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Keine Energiewende ohne Erdgas

Die thermische Verwertung von gespeicherter Energie ist ein zentraler Baustein in der Energieversorgung unseres Landes. Allerdings müssen wir nicht mehr wie unsere Vorfahren in grauer Vorzeit ganze Wälder abholzen, um die Kessel auf unseren Feuerstellen zum Kochen zu bringen. Längst haben wir deutlich potentere Brennstoffe gefunden, die uns quasi zu Füßen liegen – in den geologischen Formationen unseres Planeten. Einer der wichtigsten davon: Erdgas.

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Erdgas hat sich in Jahrmillionen aus den Überresten von Algen und Kleinstlebewesen gebildet, welche die urzeitlichen Ozeane rund um den Erdball bevölkerten. Ähnlich wie Erdöl ist es quasi ein Energiekonzentrat. Sein Brennwert ist mehr als doppelt so hoch wie das von geschlagenem Holz aus dem Wald. Und es ist heute wesentlich leichter zu lagern, zu transportieren und in der benötigten Menge zu fördern.

Erdgas erzeugt 44 Prozent der Wärme in Deutschland

Mit diesen Eigenschaften nimmt Erdgas heute wie früher eine wichtige Rolle bei der Energieversorgung ein. Im Sektor der privaten Haushalte ist Erdgas mit einem Anteil von circa 44 Prozent (Stand: 2017) wichtigster Energieträger am Wärmemarkt. Zu mehr als 90 Prozent wird das Erdgas in diesem Bereich zur Wärmeversorgung eingesetzt, weiß das Bundesministerium für Wirtschaft zu berichten. Ohne Erdgas bliebe im Winter so manche Wohnung kalt. Und das wird sich auch künftig kaum ändern.

Fossile Energien stehen zwar wegen ihrer negativen CO2-Bilanz in der Kritik. Doch anders als beim Erdöl kommt dem Erdgas eine hohe Wandlungsfähigkeit zugute. Im Wesentlichen besteht es aus sehr altem Methan, einem Gas, das äußerst leicht entflammbar ist. Allerdings lässt es sich auch sehr leicht mit modernen, nachhaltig produzierten Gasen mischen.

Biogase verwandeln Abfälle in wertvolle Energie

Am häufigsten geschieht dies mit Bio-Erdgas. Dabei handelt es sich ebenfalls um Methan. Dieses entsteht jedoch nicht natürlich über Millionen von Jahren in geologischen Formationen, sondern wird künstlich und im Schnellverfahren aus Überresten der Nahrungs- und Tierfutterindustrie erzeugt und zu Erdgas-Qualität veredelt. So werden Abfälle wieder nutzbar – eine Win-win-Situation für den Energie- und den Nahrungsmittelsektor. Und das Beste daran: Weil sich die beiden Gase so ähnlich sind, bedarf es keiner speziellen Lagerstätten oder Leitungen, um Biogase den Kunden zur Verfügung zu stellen.

Allerdings handelt es sich bei diesem Verfahren derzeit noch um eine Nischentechnologie, da lediglich Abfallprodukte ökologisch und ökonomisch sinnvoll für die Biogaserzeugung genutzt werden können. Mit 13 Terrawattstunden hatte es 2019 nur einen Anteil von 7,6 Prozent am Wärmeverbrauch in Deutschland. Das hat auch einen Grund: Kein Erzeuger möchte derzeit im großen Stil wertvollen Ackerboden für den Anbau von Mais oder Zuckerrüben opfern, die dann zu Biogas verarbeitet werden. So würden nur weitere Monokulturen entstehen, welche den Artenreichtum der Tier- und Pflanzenwelt reduzieren.

Mit dem Einsatz von Erdgas neue Energie aus Wasser gewinnen

Das macht aber gar nichts. Denn längst haben die Erdgasproduzenten eine andere Möglichkeit entdeckt, ihre Erfahrung und ihr Können im Dienste der Energiewende einzusetzen. Und arbeiten an Lösungen, wie sich das Speicher- und Transportproblem von Strom aus nachhaltigen Energiequellen wie Sonnenschein und Wind in den Griff bekommen lässt. Die Lösung ist so einfach wie überzeugend: In einem technisch nicht sehr aufwändigen Prozess nutzen sie den grünen Strom, um gewöhnliches Wasser in seine Bestandteile – Sauerstoff und Wasserstoff – aufzuspalten. Was in die Atmosphäre entweicht, ist dabei lediglich eine gute Prise Frischluft. Doch der gewonnene Wasserstoff hat das Potenzial, den Energiemarkt für immer zu verändern. Er besitzt ebenfalls hervorragende Eigenschaften als Brennstoff. Und er lässt sich ebenso problemlos wie Methan bis zu einem gewissen Prozentsatz Erdgas beimischen und dem bestehenden Kreislauf hinzufügen.

Die vorhandene, gut ausgebaute Infrastruktur für Erdgas zu pflegen, ist deshalb nicht nur eine Frage des Status quo. Vielmehr versetzt dies unser Land in die Lage, die Energiewende ohne Reibungsverluste über die Bühne zu bringen.