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Spurensuche mit GRIPS-Schauspieler Jens

Kein Theater ohne Strom: Mit Schauspieler Jens Mondalski hinter den Kulissen des GRIPS

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Kein Ton ohne Strom: "Die fabelhaften Millibillies" kommen ohne Kabel nicht aus. 
Geht Theater ohne Strom? Das wollten wir rausfinden und waren dehalb mit Schauspieler Jens Mondalski hinter den Kulissen der "Fabelhaften Millibillies" unterwegs. Und während wir stromhaltige Spuren suchen, hat Jens uns auch gleich noch ein paar Fragen beantwortet. Los geht's:

Jens, sag doch mal, was ist das Besondere am Kindertheater?
Diese Frage ist schwer zu beantworten. Das Besondere am Kindertheater im GRIPS ist für mich der direkte, unmittelbare Kontakt mit dem Publikum, der auch durch die besondere Form der Bühne im GRIPS bedingt ist. Die Kinder sehen uns, wir sehen die Kinder und die Kinder sehen sich einander selber beim Zuschauen zu. Das schafft ein unheimlich starkes Gemeinschaftsgefühl, zusammen eine Geschichte zu erleben. Kinder sind in ihrer Reaktion immer spontan und ehrlich. Das Staunen, Lachen oder Scham und Wut bekommen wir ungefiltert zurück. Gute, spannende und auch humorvolle Geschichten und Figuren zu erfinden, in denen die Kinder sich, ihre Sorgen, Ängste und Phantasien wieder erkennen können, ihnen Mut zu geben oder das Gefühl: "Du bist nicht alleine", ist eine besondere Aufgabe.

Wolltest Du schon als Kind Schauspieler werden?
Für mich als Kind, war Theater immer etwas, wo wir mit der Schule hin mussten. Doch einmal, weiß ich noch, ging ich mit meinem Vater auf dem Weg zur Notaufnahme der Charité am Deutschen Theater vorbei. Durch ein Fenster konnte ich in einen Proberaum gucken, wo gerade in Kostümen gefochten wurde. Das war unglaublich und genau das wollte ich auch können und dann Zorro sein.

Was war für Dich bisher der schönste Moment auf der Bühne?
Einmal kam ein Kind nach einer Vorstellung zu mir und fragte mich: "Bist du ein Kind oder ein Mann?" Es konnte nicht überein bringen, dass der Achtjährige auf der Bühne plötzlich ein Erwachsener ist. Das ist ein wunderbares Kompliment.

Gab es während einer Vorstellung schon mal einen Stromausfall?
Nun, bisher habe ich noch keinen erlebt, jedenfalls keinen der nicht inszeniert war.

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Was sind die typischen Pannen im Theater und wie geht Ihr damit um?
Die klassische Pannen sind natürlich Texthänger oder Requisiten die dann nicht da sind wenn man sie braucht. Aber auch ein falsches Kostüm oder eine fehlende Perücke kommen mal vor. Was anderes ist es, wenn ein Kollege während der Vorstellung erkrankt oder sich verletzt. Theater ist live. Da kommt es dann auf das Stück an wie man damit umgeht. Wir sind ein eingespieltes Ensemble und können über manches herüber improvisieren. Meistens ist eine Panne auch etwas Besonderes für das Publikum. Die Schauspieler in Not kann auch sehr ehrlich komisch sein und man teilt mit allen dieses Erlebnis.

Welche Gemeinsamkeiten haben Du und Deinen Figuren Jay Jay und Tobi?

Zum Glück erging es mir als Kind nicht wie Tobi, aber ich kenne Kinder denen es so oder so ähnlich ergeht. Mit Jay Jay teile ich die Liebe zum Bass und zum Musik machen.

Hast Du ein Lieblingsstück?
Ich spiele in vielen und auch sehr unterschiedlichen Stücken mit. Die Arbeit und die Proben daran sind immer kleine Liebeserklärungen. Doch es ist schon erstaunlich,  dass ein Abend mit der Linie 1 nach 500 Vorstellungen für mich immer noch ein großartiges Erlebnisse ist, und gemeinsam mit den Musikern eine erstaunliche Ensembleleistung.

Welchen Schauspiel-Kollegen würdest Du gerne mal treffen?
Auf der Bühne oder zum Bier?

Und hast Du Vorbilder?
Ich tue mich etwas schwer mit dem Begriff Vorbild. Natürlich gibt es viele Menschen, deren Leben oder Arbeit ich bewundere, und aus denen ich Fragen für mein eigenes Leben ableite. Das sind Musiker, Schauspieler, Wissenschaftler und meine liebe Oma Emmy. Aber die Frage nach dem einen Vorbild ist für mich, wie die Frage nach meiner Lieblingsfarbe – ich mag es gerne bunt.

Was wünschst Du Dir für das Kindertheater der Zukunft?
Theater für Kinder sollte für alle zugänglich und bezahlbar sein. Das geht nicht ohne Subventionen. Sparmaßnahmen an Kultur und Bildung sind ein großer „nachhaltiger“ Fehler. Ich wünsche mir mehr gute Autoren, die mit Herz und Köpfchen für Kinder schreiben wollen.