Wärmepumpenanlage

Hochtemperatur-Wärmepumpe: Die Alternative für den Altbau.

Im Unterschied zu konventionellen Wärmepumpen mit bis zu 65 70 Grad Celsius können Hochtemperatur-Wärmepumpen Vorlauftemperaturen von 80 bis 100 Grad Celsius erreichen. Wir verraten, was das bringt und für wen das bestens geeignet ist.

Was ist eine Hochtemperatur-Wärmepumpe?

Das Prinzip einer Hochtemperatur-Wärmepumpe ist dasselbe wie bei allen anderen Wärmepumpen: Wärme wird aus der Umgebung entzogen, um unter Einsatz von Strom ein Kältemittel zu erhitzen und verdichten, dass die Wärme wiederum an den Heizkreislauf abgibt. In unserem Ratgeber erklären wir die Funktion einer Wärmepumpe ausführlich.

Hochtemperatur-Wärmepumpen unterscheiden sich in einem einzigen, aber wichtigen Punkt. Sie können nämlich Temperaturen von bis zu 100 Grad Celsius erzeugen, während andere Wärmepumpen im Normalfall Temperaturen zwischen 50 und 60 Grad Celsius effizient erreichen.

Der Unterschied wird deutlich, wenn man den Kreislauf des Kältemittels betrachtet. Es zirkuliert in einem geschlossenen Kreislauf, der aus einem Verdampfer, einem Kompressor und einem Verflüssiger besteht. Um die Temperaturen auf ein höheres Niveau zu bringen, muss eine Hochtemperatur-Wärmepumpe das Kältemittel stärker komprimieren. Deshalb sind bei Hochtemperatur-Wärmepumpen größere Kompressoren und stärkere Antriebe verbaut.

Wärmepumpe im Garten

Funktionsweise einer Hochtemperatur-Wärmepumpe

Eine Hochtemperatur-Wärmepumpe funktioniert nach dem gleichen thermodynamischen Prinzip wie eine herkömmliche Wärmepumpe, jedoch mit speziellen Anpassungen für höhere Vorlauftemperaturen. Der geschlossene Kältemittelkreislauf besteht aus vier Hauptkomponenten: Verdampfer, Kompressor, Verflüssiger und Expansionsventil.

Im Vergleich zu Standard-Modellen sind bei Hochtemperatur-Wärmepumpen die Kompressoren größer und leistungsstärker.Diese Anpassung ermöglicht die Erzeugung von Vorlauftemperaturen bis zu 100 Grad Celsius, was besonders für Altbauten mit klassischen Heizkörpern wichtig ist. Die folgende Tabelle fasst die Funktion und Besonderheiten der einzelnen Bestandteile bei Hochtemperatur-Wärmepumpen zusammen.

Komponente

Funktion

Besonderheit bei Hochtemperatur-Wärmepumpen

Eine Zusammenfassung der Funktion und Besonderheiten der einzelnen Bestandteile.

Verdampfer

Wäremaufnahme aus Umgebung

Ausgelegt auf höhere Temperaturdifferenzen

Kompressor

Erhöhung von Druck und Temperatur des Kältemittels

Stärker dimensioniert, um bis 100 °C zu erreichen

Verflüssiger

Wärmeabgabe an Heizsystem

Für hohe Vorlauftemperaturen optimiert

Expansionsventil

Druck- und Temperaturabsenkung

Angepasst an höheren Betriebsdruck

Reglungselektronik

Steuerung des gesamten Prozesses

Muss größere Kompressoren effizient regulieren

Eine Zusammenfassung der Funktion und Besonderheiten der einzelnen Bestandteile.

Hochtemperatur-Wärmepumpe: Wie hoch ist der Stromverbrauch?

Der Stromverbrauch einer Hochtemperatur-Wärmepumpe liegt aufgrund des größeren Kompressors, der das Kältemittel stärker komprimiert, über dem Stromverbrauch von klassischen Wärmepumpen. Betreibt man zum Beispiel eine Hochtemperatur-Luftwärmepumpe mit 10 Kilowatt Leistung und benötigt diese 1.200 Betriebsstunden pro Jahr, so liegt der jährliche Stromverbrauch solch einer Hochtemperatur-Wärmepumpe bei 12.000 Kilowattstunden.

Wer eine kleinere Hochtemperatur-Wärmepumpe mit 5 Kilowatt Leistung betreibt und diese mit 1.800 Stunden überdurchschnittlich lange heizen lässt, muss mit einem Stromverbrauch von 9.000 Kilowattstunden pro Jahr rechnen. Wie viel Leistung eine Hochtemperatur-Wärmepumpe haben sollte, hängt von der Heizlast des Gebäudes ab. Diese lässt sich zum Beispiel mit einem Heizlast-Rechner ermitteln.

