Batteriespeicher für eine PV-Anlage: Tipps für die Anschaffung.
Ein Batteriespeicher für eine PV-Anlage lohnt sich, wenn die Anlage mehr Strom produziert, als Sie sofort verbrauchen können. Wie groß sollte ein Batteriespeicher sein und was kostet die Anschaffung?
Inhaltsverzeichnis
- Wie funktioniert ein Batteriespeicher für Photovoltaik-Anlagen?
- Wie groß sollte ein Batteriespeicher für eine PV-Anlage sein?
- Batteriespeicher für Photovoltaik-Anlagen - was kostet das?
- Förderung für die Anschaffung von Batteriespeicher für eine PV-Anlage
- Häufig gestellte Fragen rund um Batteriespeicher bei einer PV-Anlage
Wie funktioniert ein Batteriespeicher für Photovoltaik-Anlagen?
Ein Batteriespeicher für eine Photovoltaikanlage können Sie sich wie eine Art großen Akku vorstellen, der den tagsüber erzeugten, aber nicht sofort verbrauchten Solarstrom speichert. Der überschüssige Strom wird also nicht ins öffentliche Netz eingespeist, sondern steht Ihnen selbst zur Verfügung, wenn die Sonne nicht mehr scheint.
Ein solcher Batteriespeicher für eine PV-Anlage sieht in der Regel aus wie eine große Box oder ein Schrank, der mehrere Batteriezellen enthält. Er kann zwischen 50 und 160 Kilogramm wiegen und ist in verschiedenen Kapazitäten erhältlich – von etwa 5 bis 40 Kilowattstunden (kWh). Moderne Speicher verwenden meist Lithium-Eisenphosphat-Batterien (LiFePO4), die als langlebig und sicher gelten. Ein Batteriespeicher wird üblicherweise im Haus installiert – zum Beispiel in einem Technikraum, in der Garage, im Keller. Der Batteriespeicher für die PV-Anlage kann aber auch draußen aufgestellt werden, wenn der Ort witterungsgeschützt ist.
Wie groß sollte ein Batteriespeicher für eine PV-Anlage sein?
Ein Batteriespeicher für eine PV-Anlage erfüllt seinen Zweck vor allem dann, wenn er den Strombedarf in den Abend- und Nachtstunden bis zum nächsten Morgen abdeckt. Auf diese Weise schließt der gespeicherte Solarstrom die „Sonnenlücke“ – also die Zeit ohne Sonneneinstrahlung – und macht den Bezug von externem Netzstrom überflüssig
Aber was bedeutet das nun für die Dimensionierung der Batteriespeicher für eine PV-Anlage? Die Verbraucherzentrale gibt einen groben Richtwert an: Pro 1.000 Kilowattstunden (kWh) Jahresstromverbrauch sollte etwa 1 kWh Speicherkapazität eingeplant werden. Bei kleineren PV-Anlagen gilt außerdem, dass die Speicherkapazität in Kilowattstunden nicht wesentlich größer sein sollte als die Anlagenleistung in Kilowattpeak (kWp).
Beispiel:
Ein Haushalt mit einer 5-kWp-Photovoltaikanlage und einem Jahresverbrauch von 5.000 kWh benötigt nach dieser Faustregel einen Stromspeicher von rund 5 kWh.
Falsche Dimensionierung vermeiden mit drei Faustformeln
Eine der größten Risiken beim Kauf eines Batteriespeichers für die PV-Anlage ist die falsche Dimensionierung. Ist der Speicher zu groß, zahlen Sie für Kapazität, die Sie gar nicht nutzen. Ist er dagegen zu klein, bleibt der Eigenverbrauch gering und das mögliche Sparpotenzial wird nicht ausgeschöpft.[SA1]
Um Fehleinschätzungen bei der Wahl der richtigen Batteriespeicher-Größe zu verhindern, hat die Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Berlin drei Faustformeln entwickelt:
1. Nur wenn ausreichend Solarstromüberschüsse anfallen, sollte ein Batteriespeicher installiert werden. Heißt: Die PV-Leistung sollte sich auf mindestens 0,5 kW je 1.000 kWh/a Stromverbrauch belaufen.
2. Damit der Batteriespeicher im Verhältnis zur PV-Anlage nicht zu groß ist, sollte die nutzbare Speicherkapazität auf maximal 1,5 kWh je 1 kW PV-Leistung begrenzt sein.
3. Die Größe des Batteriespeichers sollte an den Stromverbrauch angepasst sein, indem die nutzbare Speicherkapazität maximal 1,5 kWh je 1.000 kWh/a Stromverbrauch beträgt. Der Wert entsprich ungefähr dem durchschnittlichen Stromverbrauch in der Nacht.
Batteriespeicher für Photovoltaik-Anlagen - was kostet das?
Diese Frage lässt sich pauschal nicht beantworten. Die genaue Kostenhöhe hängt von vielen Faktoren ab – beispielsweise von der Größe der Anlage, dem Hersteller, vom Speichersystem (AC- oder DC-System) sowie vom Funktionsumfang ab.
