Starke Frauen in der Oper – der Berliner Opernpreis 2018 

Die Gewinner des BERLINER OPERNPREIS, dem von Neuköllner Oper und GASAG seit 1997 ausgeschriebenen Wettbewerb, stehen fest:

Die Jury entschied sich, beide Künstlergruppen mit ihren jeweiligen Inszenierungen „Arianna, Ariadne, Ariane“ und „Prothesen der Autonomie“ zu gleichen Teilen auszuzeichnen.

Die Preisträgerarbeiten wurden gestern in der Kirche St. Elisabeth/Berlin Mitte uraufge-führt und anschließend bewertet. In Anwesenheit des Staatssekretärs für Kultur und Europa, Dr. Torsten Wöhlert, übergaben Dr. Lothar Kramm, Vorsitzender des GASAG-Aufsichtsrats, und Eckhardt Barthel, Vorstand Neuköllner Oper e.V., die Preise. Die In-szenierungen sind am 25. und 26. Mai nochmals in St. Elisabeth zu sehen.

„Während uns bei Arianna, Ariadne, Ariane die Fähigkeit überzeugte, für die Stimme zu schreiben und emotionale Klangbilder aus einer affirmativ-romantischen Grundhaltung zu gestalten, beeindruckte uns bei Prothesen der Autonomie die Farbigkeit der Komposition und eine zwingende Inszenierung eines zum Teil sehr komplexen, intellektuell-diskursiven Werks,“ sagte Bernhard Glocksin, Künstlerischer Leiter der Neuköllner Oper und Mitglied der sechsköpfigen Jury.

„Ich freue mich sehr über diese inspirierenden Inszenierungen des heutigen Abends“, so Dr. Lothar Kramm, Vorsitzender GASAG-Aufsichtsrat, nach der Preisverleihung. „Erneut hat die Neuköllner Oper bewiesen, dass sie etwas von aktuellem, zeitgenössischem Musiktheater versteht und eine wunderbare Nachwuchsarbeit betreibt. Es ist schön, dass wir die Neuköllner Oper seit über 21 Jahren als Partner an unserer Seite haben. Ich wünsche mir mehr davon.“

Der BERLINER OPERNPREIS 2018 hatte unter dem Thema TAKE IT OR LEAVE IT zu einem neuen Umgang mit dem Erbe aus 400 Jahren Musiktheatergeschichte aufgerufen.

Das Team um Tom Smith und Caitlin van der Maas thematisiert den Ariadne-Mythos - drei Frauen sind auf einer Insel gestrandet, verlassen von ihren Männern. Drei Perspektiven, Sprachen, Zeiten und musikalische Idiome vermischen und ergänzen sich und formen ein neues Lamento d‘Arianna.

Thierry Tidrow, Zsófia Geréb sowie Franziska vom Heede entwerfen in Prothesen der Autonomie – eine Sci-Fi Oper einen futuristisch-komödiantischen Blick auf das Jahr 2180 und auf »Reklamations- und Wartungszeiten der Gewerkschaft zur Verhinderung emotional belastender Arbeiten«. Denn zweifellos ist die gute alte Oper mit ihren leidenden Heroinen keiner modernen Sängerin zumutbar. Folglich übernimmt die Rolle der leidenden Heroin ein Roboter. Aber auch dieser hat so seine eigene Meinung und Macken.

36 Einsendungen aus neun Ländern gab es für den Wettbewerb, der für einen erweiterten Musiktheaterbegriff und neue Produktionsformen steht. Aus den Einsendungen hatte eine fünfköpfige Jury sechs Konzepte ausgewählt, die zunächst von ihren Autoren in einem Workshop erläutert wurden. Am Ende dieses Workshops wurden zwei Arbeiten bestimmt, die dann mit einem Produktionsstipendium an der Neuköllner Oper ausge-arbeitet wurden. 

Der BERLINER OPERNPREIS 2018 in Kürze
Aufgabe: Umsetzung eines halbstündigen Werks zum Thema TAKE IT OR LEAVE IT!
Preise: Produktionsstipendium von 10.000 Euro pro Team. Jedes Team erhält außerdem ein Preisgeld in Höhe von 3.500 Euro.
Preisverleihung: 23. Mai, Kirche St. Elisabeth, Berlin
Öffentliche Aufführungen: 25./26. Mai, 20 Uhr Kirche St. Elisabeth, Berlin

Jurymitglieder: Thomas Desi – Festivalleiter „Musiktheatertage Wien“ | Arash Safaian – Komponist, München | Mária Szilágy – Festivalleiterin, Budapest | Wiebke Roloff – Opernwelt | Andreas Altenhof – Direktorium Neuköllner Oper, Berlin | Bernhard Glocksin – Künstlerischer Leiter Neuköllner Oper

 
180524 Beteiligte Berliner Opernpreis 2018_Foto Phillip Plum
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