruflichen Umfeld ein bisschen herausfordernd. Aber darum geht schließlich, meint Jochen-Christian, ins Gespräch kommen. Foto: (c) Stefan Specht

In meiner WhatsApp-Gruppe funktioniert das. Manche schreiben den Termin ihrer letzten Darmspiegelung rein. Andere den des PSA-Tests zur Prostatafrüherkennung. Einer stellt seine Movember-To-do-Liste ein: „1. Bärtchen wachsen lassen. 2. Darüber reden. 3. Zum Arzt zwecks Vorsorgeberatung.“ Alle sind MoBros. Auch wenn sich nur fünf outen, einen Mo wachsen zu lassen. 

Auch im täglichen Leben gibt es mehr und mehr Gespräche. Zum Beispiel mit Kollegen. Erst guckten sie etwas irritiert. Mit mehr Stoppeln kamen dann die Fragen: Ob ich mir tatsächlich einen Schnäuzer wachsen lassen wolle und warum? Wettschulden? Imagegründe? Das zeigt: Der Mo funktioniert. Er macht neugierig und gibt Gelegenheit zur Aufklärung. Sieht nicht gut aus. Ist aber für einen guten Zweck.