Im Wind des Wandels

Was verbirgt sich hinter dem „InfraLab Berlin“ auf dem EUREF-Campus in Schöneberg, an dem auch die GASAG beteiligt ist? Vier Fragen an Klaus Wein, Leiter „Energiepolitik und CSR“ bei der GASAG.

Was ist eigentlich das InfraLab Berlin?

InfraLab ist ein Ideen- und Projektlabor der Infrastrukturunternehmen Berlins am EUREF-Campus in Berlin Schöneberg. Am InfraLab sind beteiligt: Stromnetz Berlin, Vattenfall Fernwärme, Berliner Wasserbetriebe, BVG, Berliner Stadtreinigung und die GASAG AG inklusive der Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg. Hier werden gemeinsam Projekte entwickelt und umgesetzt, die eine nachhaltige Stadtentwicklung Berlins positiv beeinflussen können. 

Wichtig ist den Partnern dabei insbesondere auch der Austausch mit der Berliner Wirtschaft, Start-ups, Politik und Verwaltung. Grundlage dafür sind einerseits die Handlungsfelder und Maßnahmen der „Smart City Strategie“ des Landes Berlins sowie das Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm – das hat zum Ziel, Berlin bis 2050 klimaneutral zu machen.  

Wieso macht die GASAG mit?

Die GASAG und auch die Unternehmen der GASAG Gruppe sind Klimaschutzpartner des Landes Berlins und unterstützen damit dessen energie- und klimapolitische Ziele. Dazu hat die GASAG auch eine Klimaschutzvereinbarung mit dem Land Berlin abgeschlossen, mit einer Laufzeit von 2011 bis 2020.
Darin verpflichtet sich die GASAG nicht nur zu einer erheblichen Senkung von CO2-Emissionen, sondern auch zur Vernetzung und Zusammenarbeit mit anderen wichtigen sogenannten „Unternehmen der Daseinsvorsorge“.

Deshalb ist das InfraLab für die GASAG auch ein wichtiger Baustein der Klimaschutzvereinbarung der GASAG mit dem Land Berlin. Kurzum: Durch das InfraLab werden Ideen, Kenntnisse und Ressourcen einzelner Unternehmen gebündelt und können so wirkungsvoller und effizienter entwickelt werden.    
 
Welche Herausforderungen sind es, denen sich das InfraLab stellen will?

Die derzeit gemeinschaftlich bearbeiteten Projekte der InfraLab-Partner nennen sich „Challenges“. Zurzeit gibt es fünf Challenges, die unterschiedliche Themenfelder umfassen. Zwei Challenges sind uns besonders wichtig: erstens einmal „Klimamacher“: Ziel dieses Projektes ist es, die Bildungsangebote der beteiligten Unternehmen zu vereinheitlichen und auf einer Online-Plattform den Berliner Schulen zugänglich zu machen. 

Ziel des „InfraLab Effizienz“-Projektes ist es, in einem Netzwerk die Energiemanagementaktivitäten der einzelnen Unternehmen durch regelmäßigen Erfahrungsaustausch weiterzuentwickeln und so den Energieverbrauch und die Energiekosten zu senken. Dieses Netzwerk ist bundesweit übrigens das erste, in dem sich die Infrastrukturdienstleister eines Bundeslandes zusammengetan haben.

Auf der Homepage des InfraLab Berlin findet sich das Stichwort „WindNODE“: Was verbirgt sich dahinter?

WindNODE steht für ein großes bundesweites Forschungsprojekt, das sich mit der Nutzung von erneuerbaren Energien im Nordosten Deutschlands beschäftigt. Ziel ist, die erneuerbaren Energien Wind und Sonne sinnvoll in das Gesamtsystem der Stromversorgung zu integrieren. Über 70 Partner gestalten in neun Arbeitspaketen die Energiewende aktiv mit – darunter die InfraLab-Unternehmen Berliner Wasserbetriebe, BSR, BVG, GASAG, Stromnetz Berlin und Vattenfall Wärme Berlin. 

Die GASAG hat im Rahmen des WindNODE-Programms auf dem EUREF-Campus eine „Power-to-Heat“ beziehungsweise „Power-to-Cold“-Anlage in der Energiezentrale des Campus errichtet. Hier wird überschüssiger Windkraftstrom genutzt: Über einen Elektrokessel kann der Überschussstrom zu Wärme umgewandelt und in das Wärmenetz des Campus abgegeben oder auch gespeichert werden. Für die Kälteerzeugung wird der Strom in Kältekompressionsmaschinen in Kälte umgewandelt und kann auch hier bei Bedarf in einem Kältespeicher zwischengespeichert werden. Diese Anlage ist die erste dieser Art in Deutschland!