E.DIS und GASAG kooperieren bei Power-to-Gas-Projekt

15. Januar 2019 – E.DIS und GASAG haben eine Kooperationsvereinbarung zur Entwicklung eines Power-to-Gas-Projekts (P2G) in Ketzin im Brandenburgischen Havelland abgeschlossen. Bei P2G wird mit regenerativ erzeugtem Strom durch Elektrolyse Wasserstoff erzeugt. Dieser „grüne Wasserstoff“ kann einerseits in das vorhandene Gasnetz eingespeist werden, wodurch dessen riesige Speicherkapazität genutzt wird. An anderer Stelle kann der Wasserstoff als Beimischung zum Erdgas entnommen und für die Wärme- und Stromerzeugung genutzt werden. Damit wird ein Beitrag zur Dekarbonisierung – also zur CO2-Reduzierung – im Wärmesektor geleistet. Andererseits kann der grüne Wasserstoff auch im Verkehrssektor etwa bei brennstoffzellengetriebenen PKW, Bussen, Nutzfahrzeugen, Schienenfahrzeugen oder sogar Schiffen zur Emissionsreduzierung eingesetzt werden. Damit leistet P2G als sogenannte „Sektorenkopplungstechnologie“ einen wesentlichen Beitrag zur erfolgreichen Energiewende in Deutschland.

Der in Brandenburg ansässige Energiedienstleister E.DIS und die Berliner GASAG gehen nun in die Entwicklung des P2G-Projektes am Standort Ketzin. Unterstützt werden sie dabei von der EMB Energie Mark Brandenburg, einem Unternehmen der GASAG-Gruppe, die u.a. einen Standort einbringt. Konkrete Ziele in dieser ersten Phase der Zusammenarbeit sind die gemeinsame Erstellung der Planung sowie die Erlangung der Genehmigung für die Errichtung und den Betrieb einer solchen Anlage.

Der Standort ist aus Sicht der Partner für ein solches Vorhaben prädestiniert, da neben dem benachbarten Winderzeugungsgebiet Nauener Platte mit rund 300 Windkraftanlagen auch die strom- und gasseitige leitungsgebundene Infrastruktur direkt vor Ort vorhanden ist. Am Standort betreibt die E.DIS Netz die Nieder- und Mittelspannungsnetze sowie ein 110 kV-Umspannwerk als Verknüpfungspunkt zum Hochspannungsnetz. Die NBB Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg, ein Unternehmen der GASAG-Gruppe, betreibt das örtliche sowie das regionale Gasnetz mit einem Übergabepunkt zum Hochdrucknetz der Ontras. Weiterhin betreibt die BMV Energie, an der die E.DIS neben diversen kommunalen Partnern beteiligt ist, eine Biogasanlage mit regenerativer Stromerzeugung sowie Biomethan-Aufbereitung. Diese Anlage ist jüngst um eine PV-Anlage erweitert worden.

Ziel der E.DIS ist die Errichtung eines „Energiewendelabors“ am Standort Ketzin, in dem gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Forschung Modelle der intelligenten Verknüpfung von regenerativer Energieerzeugung, Energieumwandlung (Power-to-X), Energiespeicherung und Energietransport weiterentwickelt und erprobt werden. Über dieses Vorhaben hatte E.DIS die Stadtverordnetenversammlung von Ketzin bereits im Sommer 2018 informiert. Damit soll Ketzin vor den Toren Berlins und Potsdams zu einem Ort werden, an dem die Energiewende vorangetrieben und erlebbar gemacht wird.

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Bei der Unterzeichnung: Dr. Jens Horn, Dr. Robert Sohst, Jürgen Schütt, Matthias Kamsteeg, Dr. Guido Bruch, Matthias Trunk und Thomas Borchers (v.l.n.r.)