Zehn Alltagstipps für ein klimaneutrales Leben

Laut Umweltbundesamt produzieren wir Deutschen pro Kopf rund 12 Tonnen Kohlendioxid (C02) im Jahr. Eigentlich dürfte es nur eine Tonne pro Bewohner sein, damit sich die Erde nicht weiter erwärmt. Und weil für den Wandel nicht nur die Politik gefragt ist, sondern wir alle, haben sich die Berliner „Fridays for Future“-AktivisteInnen Clara Marisa Mayer und Vincent Bartolain Gedanken gemacht, wie sie ihren eigenen C02-Abdruck in der Welt etwas verringern können. Hier geben sie alltagstaugliche Tipps, die sich einfach zu Hause nachmachen lassen.
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1. Den Strom auf Ökostrom umstellen

Da gibt es diverse Vergleichsportale im Internet, wo man ganz einfach nachschauen und vergleichen kann. Das kann wirklich jeder bequem und schnell online erledigen. Und nicht selten lässt sich mit dem Anbieterwechsel sogar Geld sparen. 
www.gasag.de/kampagne/strom

2. Generell Strom sparen

Denn laut BUND spart jede Kilowattstunde weniger im Bundesdurchschnitt 541 Gramm CO2. Dazu gehört auch, dass man die Stecker von elektrischen Geräten, die gerade nicht benötigt werden, stets aus ihren Steckdosen zieht. Denn was viele nicht wissen: Auch wenn Elektrogeräte auf „Stand-by“ geschaltet sind, ziehen sie noch Strom. Das belastet nicht nur unnötig die Umwelt, sondern kostet auch.

3. Regionale und saisonale Waren einkaufen

Am besten in Hofläden. Es gibt viele solcher Läden vor den Toren Berlins, die sich selbst aus der Innenstadt gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen lassen. Wenn der Einkauf schnell gehen muss: Auch im Supermarkt darauf achten, dass die Waren nicht um die halbe Welt geflogen oder CO2-aufwendig gelagert werden mussten. Lieber loses als in Plastik verpacktes Obst und Gemüse kaufen. Falls es abgewogen werden muss, lieber die dafür bereitgestellten Papiertüten als die Plastiktüten verwenden. Für den Transport nach Hause einen wiederverwendbaren Stoffbeutel mitnehmen.

4. Auf den Wäschetrockner verzichten

Denn der ist ein richtiger Klimaschädling: Ein Wäschetrockner verbraucht im Schnitt dreimal so viel Energie wie eine Waschmaschine. Und wenn man ehrlich ist, ist er in den meisten Fällen ziemlich überflüssig. Stattdessen lieber die Wäsche zum Trocknen auf der Wäscheleine aufhängen. Das dauert vielleicht einen Tag, aber das können die meisten sicher verkraften.

 
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5. Weniger Fleisch essen und dafür mehr Gemüse

Damit kann man unglaublich effektiv CO2 einsparen, denn für die Tierhaltung wird sehr viel Energie benötigt. Wer einen kleinen Balkon hat, kann sich sein Lieblingsgemüse auch zu Hause züchten. Für die meisten Küchenkräuter braucht es sogar nur eine Fensterbank. Und wer partout nicht aufs Fleisch verzichten will: Es hilft der Umwelt auch schon, wenn man seinen Fleischkonsum begrenzt.

6. Statt Auto den öffentlichen Nahverkehr nutzen

Der ist in Berlin super ausgebaut – und bedenkt man die ständigen Staus in der Hauptstadt, ist man mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oft sogar schneller am Ziel. Eine S-Bahnfahrt ist auch viel entspannter, als sich im Auto ständig auf den Verkehr und die Ampeln konzentrieren zu müssen. Und wer sich einfach nicht mit Bus, Tram oder Bahn anfreunden mag: Es gibt mittlerweile unzählige Carsharing-Angebote, an jeder Ecke stehen zur Leihe auch Fahrräder, Elektromotorroller und neuerdings Elektro-Scooter bereit.

7. Zum Haare waschen Shampoo-Blöcke verwenden

Die sehen aus wie Seifenblöcke und man bekommt sie in den gängigen Drogeriemärkten, in jeder „Lush“-Filiale oder in plastikfreien Supermärkten. Shampoo-Blöcke sind zwar in der Anschaffung etwas teurer als ein klassisches Shampoo aus dem Drogeriemarkt. Aber am Ende spart man dabei, denn so ein kleiner Block ersetzt den Inhalt von bis zu fünf Shampooflaschen. Shampoo-Blöcke haben außerdem den Vorteil, dass sie ohne Plastikverpackung daherkommen und frei von Mikroplastik und anderen Zusatzstoffen sind.

8. Zahnputzpastillen statt Zahnbürste und Zahnpasta benutzen

Keine Sorge: Auch die sind zahnärztlich geprüft und befürwortet. Eine Pastille zu zerkauen entspricht einer klassischen Zahnreinigung. Die Pastillen gibts in kleinen Glasfläschchen, die man immer wieder auffüllen kann. So lässt sich auch hier im Jahr sehr viel Plastikmüll einsparen.

9. Kleidung in Secondhand-Läden einkaufen

Auch auf Floh- und Tauschmärkten lassen sich tolle Dinge finden. Wer trotzdem unbedingt Firsthand einkaufen möchte, sollte zumindest darauf achten, dass die neuen Klamotten plastikfrei sind, möglichst nachhaltig produziert wurden und keine abartig weiten Transportwege hatten, um in Berlin im Laden zu hängen.

10. Gebt euch einen Monat Zeit, um die oben genannten Tipps auszuprobieren

Denn jede Veränderung des eigenen Lebensstils fällt am Anfang schwer. Ihr werdet aber merken, wie schnell ihr Euch daran gewöhnt. Und irgendwann ist es für Euch ganz selbstverständlich, nachhaltiger zu leben.