Konkurrenz belebt das Geschäft

Es heißt: „Konkurrenz belebt das Geschäft.“ Aber was bedeutet das? Und ist das wirklich so?

Konkurrenz wird allgemein definiert als der „Wettbewerb von Organismen um den Anteil einer begrenzten Ressource“ und lässt sich in so ziemlich jeder Lebensphase finden. Es geht bereits im Kindergarten los: schneller rennen, höher springen … und zieht sich bis in das Berufsleben: verantwortungsvollere Positionen, mehr Geld, mehr Anerkennung … Kurzum: Man möchte besser sein als andere!

Wir leben in einer Konkurrenzgesellschaft. 

Durch Vergleiche mit unseren Mitmenschen finden wir unsere soziale Position in unserem Umfeld. Wir erfahren, wo wir stehen. Indem wir unser Umfeld beobachten und Erfahrungen machen, lernen wir, diese Position zu verändern und zu beeinflussen. 

„Ich bin nur gut, wenn ich besser bin als andere“?

Konkurrenzdenken wird jedoch immer dann kritisch, wenn es genutzt wird, um den eigenen Selbstwert aufzupolieren: „Ich bin nur gut, wenn ich besser bin als andere“. Diese Haltung baut Druck auf, dem wir nur schwer gewachsen sind. Schon eine stärkere Leistungsorientierung des/der Kollegen/in kann diesen Druck auslösen. Es stört, dass der/die Kollege/in schon wieder ein Lob mehr vom Chef eingeheimst hat. Und das, obwohl man selbst täglich sein Bestes gibt. Konkurrenz- und teilweise Neidgefühle machen sich breit. Das führt unweigerlich zu Stress und schlechter Laune. In Einzelfällen entsteht aus Konkurrenzdenken sogar handfestes Mobbing. Konkurrenzdenken, Neid und Rivalität können sich zu einem Nährboden für Gerüchte und Intrigen ausweiten.

Untersuchungen belegen, dass in 60 % aller Mobbing-Fälle Neid dahintersteckt und jede/r vierte Beschäftigte in Deutschland schon einmal den Job gewechselt hat, weil er die Rivalitäten im Team nicht mehr ertragen konnte. 

Vor allem Vorgesetzte sollten deshalb verstärkt auf Anzeichen von Konkurrenzverhalten in ihrem Team achten und diese ernst nehmen.

Wettbewerb als Chance nutzen.

Aber Konkurrenz kann auch anspornen, Ehrgeiz wecken und damit Antreiber für Innovationen sein. Konkurrenzverhalten ist tief in unserem menschlichen Denken und Handeln verwurzelt. Es hilft uns, uns weiterzuentwickeln. Nicht stehen zu bleiben. 

Deshalb sollten Konkurrenz- und Neidgefühle nicht immer negativ bewertet werden. Vielmehr kommt es auf die persönliche Interpretation der Gefühle an und auf den Nutzen, den man für sich herauszieht. Es liegt also schlichtweg in der Hand eines jeden Einzelnen, ob er sich zu kritisch mit anderen vergleicht und in einen kräftezehrenden Machtkampf verwickeln lässt. Soll heißen: Wer Wettbewerb als Chance begreift, es sportlich nimmt, wird sicherlich einen Nutzen daraus ziehen und eigene Erfolge feiern können.

Konkurrenzdenken mit Perspektivwechsel

Wir finden, dass es manchmal gar nicht so einfach ist, aufkommende Neidgefühle zu ignorieren oder sogar als Chance zu begreifen. Unsere Tipps können dabei helfen, die Situation aus einer anderen Perspektive zu beleuchten und erst einmal neutral zu bewerten.

Konkurrenzdenken ist menschlich

Lassen Sie negativ geprägtes Konkurrenzdenken gar nicht erst aufkommen, indem Sie sich bewusst machen, dass jeder Mensch neidvolle Gedanken hat. Diese sind „normal“ und völlig ok. 

Ursachenforschung

Suchen Sie die Ursache für Ihr Konkurrenzdenken. Können Sie das Gefühl mit einer konkreten Situation verbinden? Was ist dort passiert? Lohnt es sich, sich deshalb unter Druck zu setzen? Bedroht es Sie in Ihrer Position/Lebenssituation?

Nein? Dann machen Sie sich dies bewusst – und nicht weiter verrückt.
Ja? Dann lesen Sie weiter!

Selbstreflexion

Ein Freund oder Kollege hat eine bessere Leistung/Verhalten gezeigt? Gibt es Gründe dafür? Wird vielleicht eine bestimmte Methode angewendet? Möglicherweise verfügt der Kollege/Freund auch über bestimmte Erfahrungen, Kenntnisse und/oder Kompetenzen, die ihn im Ergebnis haben glänzen lassen?  

Es hilft, mögliche Gründe eines Erfolges zu beleuchten. Es unterstützt das Selbstbewusstsein, wenn man sich bewusst macht: Erfolg ist beeinflussbar – und man hätte ihn möglicherweise auch selbst erreichen können. 

 

Veränderungsbereitschaft

Machen Sie sich klar, dass Erfolg meist nicht von alleine kommt. Oft stehen Mühe und Fleiß dahinter. Wenn man für sich nachhaltig mehr erreichen möchte, ist dies in aller Regel auch mit Veränderungen verbunden – sei es im Verhalten, im Arbeitsaufwand o. Ä. Dies setzt wiederum den Willen und die Fähigkeit voraus, Veränderungen auch konsequent umzusetzen. 

Stellen Sie sich also die Frage, ob Sie wirklich bereit wären, etwas zu ändern. Passen die jeweiligen Veränderungen überhaupt zu Ihnen – oder wären sie nur ein schöner Schein? 

 

Fazit

Auch wenn es manchmal anstrengend ist: Prüfen Sie Ihr Konkurrenzdenken zunächst sachlich auf seine „Berechtigung“ und nutzen Sie dies als Chance besser zu werden. Entscheidend ist dabei, dass Sie im Wettbewerb fair und authentisch bleiben.