Wer sich für eine Solaranlage entscheidet, ist mit einem Speicher meist gut beraten, schließlich macht er Sie unabhängiger, weil Sie einen großen Anteil Ihres eigenen Solarstroms selbst verbrauchen können. Bleibt die Frage: Wie groß sollte ein PV-Speicher sein?
Bei der Frage, wie groß der PV-Speicher sein sollte, muss klar sein: Ohne Speicher gibt es für Ihren selbst produzierten Solarstrom nur zwei Möglichkeiten - entweder Sie verbrauchen ihn direkt selbst oder Sie speisen ihn in das allgemeine Stromnetz ein und erhalten dafür eine Einspeisevergütung. Seit 2000 wird die durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geregelt: Derzeit beträgt die Förderung 7,86 Cent pro Kilowattstunde (ct/kWh) für Photovoltaik-Anlagen mit weniger als 10 Kilowattpeak Leistung (kWp) und 6,80 ct/kWh für Anlagen bis 40 kWp.
Im Alltag ergibt sich für Privathaushalte oft folgendes Problem: Tagsüber, wenn der meiste Photovoltaik-Strom produziert wird, ist der Verbrauch gering. Die höchsten Stromverbräuche finden jedoch üblicherweise morgens und abends statt, wenn die Sonne nicht oder nur schwach scheint. Ein Photovoltaik-Stromspeicher kann diese Verschiebung ausgleichen, sodass Sie mehr von Ihrem selbst produzierten Strom auch selbst verbrauchen und nicht zu Marktpreisen aus dem allgemeinen Stromnetz beziehen müssen. Der tagsüber produzierte Strom steht dann abends zur Verfügung. Ein PV-Speicher steigert letzten Endes also den Autarkiegrad Ihres Haushalts.
Photovoltaik-Speicher: Größe ermitteln
Doch wie groß muss mein PV-Speicher sein, um genug Strom zu speichern und gleichzeitig nicht durch Überdimensionierung zu viel Geld und Platz zu kosten? Und wie lässt sich ausgleichen, dass die PV-Anlage über das Jahr verteilt unterschiedliche Mengen an Strom produziert und verbraucht, demnach also auch der Speicher auf das Jahr gesehen unterschiedlich stark genutzt wird?
Eine pauschale Antwort darauf gibt es nicht. Die optimale PV-Speicher-Größe hängt von mehreren individuellen Faktoren ab: Ihrem Stromverbrauch, Ihren Lastzeiten und der Leistung Ihrer PV-Anlage. Bevor Sie die Größe Ihres Speichers ermitteln, sollten Sie allerdings zunächst sicherstellen, dass Ihre PV-Anlage auch einen regelmäßigen Solarstromüberschuss produziert – andernfalls lohnt sich ein PV-Speicher nicht.
Stromverbrauch Ihres Haushalts
Werfen Sie zunächst einen Blick auf Ihre Stromrechnungen, sodass Sie den Stromverbrauch Ihres Haushalts genau kennen. Abrechnungen mehrerer Jahre helfen dabei, einen soliden Durchschnittswert zu ermitteln. Planen Sie, sich in den nächsten Jahren ein Elektroauto, eine Wärmepumpe oder einen sonstigen Stromverbraucher zuzulegen? Dann lohnt es sich, diese Anschaffungen schon im Voraus mit einzuberechnen – damit die PV-Speicher-Größe auch langfristig passend gewählt ist.
Zur Bestimmung der PV-Speicher-Größe: Lastzeiten analysieren
Wann verbrauchen Sie den meisten Strom? Steht Ihr Haus tagsüber leer, weil alle zur Arbeit oder zur Schule gehen oder arbeiten Sie von zu Hause? Verschlingen Sie abends eher Bücher oder lieber Filme in Ihrem stromintensiven Heimkino?
