Sagt die Feldlerche: „Ich flieg’ auf Berlin!“

Tierisch groß, und immer tierisch was los – klar, wir reden von Berlin! Insbesondere vom Berlin der Tiere – denn die lieben die Stadt genauso wie wir Menschen. Sieben Tipps zur „kleinen Safari“. Von Derk Ehlert, dem Wildtierbeauftragen der Stadt Berlin
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Foto: Nathan Anderson, unsplash

Habichte: zu beobachten an der Luisen-Insel im Tiergarten

Eleganz in Reinkultur
„Geier Sturzflug“ ist eine Band aus Österreich. „Habicht Sturzflug“ ist eines der spektakulärsten Manöver in der Tierwelt – mit etwas Glück zu beobachten rund um die Luisen-Insel. Denn Futtersuche ist für den eleganten Greifvogel eine richtige Luftnummer.

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Biber: im Schlosspark Charlottenburg in Höhe des Belvedere

Bibervedere
In Bächen und Gräben zwischen Karpfenteich, Spree und dem Belvedere gibt es seit einigen Jahren überraschend wenig scheue Neubewohner: die Biber. Die wiegen acht Kilogramm (inklusive Zähne) und haben Hunger auf Holz. Deshalb werden wichtige Bäume auch mit Anti-Biber-Paste geschützt.

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Wanderfalken: Brutkasten am Roten Rathaus oder St. Marien-Kirche

Alle Tauben herhören!
So vergänglich ist Geschriebenes: Eben noch lobten wir den Habicht-Sturzflug als einzigartig – aber noch schneller ist der des Wanderfalken. Der wird annähernd halb so schnell wie ein Jumbojet, wenn er sich auf seine Beute stürzt: Tauben, Amseln, Stare. Eine tolle Geschichte: Lange Zeit galt er als so gut wie verschwunden in Deutschland – und jetzt schwirrt er wieder durch die Lüfte, mittenmang in Berlin!

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Amerikanische Sumpfkrebse: in den Tiergartengewässern in der Nähe des Cafés am Neuen See

Die Ausgesetzten
Vermutlich wurden sie von Tierhaltern heimlich ausgesetzt – jetzt treiben sich die rund zwölf Zentimeter langen Schalentiere mit Vorliebe in den Tiergartengewässern herum. Sie gelten zwar als „invasive Art“, also als potenziell gefährliche Öko-Eindringlinge, aber interessant anzusehen sind sie trotzdem.

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Fuchs und Kaninchen: in der Umgebung des Hauses der Kulturen der Welt

Wir sagen der Angie mal „Hallo“
Der Fuchs siedelt sich in Berlin am liebsten dort an, wo Hunde verboten sind. Er ist ja ein schlaues Kerlchen. Und rund ums Haus der Kulturen mag er insbesondere die „Subkultur“ der Baue grabenden Kaninchen. Die niedlichen Nager hat er nämlich zum Fressen gern. Beide, Fuchs und Kaninchen, machen dann auch mal Stippvisiten ins nahe Bundeskanzleramt.

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Feldlerchen: auf dem Tempelhofer Feld

Tirili-Tirili-Tirili!
Sie mag offene Flächen, brütet auf dem Boden und ist mit intensiver Landwirtschaft auf Kriegsfuß – kein Wunder, dass sich die hübsche Feldlerche auf dem Tempelhofer Feld eingefunden hat. Bewundernswert ist der ausdauernde „Singflug“ des Vogels: Die Feldlerche steht dann förmlich in der Luft, mit schwirrendem Flügelschlag, und trägt ihr hohes Tirilieren vor.

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Stare: in den Abendstunden in den Kastanien hinter dem Berliner Dom

Ein Berliner Schwarm!
Der abendliche Flug der Stare, vor der Kuppel des Doms, ist ein beeindruckendes Naturschauspiel. Und eines, das in Gefahr ist, behauptet der NABU: Die Allerweltsvögel würden klammheimlich immer weniger. Deshalb ist der Star 2018 ein richtiger Star: nämlich „Vogel des Jahres“.

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