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  3. Wege in die klimafreundliche Mobilität

„Die grüne Mobilität muss so gestaltet werden, dass die Menschen sie gerne nutzen.“

Wie vielfältig die Wege in eine klimafreundliche Mobilität sind, erklären Vertriebsvorstand Matthias Trunk und Eco-Mobility-Projektleiter David Graebe im Interview.

Beim „Autogipfel“ Ende des vergangenen Jahres hat die Politik zusätzliche drei Milliarden Euro in Aussicht gestellt, um die Autobranche auf Zukunftskurs zu bringen. Offensichtlich soll der Verkehrssektor schnell grüner werden. Wie realistisch ist das?
Matthias Trunk: Trotz Anstrengungen, auf neue Kraftstoffe oder alternative Antriebsformen umzustellen, verzeichnen wir im Verkehrssektor aufgrund eines wachsenden Verkehrsaufkommens steigende CO2-Emissionen. Daher sind hier besondere Anstrengungen nötig. Insofern sind finanzielle Anreize grundsätzlich zu begrüßen.

Die GASAG ist ein Energieversorgungsunternehmen. Dennoch engagieren Sie sich stark im Bereich der Eco-Mobilität. Warum?
David Graebe: Neben Licht und Wärme ist für unsere Kunden auch die Mobilität ein Grundbedürfnis. Daher können und wollen wir die Mobilität nicht aus unseren Bemühungen für eine klimafreundlichere Zukunft ausklammern. Wir sind Klimapartner des Landes Berlin. Und wir sind der Auffassung, dass die Verkehrswende gesamtheitlich gedacht werden muss. Deshalb engagiert sich die GASAG in diesem Bereich.


GASAG-Vertriebsvorstand Matthias Trunk (links) und David Graebe, im Unternehmen für das Thema Eco-Mobilität zuständig.

GASAG-Vertriebsvorstand Matthias Trunk (links) undDavid Graebe, im Unternehmen für das Thema Eco-Mobilität zuständig.

Was tut die GASAG konkret in Sachen Eco-Mobilität?
David Graebe: Wir machen Angebote rund um alternative Antriebe, sei es Mobilität mit Bio-Erdgas, Strom oder Wasserstoff. Mit unserer Initiative „Saubere 444 für Berlin“ förderten wir in den letzten zwei Jahren den Umstieg auf Erdgas-, Elektro- oder Wasserstoff-Fahrzeuge. Eine Neuauflage des Programms in anderer Form ist gerade in Arbeit. Wir haben e-Car-Sharing- und Bike-Sharing-Angebote für unsere Kunden aufgelegt. Zudem bieten wir unseren Kunden Angebote rund um das Thema Elektro-Mobilität, beispielsweise intelligente Ladelösungen für E-Autos.

Matthias Trunk: Wir sind auch im Bündnis für den Radverkehr aktiv und unterstützen damit den Umstieg aufs Fahrrad. Übrigens: Für unsere innovativen und kundenfreundlichen Lösungen zur Eco-Mobilität wurden wir vom Markt- und Wirtschaftsforschungsinstitut EuPD Research gerade mit dem Energiewende-Award 2020 in der Kategorie „Mobilität“ ausgezeichnet.

Welche Bemühungen seitens der Politik sind aktuell nötig?
David Graebe: Wir wünschen uns eine Rückkehr zu einer technologieoffeneren Debatte. Wir werden unsere Klimaziele nicht erreichen, indem wir ausschließlich neue Elektro-Autos zulassen. Wir müssen uns auch damit beschäftigen, wie wir den bestehenden Fahrzeugpark sauberer bekommen, den wir in den nächsten zehn bis 15 Jahren noch auf der Straße haben werden. Wir sehen den eingeschlagenen politischen Weg als grundsätzlich richtig an. Doch um bereits heute schnelle Klimaschutz-Effekte zu erreichen, sollten die Autobauer und die Politik den Blick wieder mehr für den Einsatz von synthetischen und Bio-Kraftstoffen wie Bio-CNG und Bio-LNG öffnen.

Matthias Trunk: Auch CNG-Autos, die mit Bio-Erdgas fahren, haben beispielsweise das Potenzial, nahezu klimaneutral zu sein. Aktuell fokussiert sich die Politik zu einseitig auf Elektro-Mobilität.


E-Autos stehen ja auch durchaus in der Kritik. Bei der Produktion der Akkus würden zu viel Klimagase anfallen.
David Graebe: Uns ist es ganz wichtig, nicht nur die einzelnen Fahrzeuge zu betrachten, sondern auch, womit sie betrieben werden und wie sie gebaut werden. Es ist richtig: E-Autos sind nur dann sauber, wenn der Strom für Produktion und Betrieb aus erneuerbaren Quellen kommt. Genauso ist ein Wasserstoffauto nur sauber, wenn der Wasserstoff grün ist, also mit Ökostrom erzeugt wurde. Ein CNG-Auto, das mit normalem Erdgas fährt, hat eine um 25 Prozent bessere CO2-Bilanz als ein Benziner. Fährt es jedoch mit Bio-Erdgas, sinkt die Emission nahezu auf null. Das muss klar kommuniziert werden. Klar ist aber auch: Das Potenzial von E-Autos, Wasserstoffautos und CNG-Autos, umweltfreundlich zu sein, ist gleichermaßen vorhanden.

Was sind die größten Herausforderungen der kommenden Jahre?
Matthias Trunk: Hier sehen wir vier zentrale Aufgaben:

  1. den Markt so zu gestalten, dass er langfristig ohne die derzeit noch notwendigen erheblichen Fördermittel auskommt,
  2. die Antriebsalternativen wirklich umweltfreundlich aufzustellen, und zwar unter Beachtung aller bereits in der Produktion angefallenen CO2-Emissionen und Umweltauswirkungen,
  3. die Entsorgungsfragen für E-Autos müssen geklärt werden und 
  4. Anreize für ein neues Bewusstsein in der Mobilität:
    Wir brauchen ein Umdenken bei jedem Einzelnen. Muss ich die Stadtstrecke wirklich mit dem Pkw fahren? Würde nicht vielleicht auch ein kleineres Auto reichen? Kann ich vielleicht sogar ohne eigenes Auto von A nach B kommen?

Wo steht Berlin in Sachen Eco-Mobilität?
David Graebe: Berlin ist schon gut unterwegs. Es passiert viel. Um das zu sehen, muss man sich nur umschauen. Die BVG stellt auf E-Busse um. Der Radverkehr wird gestärkt. Auch bei Energielieferungen setzt man auf Bio-Energien. Natürlich wären wir heute gerne schon da, wo wir 2050 sein wollen – nämlich klimaneutral zu sein, wie es im Berliner Klimaschutzprogramm steht. Doch das ist ein Stück Weg. Und dieser muss auch bezahlbar bleiben. Die grüne Mobilität muss so gestaltet werden, dass die Menschen sie auch gerne nutzen wollen und nutzen können.

Will der neue GASAG-Newsletter zur Eco-Mobilität über diese Dinge informieren?
Matthias Trunk: Ja. Mobilität ist ein Thema, das jeden umtreibt. Und die Möglichkeiten, sich fortzubewegen, sind enorm vielfältig. Genau das stellt unsere Kunden aber auch vor Herausforderungen – oft erhalten wir die Frage: „Wofür soll ich mich jetzt nur entscheiden?“ Wir als GASAG kennen uns hier gut aus und denken nicht nur an die verschiedenen Autos, sondern wissen, was nötig ist, um wirklich umweltfreundlich durch die Stadt zu kommen. Hier wollen wir dazu informieren und Angebote machen.


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