Andreas Greiner erhält GASAG-Kunstpreis 2016

12. September 2016 – Andreas Greiner (*1979) studierte bei Olafur Eliasson an der Universität der Künste, Berlin und ist Absolvent des Instituts für Raumexperimente. Die Jury überzeugte seine eigenständige Position, die Fragen zu Individuum und Spezies aufwirft und den anthropozentrischen Blick auf die Natur hinterfragt. In seinem Werk befasst er sich mit Phänomenen der Natur- und Geisteswissenschaften, mit Medizin, Anatomie und Musik.

Für seine Ausstellung in der Berlinischen Galerie entwickelte Greiner eine dreiteilige Rauminstallation, welche die unterschiedlichen Themen seiner Arbeit verbindet. Im Zentrum steht ein monumentales, im 3D-Druckverfahren erzeugtes Skelett eines Masthuhns, das der Gattung ein Denkmal setzt. Die Skulptur Monument für die 308 (2016) erinnert an die Rekonstruktion eines Flugsauriers, der gerade zum Sprung oder Flug ansetzt. In seiner Studie (Porträt) zur Singularität des Tieres, dem zweiten Teil der Ausstellung, befasst sich der Künstler mit Lebewesen, die normalerweise nicht als Individuen wahrgenommen werden, wie zum Beispiel Algen, die einzeln mit einem Elektronenrastermikroskop porträtiert wurden. Im dritten Teil kombiniert Greiner einen selbstspielenden Flügel (Disklavier) mit Filmaufnahmen der rhythmisch pulsierenden Haut von „Leuchtkalmaren“ (Watasenia scintillans). Die Videos wurden als visuelle Partitur an den Komponisten Tyler Friedman weitergegeben, der daraus musikalische Interpretationen entwickelt.

Über den GASAG-Kunstpreis
Die von der GASAG initiierte Auszeichnung wird 2016 zum vierten Mal in Kooperation mit der Berlinischen Galerie vergeben. Die Partner ehren mit dem Preis alle zwei Jahre eine herausragende künstlerische Position an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft und Technik. Vorherige Preisträger waren Susanne Kriemann (2010), Tue Greenfort (2012) und Nik Nowak (2014).  Der GASAG Kunstpreis umfasst neben der Ausstellung in der Berlinischen Galerie auch einen Katalog. Zur Jury 2016 zählten: Dr. Thomas Köhler und Dr. Stefanie Heckmann (Berlinische Galerie), Heike Mertens (Schering Stiftung Berlin), Birgit Rieger (Tagesspiegel), Dr. Ursula Ströbele (Universität der Künste Berlin), Dr. Julia Wallner (Georg Kolbe Museum, Berlin)