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10 Top Tipps für die Berlin Art Week 2019

Diese zehn Highlights darfst du auf der diesjährigen Berlin Art Week nicht verpassen

Die Förderung junger Berliner Kunst ist der GASAG seit jeher ein großes Anliegen. Deshalb engagieren wir uns mit dem GASAG Kunstpreis in Kooperation mit der Berlinischen Galerie, unserem Kunstraum mit wechselnden Ausstellungen am Hackeschen Markt, sowie als Sponsor der Berlin Art Week, die vom 11.–15. September mit zahlreichen Eröffnungen, zwei Messen, Panels, Führungen und Preisverleihungen stattfinden wird.

Wir haben Thomas Köhler, den Direktor der Berlinischen Galerie und Saskia Wichert vom Berlin Art Prize bei der Vielzahl an Veranstaltungen mal nach ihren Tipps für die kommenden Tage gefragt. Sowohl die Berlinische Galerie als auch der Berlin Art Prize haben sich der Förderung junger, aufstrebender Künstler*innen Berlins verschrieben, die einen als etablierter Partner, die anderen als noch junger Teil der Berlin Art Week-Familie. Was da so an Kunst-Empfehlungen rauspurzelt, ist also überaus spannend. Und damit sind wir auch schon mittendrin in unseren Tipps:

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links: friends outside Planet, 1992 © Wolfgang Tillmans . Courtesy Galerie Buchholz Berlin/Köln; rechts: Haus der Kulturen der Welt © Human Rights Tattoo

1. c/o Berlin

No Photos on The Dance Floor (Tipp von Thomas Köhler)

Nach dem Fall der Mauer im Jahr 1989 entstanden in Berlin überall neue Clubs, Bars, Galerien, Ateliers und Studios. Die wilde Clubszene der Stadt explodierte in dieser Zeit regelrecht und wird in der Ausstellung durch Fotografien, Videos und auch Partys im Rahmenprogramm wieder zum Leben erweckt. „No Photos on The Dance Floor“ ist die strikte Regel, die fast alle Berliner Clubs heute, dem Selfie-Wahn trotzend, noch verfolgen. Über diese Regel haben sich allem Anschein nach immer wieder Künstler*innen hinweggesetzt und die Ergebnisse kann man bei c/o anschauen.

2. Haus der Kulturen der Welt

Reading Bodies! (Tipp von Saskia Wichert)

14. September 2019, 16-24 Uhr
15. September 2019, 10-19 Uhr
Alle Veranstaltungen mit Simultanübersetzung DE/EN
Teilweise Übersetzung in deutsche Gebärdensprache

Haben Sie schon einmal von Corpoliteracy gehört? Wir alle wenden es täglich mehrfach an, egal ob auf digitaler oder analoger Ebene. Bei Corpoliteracy handelt es sich um die Körperlesekunde. Wir versuchen damit die Zeichen und Körpersprache anderer Menschen zu lesen, um sie in Kategorien einordnen zu können. Diese entscheiden, ob wir jemanden annehmen oder ablehnen. Bei ›Körper lesen!‹ werden bei Panels, Performances, Workshops und interaktiven Formate diese Wahrnehmungen und Schlüsse daraus sowohl im Positiven als auch Negativen genauer untersucht, da sie der Schlüssel zu einer inklusiveren Gesellschaft sein können.

3. Kunst Werke – Institute for Contemporary Art

The Making of Husbands: Christina Ramberg in Dialogue (Tipp von Thomas Köhler)

Mit Christina Ramberg, einer 1946 geborenen und 1995 verstorbenen amerikanischen Künstlerin, stellen die  Kunst Werke in der Auguststraße eine in Deutschland nahezu unbekannte Malerin vor. Im Zentrum der Ausstellung steht eine Gruppe bizarrer, bisweilen erotisch düsterer Gemälde Rambergs, die um Arbeiten weiterer Künstler*innen erweitert werden, die von Rambergs künstlerischem Ansatz inspiriert wurden. Ihre Gemälde im Dialog mit den anderen ausgewählten Positionen versprechen eine inspirierende Entdeckung zu werden.

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links: © EAM Collection/Swana Pilhatsch; rechts: Christina Ramberg, Willful Excess, 1977. © the Estate of Christina Ramberg, Courtesy Sammlung / Collection of Karin Tappendorf

4. Neuer Berliner Kunstverein // n.b.k. Showroom

Candice Breitz. Labour (Tipp von Saskia Wichert)

Ausstellung 12. September bis 25. Oktober 2019
Eröffnungen 11. September 2019, 18 Uhr

Candice Breitz gehört zu den spannendsten Künstlerinnen der Gegenwart und fällt vor allem auf, weil sie sich nicht nur den Themen annimmt, die anderen längst zu unbequem wären, sondern auch weil sie diese auf besondere Art und Weise in ihren Videos an die Zuschauer*innen vermittelt. So lässt sie beispielsweise Erfahrungsberichte von Geflüchteten vor der Kamera von Hollywoodgrößen vortragen, weil diese beim Publikum mehr Empathie erzeugen als wenn sie von den Geflüchteten selbst vorgetragen werden. So schafft die Künstlerin es, uns mehr für die Mechanismen unserer eigenen Wahrnehmung zu sensibilisieren und sie zu hinterfragen. Zur Berlin Art Week präsentiert die gebürtige Südafrikanerin, die in Berlin lebt und bereits auf der Venedig Biennale ausstellte, erstmalig eine neue Videoarbeit unter dem Titel „Labour“.

