Immer gut informiert – mit dem Berliner Energiebrief

small-stage-energiebrief-2150-500px

Mit Produktvielfalt mehr Kunden gewinnen

Seit drei Jahren bietet die GASAG auch Strom an. Zum Ende des Jahres will der Energiedienstleister 100.000 Kunden in Berlin mit ökologisch erzeugtem Strom versorgen. Und die Chancen stehen gut: Allein im vergangenen Jahr ist das Stromgeschäft um fast ein Viertel gewachsen. Wir befragten den neuen Vertriebsvorstand der GASAG, Matthias Trunk, nach seinen strategischen Zielen im noch jungen Stromgeschäft.

MT-600px
Matthias Trunk: Seit September Vertriebsvorstand bei GASAG

Willkommen in Berlin, Herr Trunk. Seit September sind Sie bei der GASAG, die ihre Produkte und Tarife auf dem wettbewerbsintensivsten Markt Deutschlands anbietet. In Berlin können die Verbraucher unter weit über 400 Tarifen wählen. In diesem Marktumfeld will die GASAG ihre Position stärken. Welche Chancen sehen Sie?

Die GASAG wandelt sich zum mehrspartigen Energiedienstleister für die Hauptstadtregion. Wir sehen uns dabei als Partner für die städtische Energiewende. Der Einstieg in den Handel und die Erzeugung von grünem Strom ist deshalb als Teil des Wachstums der GASAG-Gruppe zu sehen. Und der Erfolg gibt uns recht: Letztes Jahr ist der Stromabsatz um 23 Prozent gestiegen. Wir sind sehr optimistisch, dass wir bis Ende dieses Jahres gruppenweit 140.000 Stromkunden versorgen können. Im kommenden Jahr wollen wir dann in Berlin zur Nummer 2 hinter dem Grundversorger werden.

Das sind ehrgeizige Ziele – wie wollen Sie das erreichen?

Wir bauen unser Portfolio weiter aus und richten uns noch mehr nach den Bedürfnissen unserer Kunden. Dazu gehören zielgruppenspezifische Energiedienstleistungsprodukte, aber auch neue, kreative Ideen zur Vermarktung. So bieten wir neben unseren Öko-Strom-Tarifen jetzt auch Vereinsprodukte an.

Begonnen haben wir im Bundesliga-Handball mit den Füchsen Berlin und dem sogenannten Revierstrom. Gewinnen die Füchse ein Spiel, zahlt die GASAG für jeden bestehenden Vertrag einen Euro. Der Fan und der Verein profitieren zu gleichen Teilen. 50 Cent werden dem Fan auf seiner Jahresabrechnung gutgeschrieben, mit 50 Cent unterstützt die GASAG die erfolgreiche Arbeit der Jungfüchse. Aber wir wollen unsere Kunden nicht nur mit immer mehr Öko-Strom versorgen, wir wollen ihn auch selbst erzeugen. Im August hat die GASAG einen Windpark erworben. Damit haben wir die eigenen Erzeugungskapazitäten für erneuerbaren Strom auf einen Schlag mehr als verdoppelt auf jetzt 41,8 Mio. kWh.

Immer mehr Menschen wollen sich unabhängig von der Strompreisentwicklung machen und ihren Strom weitgehend selbst produzieren. Was bieten Sie dieser Kundengruppe an?

Die Energiewende braucht das Engagement der Bürgerinnen und Bürger. Deshalb unterstützen wir es, wenn Berliner Eigentümer eines Ein- oder Zweifamilienhauses ihre Stromerzeugung in die eigene Hand nehmen wollen. Wir bieten unseren Kunden hierfür ein maßgeschneidertes Angebot. Das Paket GASAG | daheim Solar umfasst eine Photovoltaikanlage mit einem Batteriespeicher und reicht von der individuellen Beratung und Planung der Anlage über die Montage und Inbetriebnahme bis hin zur Finanzierung. Bis zu 65 Prozent des jährlichen Strombedarfes können Hauseigentümer so selbst decken.

Verzerren solche Angebote nicht die soziale Balance bei der Energiewende? Oder andersherum: Was brauchen wir, damit die Energiewende sozialverträglich gestaltet wird?

Stimmt: Die Stromwende wird über die EEG-Umlage finanziert und damit tragen die privaten Verbraucher einen Großteil der Lasten. Mieterstromprojekte sind deshalb ein gutes Modell, um breite Bevölkerungsschichten an der Energiewende zu beteiligen. Die GASAG ist hier seit geraumer Zeit aktiv und hat bereits mehrere Projekte gemeinsam mit der Wohnungswirtschaft aufgesetzt – so beispielsweise mit der landeseigenen Gewobag. Mieter der Siedlung in Tegel Süd können seit letztem Jahr Quartierstrom beziehen, der von sechs hocheffizienten Blockheizkraftwerken vor Ort erzeugt wird. Das senkt die Kosten für die Mieter und spart zudem jährlich rund 300 Tonnen CO2 ein.

Zum Schluss noch eine Frage zu Ihrem Kerngeschäft – dem Gashandel: Bundesweit senken schon einige Gasversorger ihre Preise. Was macht die GASAG?

Wir arbeiten ständig an der Optimierung unserer Beschaffungskonditionen und prüfen gerade eine Senkung der Erdgaspreise. Wir wollen jetzt natürlich nicht zu viel versprechen – es könnte aber sein, dass sich Kunden schon bald über Post mit sehr positiven Nachrichten freuen können.

Laden Sie sich hier den aktuellen Berliner Energiebrief als PDF herunter