Auswirkungen des Nahost-Konflikts auf die Energiepreise.
In Anbetracht der allgemeinen Berichterstattung zum Nahost-Konflikt und der damit einhergehenden Sperrung der Straße von Hormus sind Sie eventuell hinsichtlich der allgemeinen Versorgungslage und der Preisentwicklung an den Energiemärkten verunsichert. Dazu möchten wir Ihnen einige Informationen bereitstellen.
Die aktuellen Preisturbulenzen auf den Energiemärkten wirken sich derzeit nicht direkt auf unsere Bestandskundenpreise mit Ausnahme des dynamischen Strom-Tarifs aus. Wir verfolgen eine langfristige und vorausschauende Beschaffungsstrategie. Ein professionelles Portfoliomanagement ermöglicht es uns, kurzfristige Schwankungen an den Börsen abzufedern und unsere Kundinnen und Kunden vor abrupten Preissprüngen zu schützen.
Für unsere Bestandskundinnen und Bestandskunden sind wir aktuell optimistisch, die Gas- und Strompreise in diesem Jahr stabil halten zu können, können jedoch zum heutigen Zeitpunkt auf Preiserhöhungen bis zum Jahresende aufgrund der Entwicklung in der Nahost-Krise noch nicht hundertprozentig ausschließen. Gleichzeitig beobachten wir die Preisentwicklung und die gestiegene Volatilität sehr genau, um die besten Annahmen für die Zukunft treffen zu können.
Sollten die aktuell gestiegenen Preisniveaus für Gas und Strom länger anhalten, kann eine zukünftige Steigerung der Endkundenpreise nicht ausgeschlossen werden, da sich dann die höheren Marktpreise auch in der langfristigen Energiebeschaffung widerspiegeln können.
Fragen und Antworten rund um die aktuelle Energielage
Im Folgenden haben wir einige relevante Fragen und Antworten rund um die Versorgungslage und Preisentwicklung für Sie zusammengestellt.
Warum steigen derzeit die Energiepreise an den Handelsmärkten?
Die Preise für Energie hängen maßgeblich von internationalen Handelsmärkten ab. Bereits die Befürchtung möglicher Lieferunterbrechungen kann zu Preissteigerungen auf diesen Märkten führen. Die Handelsmärkte reagieren aktuell sehr sensibel auf politische Entwicklungen, wirtschaftliche Erwartungen und potenzielle Störungen der globalen Lieferketten. Gegenwärtig verursachen vor allem geopolitische Spannungen im Nahen Osten Unsicherheit. Im Mittelpunkt steht insbesondere die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für den weltweiten Öl- und Flüssiggastransport.
Warum steigt der Preis für Ökostrom an den Handelsmärkten, wenn fossile Energieträger wie Erdgas teurer werden?
Der Strompreis an der Börse ergibt sich aus dem Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage. Die Einspeisung ins Netz erfolgt nach einer Rangordnung: Zunächst kommen die günstigsten Erzeuger zum Einsatz – überwiegend erneuerbare Energien mit niedrigen Grenzkosten. Steigt der Bedarf, werden schrittweise auch teurere Kraftwerke zugeschaltet. Der Börsenpreis wird durch das zuletzt benötigte Kraftwerk bestimmt, also durch das teuerste, das noch benötigt wird, um den Gesamtstrombedarf zu decken. Dieses Prinzip wird als Merit-Order bezeichnet. Häufig ist aktuell ein Gaskraftwerk der letzte aktivierte Erzeuger. Steigen die Gaspreise, erhöht sich daher der Strompreis insgesamt – auch wenn ein Teil des Stroms aus erneuerbaren Quellen stammt.
Muss ich wegen der aktuellen Lage mit steigenden Energiepreisen für meinen bestehenden Laufzeitvertrag rechnen, wenn ich mich noch im Zeitraum der Festpreisphase mit eingeschränkter Preissicherheit befinde?
Nein. Laufzeitverträge mit einer Festpreisphase sowohl für Erdgas als auch für Ökostrom haben für die Dauer der Mindestvertragslaufzeit einen eingeschränkten Festpreis. Preisänderungen sind während der Festpreisphase nur aufgrund von Änderungen oder Neueinführungen von Steuern oder sonstigen gesetzlich veranlassten Kosten oder Umlagen möglich. Nach Ablauf der Festpreisphase ist GASAG jederzeit berechtigt, die Preise nach billigem Ermessen bei geänderten Beschaffungskosten oder der Änderung der staatlich veranlassten Kosten und Umlagen anzupassen.
Muss ich wegen der aktuellen Lage mit steigenden Energiepreisen für meinen bestehenden Laufzeitvertrag rechnen, wenn ich mich nicht mehr im Zeitraum der Festpreisphase befinde oder wenn mein Vertrag nie eine Festpreisphase hatte?
Nein. Die aktuellen Preisturbulenzen auf den Energiemärkten wirken sich derzeit nicht direkt auf unsere Bestandskundenpreise mit Ausnahme des dynamischen Strom-Tarifs aus. Wir verfolgen eine langfristige und vorausschauende Beschaffungsstrategie. Ein professionelles Portfoliomanagement ermöglicht uns, kurzfristige Schwankungen an den Börsen abzufedern und unsere Kundinnen und Kunden vor abrupten Preissprüngen zu schützen.
Muss ich mit einer Preissteigerung in der Gas-Grundversorgung rechnen?
Nein. Für Bestandskundinnen und Bestandskunden in der Gas-Grundversorgung bei GASAG sind wir aktuell optimistisch, die Gaspreise in diesem Jahr stabil halten zu können, können jedoch zum heutigen Zeitpunkt Preiserhöhungen bis zum Jahresende aufgrund der Entwicklung in der Nahost-Krise noch nicht hundertprozentig ausschließen. Gleichzeitig beobachten wir die Preisentwicklung und die gestiegene Volatilität sehr genau, um die besten Annahmen für die Zukunft treƯen zu können. Sollten die aktuell gestiegenen Preisniveaus für Gas länger anhalten, kann eine zukünftige Steigerung der Endkundenpreise nicht ausgeschlossen werden, da sich dann die höheren Marktpreise auch in der langfristigen Energiebeschaffung widerspiegeln können.
Ist meine Energieversorgung bei GASAG sicher?
Ja. Die Versorgung unserer Kundinnen und Kunden ist durch unsere Verfolgung einer langfristigen und vorausschauenden Beschaffungsstrategie gesichert.
Ist die Energieversorgung in Deutschland gesichert?
Ja. Die Energieversorgung in Deutschland ist stabil und gesichert.
Die Sperrung der Straße von Hormus hat wenig direkte Auswirkungen auf die physische Versorgung in Deutschland und Europa, weil nur ein geringer Anteil des in der EU verbrauchten Erdgases direkt aus Katar kommt.
Aktuelle geopolitische Entwicklungen können zwar die Preise an den Märkten beeinflussen, die Versorgungssicherheit ist davon grundsätzlich getrennt zu betrachten.