Die gute Nachricht: Die Kosten für die Anschaffung eines Batteriespeichers für Photovoltaik sind in den letzten Jahren deutlich gesunken und werden es wohl in Zukunft auch weiter tun. Die Verbraucherzentrale begründet dies mit den weltweit riesigen Produktionskapazitäten für Lithium-Ionen-Batterien, die derzeit aufgebaut werden.
Zweite gute Nachricht: Die Befreiung von der Umsatzsteuer (oder Mehrwertsteuer) gilt auch für alle wesentlichen Komponenten einer Photovoltaik-Anlage – also auch für einen Batteriespeicher.
Sie wünschen sich darüber hinaus konkrete Zahlen, um ein Gefühl für den Anschaffungspreis zu bekommen? Dann helfen Ihnen sicher diese groben Schätzungen weiter: Die Preise für Batteriespeicher inklusive Installation liegen in Deutschland derzeit bei etwa 400 bis 800 Euro pro Kilowattstunde Speicherkapazität.
Wie gesagt: Tendenz fallend. Kleinere Batteriespeicher kosten pro Kilowattstunde in der Regel deutlich mehr als größere. Wichtig zu wissen: Batteriespeicher sind häufig im Paket mit einer PV-Anlage günstiger.
Förderung für die Anschaffung von Batteriespeicher für eine PV-Anlage
Wer sich für die Anschaffung eines Batteriespeichers für seine PV-Anlage entscheidet, kann etliche Fördermöglichkeiten in Anspruch nehmen.
Hier ein Überblick:
| Förderung |
|
|---|---|
| KfW-Bank | Die KfW-Bank finanziert unter anderem die Anschaffung und Installation von Batteriespeichern für eine PV-Anlage mit einem zinvergünstigten Kredit. |
| Regionale Zuschüsse | In manchen Regionen erhalten sie Investitionszuschüsse von bis zu 300 Euro pro Kilowattstunde installierte Speicherkapazität. |
| Ermäßigung des Netzgeldes | Sie erhalten eine Ermäßigung des Netzentgelts von bis zu 190 Euro pro Jahr, wenn Ihr Batteriespeicher nicht nur einen Solarstrom, sondern auch normalen Netzstrom speichern kann. |
| Direktvermarktung | Wenn Ihr Batteriespeicher Ihren eigenen Solarstrom zusammen mit normalem Haushaltsstrom speichern kann und später ins Netz einspeist, können Sie künftig über die Direktvermarktung eine Vergütung erhalten. |
Häufig gestellte Fragen rund um Batteriespeicher bei einer PV-Anlage
Ist ein Batteriespeicher sinnvoll für PV-Anlagen?
Ein Batteriespeicher kann unter Umständen für PV-Anlagen sinnvoll sein. Voraussetzung ist jedoch, dass der Speicher passend dimensioniert ist und dadurch voll ausgenutzt wird. Ist das der Fall, können Sie von einem höheren Eigenverbrauch profitieren und benötigen weniger Strom vom Netz. Bei der Planung eines Batteriespeicher für Ihre PV-Anlage sollten Sie sich jedoch vorab gut von einem Fachbetrieb beraten lassen und bestenfalls eine Wirtschaftlichkeitsrechnung durchführen lassen, um sowohl die Investitionskosten, die Betriebskosten als auch den Amortisationszeitraum zu kennen.
Kann ich meinen Solarmodulen einen Batteriespeicher hinzufügen?
Ja, in der Regel können Sie Ihre PV-Anlage auch erst im Nachgang um einen Batteriespeicher ergänzen. Entscheidend ist jedoch, dass der Speicher technisch zur Anlage passt und richtig dimensioniert ist. Lassen Sie sich dazu unbedingt von einem Fachbetrieb beraten.
Wichtig zu wissen: Für die Anschaffung eines Batteriespeichers für Ihre PV-Anlage können Sie unter Umständen etliche Fördermöglichkeiten für sich nutzen.
Wie viele Batterien werden für eine 4-kW-Solaranlage benötigt?
Das lässt sich nicht pauschal sagen – die Zahl der benötigten Batterien hängt weniger von der Leistung Ihrer PV-Anlage, sondern vielmehr von Ihrer gewünschten Speicherkapazität und Ihrem individuellen Stromverbrauch ab.
Weitere Einflussfaktoren sind:
· gewünschter Autarkiegrad (z. B. wie viele Stunden oder Tage Sie ohne Netzstrom auskommen möchten)
· Batterietyp und nutzbare Kapazität (DoD)
· Verluste durch Lade- und Entladevorgänge sowie den Wechselrichter
· technische Grenzen von Battery Management System (BMS) und Wechselrichter
Um eine optimale Dimensionierung zu erreichen, empfiehlt es sich, von einem Fachbetrieb eine Beispielrechnung oder eine Simulation erstellen zu lassen. Nur so lässt sich verlässlich ermitteln, wie viele Batteriemodule für Ihre Anlage sinnvoll sind.