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Welche erneuerbaren Energien gibt es in Deutschland?

Bis 2045 sollen Strom und Wärme hauptsächlich aus regenerativen Energiequellen kommen, so wollen es die Klimaziele. Wir zeigen, welche erneuerbaren Energien Deutschland nutzt und wie viele Anlagen für Windkraft, Solar & Co. schon fleißig an der Energiewende arbeiten.

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Regenerative Energien sind Energieträger, die sich in kürzester Zeit selbst erneuern und uns als natürliche Ressourcen fast unendlich zur Verfügung stehen. Dazu zählen zum Beispiel Windenergie, Sonne und Wasserkraft. Warum sind erneuerbare Energien so wichtig? Je mehr wir davon nutzen, desto weniger müssen wir auf begrenzte fossile Energiequellen wie Kohle oder Öl zurückgreifen. Nachwachsende Energien tragen auch wesentlich zum Klimaschutz bei, denn sie helfen, Treibhausgase einzusparen. 2020 wurden so 227 Millionen Tonnen CO2 vermieden

Welche erneuerbaren Energien gibt es in Deutschland?

Windkraft

Eine sehr wichtige Energiequelle unter den Erneuerbaren ist die Windkraft. In Windkraftanlagen wird die Bewegungsenergie des Windes in Strom umgewandelt. Laut Bundesverband WindEnergie gibt es in Deutschland über 29.700 Windräder onshore, also auf dem Land, und knapp über 1.500 Windräder in Offshore-Anlagen auf See. 

Sonnenenergie

Rund 2 Millionen Photovoltaikanlagen transformieren Sonnenstrahlung in Deutschland aktuell in elektrische Energie, wie der Bundesverband Solarwirtschaft ermittelte. Dazu kommen 2,5 Millionen Solarwärme-Anlagen. Diese nutzen die Sonnenstrahlen, um Wasser oder andere Flüssigkeiten zu erhitzen und daraus Nutzwärme oder Strom zu gewinnen.

Biomasse

Biomasseanlagen gewinnen aus Holz, Pflanzen oder Pflanzenabfällen Biogas oder Biomethan. In Deutschland sind etwa 9.000 solcher Biogasanlagen in Betrieb. 

Geothermie

Unter Geothermie versteht man Erdwärme. Geothermiekraftwerke nutzen Erdwärme unterhalb der festen Erdoberfläche zur Energieerzeugung. 42 Anlagen für tiefe Geothermie mit einer Bohrtiefe über 400 Meter und mehr als 440.000 Anlagen für oberflächennahe Geothermie sind in Deutschland in Betrieb. Im kleinen Maßstab sind sie als Wärmepumpe fürs Eigenheim zu finden.

Wasserkraft

Die Strömungsenergie von Wasser wird in Wasserkraftwerken mithilfe von Turbinen vor allem in Strom umgewandelt. Auch GASAG | Ökostrom stammt aus Wasserkraftwerken. Rund 7.300 Wasserkraftanlagen produzieren Ökostrom in Deutschland.

Welchen Anteil erneuerbare Energien am Endenergieverbrauch haben 

455 Milliarden Kilowattstunden (kWh) Energie wurden 2020 aus regenerativen Quellen in Deutschland gewonnen – das entspricht 19,3 % unseres gesamten Endenergieverbrauchs. Zum Vergleich: Im Jahr 2004 waren es nur 6,2 %. Neben Strom umfasst der Endenergieverbrauch auch Wärme für das Heizen und Kraftstoffe für den Antrieb von Fahrzeugen. Der Anteil der erneuerbaren Energien am Gesamtenergieverbrauch wird in Zukunft weiter steigern, da sie im Rahmen der Energiewende immer weiter ausgebaut werden. Ziel für 2030: Die Erneuerbaren sollen 30 Prozent des Bruttoendenergieverbrauchs abdecken. 

Verteilung in den Sektoren Strom, Wärme, Verkehr

In den Sektoren Strom, Wärme und Verkehr haben die regenerativen Energien sehr unterschiedliche Anteile, wie Zahlen des Umweltbundesamtes zeigen. 

Strom 

Den größten Anteil verzeichnen die Erneuerbaren beim Strom: 45,4 % erreichte Ökostrom 2020 beim Bruttostromverbrauch. Schaut man sich die Nettostromerzeugung an, haben die erneuerbaren Energien 2020 sogar zum ersten Mal die fossilen Energieträger überholt. Betrachtet man den Zeitraum ab den 1990er Jahren, ist der Anteil mit leichten Schwankungen kontinuierlich gestiegen. Beim Stromverbrauch hat Windkraft mit 27 % den größten Anteil am Ökostrom, gefolgt von Photovoltaik mit 10,5 %, Biomasse mit 9,3 % und Wasserkraft mit 3,7 %. 

Wärme

Im Bereich Wärme machen die nachwachsenden Energien einen Anteil von 15,2 % aus. Die Entwicklung stagniert seit 2014. Feste Biomasse, besonders Holz und Holzprodukte, stellt zwei Drittel davon. Danach folgen gasförmige Biomasse und Geothermie. Solarthermie und flüssige Biomasse tragen dagegen nur einen sehr geringen Teil zur Wärmeversorgung bei. 

Verkehr 

Im Verkehrssektor hatten die erneuerbaren Energien 2020 den geringsten Anteil: Nur 7,3 % der benötigten Energie stammt aus regenerativen Quellen. Das ist allerdings ein starker Zuwachs im Vergleich zu den Vorjahren mit Werten unter 6 %.

Die Energiewende ist nicht nur Sache der Regierung – jeder kann sie mitgestalten und dafür sorgen, dass sich der Anteil der erneuerbaren Energien am Gesamtenergieverbrauch erhöht. Wie das geht? Einfach auf Ökostrom umsteigen  oder sich für Ökogas oder Bio-Erdgas entscheiden. Das Klima dankt!