Klimaneutraler Leuchtturm im Charlottenburger Norden

Gemeinsam wollen der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf und die GASAG die Mierendorff-Insel in den nächsten zehn Jahren zum Modell für die klimaneutrale Stadt entwickeln. Es ist das erste Projekt, das sich großflächig dem Bestand zuwendet und das darauf abzielt, einen ganzen Stadtteil auf Klimaneutralität umzustellen. Deshalb könnte das Projekt zur Blaupause der städtischen Energiewende werden.
Quartierskonzepte gelten als ein wichtiger Ansatzpunkt der Klimapolitik. Denn denkt man über das Gebäude hinaus, sind Versorgungskonzepte möglich, die im Einzelgebäude nicht möglich wären. So kann beispielsweise die Abwärme aus Industrie und Gewerbe zur Beheizung angrenzender Wohnanlagen genutzt werden. In der Gesamtbetrachtung eines Quartiers können die CO2-Bilanzen zwischen den Gebäuden ausgeglichen werden. Perspektivisch könnten so auch Spielräume für die Sozialverträglichkeit entstehen. Bislang sind solche Überlegungen jedoch vorwiegend theoretisch, denn praktische Erfahrungen mit derartigen Konzepten in einem gemischten Bestandsquartier gibt es kaum. Mit dem Anfang des Jahres gestarteten Projekt betreten GASAG und Bezirk daher absolutes Neuland.
Auch die Konstellation ist innovativ: Erstmals haben sich ein Bezirksamt und ein Energiedienstleister auf zehn Jahre vertraglich gebunden, um gemeinsam die urbane Energiewende umzusetzen. „Wir zeigen damit, dass die Herausforderung Energiewende eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist, die neue Modelle der Zusammenarbeit erfordert“, sagt Frank Mattat, Geschäftsführer des GASAG-Tochterunternehmens GASAG Solution Plus.