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Die Stromrevoluzzer

Ordentlich Strom auf der Kette

Jetzt mal Hand aufs Herz: Wie hältst du es mit deinem Strom? Sollte der nicht grün sein und am besten aus der Region? Was bei Lebensmitteln oder Kleidung irgendwie schon nicht mehr so richtig eine Frage ist, ist ungleich schwieriger, wenn es um Energie geht. Nicht jeder hat schließlich ein Solarpanel auf dem Dach und kann mit Bestimmtheit sagen, woher der Strom kommt, der da so durch die heimischen Haushaltsgeräte, Ladekabel oder die Lichterkette fließt. Muss das so sein? Kyung sagt nein und zeigt uns mit Lition, wie eine Alternative aussehen kann. Und dabei geht es um nicht weniger als eine kleine Revolution.
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Kyung ist Chief Operations Officer bei Lition und will nichts Geringeres als die Demokratisierung des Strommarktes erreichen. (c) Foto: Ira Thiessen

Hi Kyung, ihr wollt mit Lition nicht weniger als den Energiemarkt demokratisieren. Das klingt ganz schön nach Revolution. Erzähl doch mal, worum geht es bei euch?

Demokratisierung des Energiemarktes bedeutet für uns, dass der Verbraucher wissen soll, wo sein Strom herkommt  und zwar ganz genau. Er soll selbst entscheiden können woher bzw. von wem er Strom beziehen möchte. Deshalb gibt Lition sozusagen alle „Power“ dem Konsumenten. Kunden können, wenn sie möchten, täglich ihr favorisiertes Kraftwerk aussuchen. Lition dreht damit die Machtverhältnisse im Markt um. Denn so funktioniert in unseren Augen ein demokratischer Energiemarkt: Der Verbraucher bestimmt wo es langgeht. Gerade in Zeiten, in denen nachhaltiger Konsum und die Sorge um die Nachwelt zunehmend wichtiger werden und Kaufentscheidungen stark beeinflussen, ist der Lition-Ansatz eine echte Alternative.

Hm, stimmt, am Ende der Steckdose kann ich bewusst entscheiden, welches Gerät ich anschließe, woher es kommt, wie es produziert wurde. Aber tatsächlich fehlt dem Verbraucher vor der Steckdose diesbezüglich jegliche Handlungsmöglichkeit. Ich weiß schlichtweg nicht, selbst bei Ökostrom, wo genau der eigentlich herkommt.

Und genau das will Lition ändern: Unser Strom hat quasi eine einzigartige Herkunftsgarantie. Wir wollen auf der Lition-Plattform zeigen, wer ihn produziert: „Schau mal, das ist Günther und so macht er Strom.“. Noch sind wir da aber nicht. Lition ist ein Start-up, das wir von Grund weg aufbauen und neben der Vermarktung der Produktionsstätten müssen wir vor allem die technische Basis für den direkten Handel zwischen Produzent und Verbraucher schaffen. Wir haben also gerade sehr viele To Dos auf unserer Liste. 

Aber mit der Idee, den Produzenten eine Plattform zu geben, auf der sie sichtbar sind und genau zeigen, wie sie Strom produzieren, sorgen wir für maximale Transparenz beim Verbraucher. Der kann sich dann denjenigen aussuchen, der am sympathischsten ist, in der direkten Umgebung sitzt, am günstigsten produziert oder was auch immer. 

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(c) Foto: Ira Thiessen

Du sagst, ihr müsst die technische Basis schaffen, damit euer Modell des demokratischen Stromhandels funktioniert … 

Ja, genau. Lition arbeitet auf einer Blockchain. Denn nur so können wir absolutes Vertrauen schaffen. Denn anders als klassische Systeme gehört die Blockchain nicht der einen Institution, also Lition. In Zeiten ständiger Datenskandale möchtest du schlicht nicht mehr der einen Instanz vertrauen müssen, sondern möchtest das auf viele Schultern verteilt wissen. Absolute Vertrauenswürdigkeit, größtmögliche Transparenz und im Prinzip die Umkehr der Machtverhältnisse – darum geht es, wenn wir von der Demokratisierung des Strommarktes sprechen.

Die Umkehr der Machtverhältnisse – das ist für uns die Demokratisierung des Strommarktes.

Nun gab es vor Lition zum Beispiel mit OEEX ja schon den kommerziellen Versuch, Energieproduzenten und Verbraucher mittels App in den direkten Handel zu bringen. Was macht Lition denn anders?

 

Die OEEX-Idee war ein Anfang. Lition ist so ein bisschen die Evolution dessen. Anders als OEEX ist Lition ein vollwertiger Energieversorger mit all den administrativen Voraussetzungen, der auf Blockchain-Basis arbeitet. Darüber hinaus entwickeln wir gemeinsam mit SAP eine neuartige Technologie, um den direkten Handel zwischen Produzenten und Verbraucher unter Berücksichtigung aller Anforderungen der EU-Datenschutzgrundverordnung zu ermöglichen. Am Ende verhelfen uns diese beiden Faktoren hoffentlich zu einer größeren Wahrnehmung im Markt – und zum gewünschten Erfolg (lacht). 

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(c) Foto: Ira Thiessen

Für wen ist Lition gemacht? Am Ende doch nur für den urbanen, nachhaltig lebenden, jungen Familienvater? Die Lebensrealität in einer Großstadt wie Berlin unterscheidet sich ja deutlich von der in der Uckermark …

Auf jeden Fall. Aber gerade weil es so unterschiedliche Lebensentwürfe gibt, ist Lition perfekt: Den Techi faszinieren wir damit, dass er seine Energie-Trades auf der Blockchain 1:1 ausführen und transparent nachverfolgen kann. Das ist schon cool, wenn man das technisch durchdringt. Preisbewussten können wir einen unverschämt günstigen Abschlag bieten; einfach deshalb, weil sie direkt vom Erzeuger beziehen, ohne Zwischenhändler und im Bedarfsfall sogar zum tagesaktuell günstigsten Preis. Dem ökologisch Interessierten, der ganz sicher sein will, dass er nachhaltig produzierten Strom bezieht, bietet Lition ebenfalls genau das. Dieser individuelle 1:1-Handel ist in meinen Augen absolut relevant für die Masse.  
 
Im 1:1- bzw. Nachbarschaftshandel spielt privat produzierter Strom eine große Rolle. Was jemand zu viel hat, soll ein anderer abnehmen können. Unterstützt ihr Privatleute mit zum Beispiel einer Solaranlage auf dem Dach darin, ihre überschüssigen Kapazitäten in das Netz einzuspeisen?
 
Die Einspeisung durch Prosumers, also stromerzeugende Stromverbraucher ist ein absolutes Zukunftsthema. Überkapazitäten müssen in unseren Augen zur Verfügung gestellt werden. Leider ist es derzeit rechtlich nicht möglich, Prosumers an unsere Lösung anzuschließen. Gleichzeitig gibt es weltweit schon viele tolle Positiv-Beispiele wie das Brooklyn Micro Grid, über das Blockchain-basiert Nachbarschaftsstrom fließt. Aber wir hier in Deutschland sind noch nicht so weit. Dennoch: Die Lition-Idee funktioniert in jedem liberalisierten Energiemarkt und deshalb steckt so viel Potenzial darin. Denn wer ein ökologisches Mindset hat, der will es in allen Lebensbereichen umsetzen, auch beim Strombezug. Davon bin ich überzeugt und genau das macht Lition möglich.