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Gaspreisbremse – So will die Regierung Verbraucher entlasten

Um die Auswirkungen der Gaspreiskrise auf die Verbraucher abzumildern, setzt die Bundesregierung auf eine Gaspreisbremse. Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Was ist die Gaspreisbremse?


Im vergangenen Jahr sind die Gaspreise gestiegen wie nie zuvor. Als erstes machte sich dies bei den Versorgern bemerkbar, die den Kostenanstieg an die Verbraucherinnen und Verbraucher weitergaben. Für viele stellen die Mehrkosten eine große finanzielle Belastung dar. Mit einer Gaspreisbremse will die Regierung nun dafür sorgen, dass die Kosten für Verbraucher nicht ins Unermessliche steigen und damit die sichere Versorgung gewährleisten. 

Wie funktioniert die Gaspreisbremse?


Der Preisdeckel liegt bei 12 Cent pro Kilowattstunde für Gas und bei 9,5 Cent pro Kilowattstunde für Fernwärme. Allerdings gilt die Gaspreisbremse nur für 80 Prozent des im September 2022 prognostizierten Jahresverbrauchs.

Das heißt: Verbrauchen Kunden höchstens die prognostizierten 80 Prozent, müssen sie für ihren Gesamtverbrauch nur die gedeckelten 12 Cent bezahlen. Jede verbrauchte Kilowattstunde, die über die 80 Prozent hinausgeht, kostet Verbraucher den mit dem Anbieter vertraglich festgelegten Preis. Das sollen die Verbraucher zum Sparen anregen. Was genau das rechnerisch bedeutet, veranschaulicht die Beispielrechnung weiter unten.

Ab wann gilt die Gaspreisbremse – und bis wann?


Die Gaspreisbremse startet im März 2023, greift rückwirkend auch für Januar und Februar 2023 und wird bis zum 30. April 2024 gelten.

Bereits im Dezember unterstützte die Bundesregierung Verbraucher mit einer Soforthilfe und erstattete die Abschlagszahlung für Gas und Wärme für den kompletten Monat – unabhängig vom tatsächlichen Verbrauch. Auch hierfür galt als Grundlage der im September 2022 prognostizierte Jahresverbrauch.

Beispielrechnung Gaspreisbremse


Eine vierköpfige Familie, die auf 100 Quadratmetern wohnt, verbraucht im Jahr durchschnittlich etwa 15.000 kWh – das entspricht 1.250 kWh im Monat. Vor Beginn der Gaspreiskrise lagen die Kosten für eine Kilowattstunde Gas bei knapp 6 Cent. Daraus ergaben sich monatliche Gaskosten von 75 Euro.

Rechnung: 15.000 kWh/12 Monate x 0,06 €/kWh = 75 €/Monat

Mittlerweile bezahlen Verbraucher etwa 20 Cent pro Kilowattstunde Gas. Zwischenzeitlich betrug der durchschnittliche Gaspreis sogar mehr als 40 Cent pro Kilowattstunde. Für unsere Beispielrechnung gehen wir von Gaskosten in Höhe von 30 Cent pro Kilowattstunde aus.

Rechnung: 1.250 kWh x 0,3 €/kWh = 375 €/Monat

Ohne die Gaspreisbremse betrügen die monatlichen Gaskosten so 375 Euro. Die Mehrkosten für den Familienhaushalt lägen bei 300 Euro pro Monat.

Durch die Gaspreisbremse müssen Endkunden nur für den Anteil ihres Verbrauchs die vollen 30 Cent pro Kilowattstunde bezahlen, der über 80 Prozent ihres prognostizierten Jahresverbrauchs hinausgeht. Für den Rest fällt der gedeckelte Preis von 12 Cent an. Zur Vereinfachung gehen wir davon aus, dass der Gasverbrauch der Familie der September-Prognose entspricht. Die monatlichen Gaskosten betragen in diesem Fall 195 Euro. Die Mehrkosten für die Familien liegen so bei 120 Euro im Gegensatz zu den Gaskosten vor Beginn der Gaspreiskrise.

Rechnung: 1.250 kWh x 0,8 x 0,12 €/kWh + 1.250 kWh x 0,2 x 0,3 €/kWh = 195 €/Monat

Durch die Gaspreisbremse spart die Familie in dieser beispielhaften Rechnungen 180 Euro pro Monat. Der Grundpreis findet bei den Beispielrechnungen keine Beachtung.

Wer profitiert von der Gaspreisbremse?


Neben den privaten Haushalten werden Vereine sowie kleine und mittlere Unternehmen mit einem Gasverbrauch von weniger als 1,5 Millionen Kilowattstunden im Jahr von der Gaspreisbremse profitieren.

Auch für Industriekunden wird es einen Preisdeckel geben: Dieser soll ab Januar 2023 starten und 7 Cent pro Kilowattstunde für 70 Prozent des Gesamtverbrauchs betragen. Für Krankenhäuser und stationäre Pflegeeinrichtungen werden zudem Hilfsfonds eingerichtet, um deren flächendeckende Versorgung sicherzustellen.

Wie finanziert sich die Gaspreisbremse?


Für die Gaspreisbremse stellt die Bundesregierung Mittel in Höhe von 200 Milliarden Euro zur Verfügung. Das Geld entspringt dem bestehenden Wirtschafts- und Stabilisierungsfonds (WSF). Um die Gaspreisbremse zu finanzieren, wird die staatliche Schuldenbremse ausgesetzt.

Wie kann man die Gaspreisbremse in Anspruch nehmen?


Die Gaspreisbremse greift für Verbraucher automatisch, ohne dass sie etwas dafür tun müssen. Die Differenzbeträge zwischen gedeckeltem Kilowattstundenpreis und dem vertraglich festgelegten Preis werden den Anbietern von der Bundesregierung erstattet. Ähnliches gilt für die Strompreisbremse.

Gibt es auch Kritik an der Gaspreisbremse?


Ja. Kritiker bemängeln, die Gaspreisbremse sende falsche Signale. Sie vermuten, dass Verbraucher dadurch nicht zum Energiesparen animiert würden und dass der Preisdeckel sie sogar davon abhalte. Andere wiederum kritisierten, dass die Gaspreisbremse – mit Start März 2023 – zu spät kommt. In Folge dessen einigte sich die Regierung auf eine rückwirkende Deckelung der Preise für Januar und Februar 2023.

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