5. Sammlung Elke und Arno Morenz

So war das Bauhaus Immaginista (Tipp von Thomas Köhler)

Bei der Sammlung von Elke und Arno Morenz, die in einem Charlottenburger Dachgeschoss immer wieder mit wechselnden thematischen Schwerpunkten ausgestellt wird, handelt es sich um eine der interessantesten Privatsammlungen der Stadt und einen Geheimtipp. Im Mittelpunkt steht die eigentlich eher literarisch ausgerichtete Bewegung der Lettristen, die ihr Zentrum im Paris der Nachkriegsjahre hatten. Zur Art Week zeigt die Sammlung mit Bauhaus Immaginista einen „Wiederbelebungsversuch“ der Bauhaus-Idee, die nach dem Zweiten Weltkrieg vom dänischen Maler Asger Jorn versucht wurde und im Jahr des Bauhausjubiläums etwas über den großen, immer noch andauernden Einfluss dieser Idee erzählt.

6. gr_und

GeoVanna Gonzalez: ‘Annex’ (Tipp von Saskia Wichert)

Performance und Talk: 12. September 2019, 18–22 Uhr

Eine besonders schöne Idee zum Neudenken von Ausstellungsräumen verfolgt die die in Miami und Berlin lebende Künstlerin GeoVanna Gonzalez. Passend zu ihrer Ausstellung When We Open Every Window veranstaltet sie mit „Annex“ ein Event, das neben einem Vortrag und einer Live-Performance vor allem eine Einladung an das Publikum ist, einen öffentlichen Raum auch als einen privaten zu nutzen. In der Ausstellung soll man entspannen, sich mit anderen Menschen treffen oder auch arbeiten können. Bei „Annex“ ist jede*r willkommen und kann die Installation im Raum auf sich wirken lassen, sich frei in ihm bewegen und auch gern malen, Musik hören, sich mit anderen austauschen oder lesen.

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© courtesy Anastasia Muna und gr_und

7. Datscha Radio

A Garden in The Air (Tipp von Thomas Köhler)

Datscha Radio ist eine seit 2012 aktive Berliner Radiokunst-Initiative, die sich für eine erweiterte Kultur des Radiomachens einsetzt. Zur Eröffnung der „Radio Seeds Bombs“ kann man sich zu einer klangkünstlerischen Intervention am 13. September im Humboldthain Club einfinden und auch sein eigenes Radio mitbringen. Oder man kann die Radiokunst von Kate Donovan, Niki Matita und Gabi Schaffner auch auf datscharadio.de hören, überall dort, wo man ins Internet kann. Eine neue Hörerfahrung wird den Besucher*innen der Website gewiss sein.

8. Julia Stoschek Collection

Wangshui (Tipp von Saskia Wichert)

Ausstellung 12. September bis 15. Dezember 2019
Eröffnung 11. September 2019, 19 bis 22 Uhr

In den Ausstellungsräumen von Julia Stoschek stehen Videoarbeiten im Fokus, die hier aufgrund der gegebenen Architektur besonders schön wirken können. Zur Art Week wird hier WangShuis erste Einzelpräsentation in Europa gezeigt mit einer Reihe von Arbeiten, die seit 2016 entstanden sind. In ihnen ist eine sensible Auseinandersetzung mit queeren Themen hinweg durch Kunst, Politik oder auch Architektur erkennbar, die sich in beeindruckend spürbaren Videos erleben lässt.

9. Gropiusbau

Durch Mauern gehen (Tipp von Thomas Köhler)

Der 30. Jahrestag des Mauerfalls ist Anlass dieser Gruppenausstellung im Gropiusbau, die Werke einer Reihe von zeitgenössischen Künstler*innen vereint, die sich mit dem leider immer noch erschreckend aktuellen Thema von Grenzen, Barrieren und Mauern als Instrumente gesellschaftlicher und politischer Kontrolle befassen. Das Separieren, das Ausgrenzen und Trennen scheint zu einem typischen zeitgenössischen Phänomen geworden zu sein und die Ausstellung fragt nach der Symbolkraft von Mauern und deren Wirkung als Mittel der Ausgrenzung.

10. TROPEZ

Sonderöffnungszeiten Berlin Art Week: 12.—14. SEP 2019, 14—17 Uhr (Tipp von Saskia Wichert)

In keinem anderen Freibad ließ sich der Berliner Sommer so schön aushalten wie bei TROPEZ  im Weddinger Sommerbad Humboldthain. Denn hier gibt es nicht nur die gewünschte Abkühlung, sondern danke der Initiative TROPEZ mittlerweile auch zahlreiche Veranstaltungen von Künstler*innen, Musiker*innen und Autor*innen. So kann man neben der klassischen Freibadpommes rund um den Kiosk auch noch Kunst, Musik und Lesungen genießen, was von den Berliner*innen mit großer Freude angenommen wird. Zur Berlin Art Week öffnet das Bad zu Sonderöffnungszeiten noch einmal seine Türen und das sollte man nicht verpassen!

Die Berlin Art Week findet vom 11.–15. September 2019 statt. In der Berlinischen Galerie wird es in diesem Zeitraum u.a. die Jubiläumsausstellung „Original Bauhaus“ zu sehen geben. Die neun Einzelausstellungen der neun Nominierten vom Berlin Art Prize 2019 laufen noch bis zum 27. September in 9 neun Projekträumen der Stadt. Die Preisverleihung findet als Teil der Berlin Art Week am 14. September 2019 im Atelierhaus des Flutgraben e.V. statt.