Gut zu wissen: Hochtemperatur-Wärmepumpen sind auch mit 20 Kilowatt und noch höherer Leistung erhältlich, sodass sie auch gut als Wärmepumpe für den Altbau ohne Dämmung geeignet sind. Entsprechend dimensionierte Hochtemperatur-Luftwärmepumpen für Heizkörper können ohne großen Zusatzaufwand installiert werden und beispielsweise eine alte Öl-Heizung ersetzen.

Wirkungsgrad einer Hochtemperatur-Wärmepumpe

Eine weitere wichtige Kenngröße beim Vergleich von Hochtemperatur-Wärmepumpen ist der Wirkungsgrad. Dieser fällt – ebenfalls aufgrund der höheren Kompression des Kältemittels – etwas geringer aus als bei Wärmepumpen, die niedrigere Temperaturen erzeugen.

Der sogenannte Coefficient of Performance (COP) gibt den theoretischen, unter Idealbedingungen ermittelten Wirkungsgrad der Wärmepumpe an. Gemeint ist damit das Verhältnis von Stromverbrauch zu erzeugter Wärmeenergie zu Stromverbrauch. Ein COP von 3 bedeutet: Mit einer Kilowattstunde Strom erzeugt eine Wärmepumpe drei Kilowattstunden Wärmeenergie. Bei Hochtemperatur-Wärmepumpen liegt der COP-Wert normalerweise im Bereich von 2 bis 3,5. Dies ist etwas niedriger als bei anderen Wärmepumpen, deren COP-Wert meist zwischen 3 und 5 liegt.

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Hochtemperatur-Wärmepumpe: Preis

Was eine Hochtemperatur-Wärmepumpe kostet, kommt darauf an, welches Modell mit welcher Leistung von welchem Hersteller für den vorgesehenen Einsatz optimal ist. Als groben Anhaltspunkt für die Kosten einer Hochtemperatur-Wärmepumpe kann man mit einem Preis zwischen 10.000 und 30.000 Euro kalkulieren.

Installationskosten, eventuelle Erschließung der Wärmequelle sowie mögliche Sanierungsmaßnahmen am Gebäude kommen dazu. Eine konkrete Prognose der anfallenden Kosten für eine Hochtemperatur-Wärmepumpe bekommt man im Rahmen einer professionellen Beratung zum Thema Wärmepumpe. Dabei werden auch aktuelle Fördermöglichkeiten einberechnet, die zum Zeitpunkt der Beauftragung gelten.

Zusammenfassend: Vor- und Nachteile von Hochtemperatur-Wärmepumpen

Hochtemperatur-Wärmepumpen sind eine interessante Alternative zu klassischen Wärmepumpen, insbesondere in Altbauten und Gebäuden mit hohen Vorlauftemperaturen. Die folgende Tabelle bietet einen kompakten Überblick über die wichtigsten Vor- und Nachteile der Technologie:

Vorteile

Nachteile

Die Vor- und Nachteile einer Hochtemperatur-Wärmepumpe.

Hohe Vorlauftemperaturen und damit ideal für Altbauten mit klassischen Heizkörpern und ggf. schlechter Dämmung oder aufwändiger Warmwasseraufbereitung

Geringere Effizienz als bei Standard-Wärmepumpen

Keine umfangreiche Gebäudesanierung notwendig

Hohe Anschaffungs- und Installationskosten

Geringerer Aufwand beim Heizkörpertausch und guter Ersatz für Öl‑ oder Gasheizung ohne Anpassung der Heizflächen

Komplexere Technik und potenziell höherer Verschleiß durch die hohe Leistung

Die Vor- und Nachteile einer Hochtemperatur-Wärmepumpe.

Fragen und Antworten zu Hochtemperatur-Wärmepumpen

Sind Hochtemperatur-Wärmepumpen wirschaftlich?

Ja, Hochtemperatur-Wärmepumpen sind wirtschaftlich, wenn sie bedarfsgerecht dimensioniert sind und das Gebäude effizient heizen können. Um eine wirtschaftliche Hochtemperatur-Wärmepumpe im eigenen Haus zu realisieren, ist eine professionelle Beratung ein guter Anfang.

Was kostet eine Hochtemperatur-Wärmepumpe?

Eine Hochtemperatur-Wärmepumpe kostet zwischen 10.000 und 30.000 Euro, zuzüglich Installationskosten. Durch staatliche Förderung lassen sich die Investitionskosten reduzieren. Lassen Sie sich dafür am besten direkt beraten.

Wie viel Strom verbraucht eine Hochtemperatur-Wärmepumpe?

Der Stromverbrauch einer Hochtemperatur-Wärmepumpe hängt von der Leistung und Effizienz des eingesetzten Modells sowie dessen jährlicher Laufzeit ab. Als groben Bereich kann man einen Wert zwischen 7.500 und 30.000 Kilowattstunden annehmen. Der tatsächliche Stromverbrauch lässt sich im Rahmen einer professionellen Beratung genauer ermitteln.