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Jetzt die Energiewende neu denken!

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Vorstandsvorsitzende der GASAG, Vera Gäde-Butzlaff

Frau Gäde-Butzlaff, die Berliner Klimaschutzziele sind Gesetz. Jetzt sollen sie mit dem Energie- und Klimaprogramm untersetzt werden. Wie steht die GASAG dazu? 
Wir verstehen uns als Partner des Landes Berlin beim Thema Klimaschutz - und das seit vielen Jahren. Aktuell läuft die bereits vierte Klimaschutzvereinbarung, die wir mit dem Land geschlossen haben. Auch bei den neuen politischen Programmen werden wir den Senat unterstützen.

Wichtig ist mir aber vor allem, dass wir beim Klimaschutz jetzt in die Umsetzung kommen. Das heißt: Wir brauchen effektive Maßnahmen, die in absehbarer Zeit auch zu messbaren Erfolgen führen. Denn Tatsache ist, dass die CO2-Emissionen in Berlin auch wegen der wirtschaftlichen Dynamik und der globalen Anziehungskraft wieder ansteigen. Wir müssen also schnell handeln. Programme und Konzepte haben wir genug.

Was ist da schiefgelaufen? Oder andersherum: Wie kann die Energiewende in Berlin vorankommen?
Die Energiewende muss ein Stück weit neu gedacht werden. Wir müssen insbesondere verstärkt an den Wärmemarkt ran. Mehr als die Hälfte der eingesetzten Energie wird in Berlin für Wärme verbraucht! Und wir haben noch immer mehr als 20 Prozent, zum Teil sehr alte Ölheizungen in der Stadt. Hier schlummert also ein riesiges Potenzial für den Klimaschutz. Deshalb erhoffen wir uns vom Land Berlin eine konsequente Wärmewende, die neben den ambitionierten Fernzielen für 2050 auch kurzfristig wirksame Maßnahmen im Blick hat.

Was genau erwarten Sie dabei vom Berliner Senat?
Die Wärmewende ist eine Herkulesaufgabe. Gelingen kann sie nur mit einer gemeinsamen Kraftanstrengung! Notwendig wäre deshalb eine Institution, die die Klimaschutzaktivitäten steuert und die den Sachverstand der Wirtschaft einbindet. Als Angebot an die Politik haben sieben Partner der Berliner Wirtschaft – darunter auch die GASAG – die „Initiative für die urbane Wärmewende“ gegründet. Gemeinsam setzen wir uns für ein schrittweises und technologieoffenes Vorgehen ein.

Welche Schritte sollten als erstes getan werden?
Als erstes sollten wir uns auf die „low hanging fruits“ konzentrieren – also auf kosteneffiziente und praktikable Maßnahmen, die in der Breite greifen. Gebäudeindividuelle Sanierungsfahrpläne sind dabei ein zentrales Instrument. Setzt man gezielt bei den Maßnahmen an, die Eigentümer und Mieter finanziell auch stemmen können, könnten wir den CO2-Ausstoß bis 2050 um rund 70 Prozent senken.