Beobachten und analysieren Sie das Verbrauchsverhalten Ihres gesamten Haushalts möglichst genau, um die Tageszeiten mit dem höchsten Stromverbrauch zu bestimmen. Beziehen Sie hierbei auch die Ausrichtung Ihrer Photovoltaik-Anlage ein. Mit Ost-West-Ausrichtung liegt Ihr Eigenverbrauchsanteil morgens und abends höher als bei Südausrichtung. Je größer Ihr Stromverbrauch ist, wenn die Sonne nicht auf Ihre PV-Module trifft, desto größer sollte Ihr PV-Speicher dimensioniert sein.
Leistung der PV-Anlage
Wenn Sie bereits eine Photovoltaik-Anlage betreiben, ist deren Leistung ebenfalls wichtig, um die optimale PV-Speicher-Größe zu ermitteln. Grundsätzlich gilt: Je mehr installierte Leistung, desto größer sollte auch der PV-Speicher dimensioniert sein. Grundsätzlich ist eine Speichergröße von 1 bis 1,5 kWh pro kWp Leistung empfehlenswert.
Wie groß sollte ein PV-Speicher sein: Faustregel zur Berechnung
Um die optimale Größe eines PV-Speichers zu bestimmen, gibt es zwei gängige Berechnungsansätze:
1.Berechnung anhand des Stromverbrauchs
2. Berechnung anhand der PV-Anlagengröße
Im Folgenden zeigen wir beide Methoden anhand von drei Beispielszenarien und erklären jeweils, warum die Ergebnisse unterschiedlich ausfallen können.
Die Szenarien umfassen eine vierköpfige Familie, die vor allem morgens und abends Strom nutzt, mit einem Stromverbrauch von 4.800 kWh/Jahr, ein Paar mit einem Stromverbrauch von 3.000 kWh/Jahr und eine Familie, in der die Eltern von zu Hause aus arbeiten mit einem Stromverbrauch von 5.200 kWh/Jahr.
Formeln zur Berechnung der PV-Speichergröße
1. Berechnung anhand des Stromverbrauchs
Wer die PV-Speicher-Größe anhand des Stromverbrauchs errechnen möchte, muss dafür den täglichen Stromverbrauch mit einem Faktor multiplizieren, der das Verbrauchsverhalten widerspiegelt. Für den täglichen Stromverbrauch teilt man einfach den Jahresverbrauch durch 365. Der Faktor liegt bei 0,5, wenn der größte Teil des Stroms morgens und abends verbraucht wird oder bei 0,3, wenn der Stromverbrauch hauptsächlich tagsüber erfolgt.
Hier orientiert man sich an der Leistung der Photovoltaikanlage. Eine Faustregel empfiehlt 1 bis 1,5 kWh Speicherkapazität pro installiertem Kilowattpeak (kWp). 1,0 kWh pro kWp ist dabei die konservative Auslegung, 1,5 kWh pro kWp die maximale Empfehlung.
Anhand der drei Szenarien möchten wir verdeutlichen, wie gut die Formeln in manchen Fällen funktionieren, aber auch, wie die Ergebnisse in anderen Situationen variieren können.
Szenario A: Vierköpfige Familie
Stromverbrauch: 4.800 kWh/Jahr → ca. 13,2 kWh/Tag
PV-Anlage: 6 kWp
Verbrauchsmuster: Hoher Verbrauch morgens und abends
Berechnungsergebnisse
Stromverbrauchsmethode: 13,2 kWh × 0,5 = 6,6 kWh
PV-Anlagenmethode: 6 kWp × 1 bis 1,5 = 6 bis 9 kWh
Die vierköpfige Familie hat ein klassisches Verbrauchsverhalten: Der größte Teil des Stroms wird morgens und abends benötigt, wenn die Sonne nicht scheint. Daher liegt der Faktor bei 0,5, was zu einer Speichergröße von 6,6 kWh führt. Die Faustregel zur PV-Leistung ergibt einen ähnlichen Wert von 6 bis 9 kWh. Da beide Methoden eng beieinanderliegen, ist ein Speicher von 6 bis 7 kWh optimal – groß genug, um Verbrauchsspitzen abzufangen, aber ohne unnötige Überdimensionierung.
Szenario B: Paar mit geringem Stromverbrauch
Stromverbrauch: 3.000 kWh/Jahr → ca. 8,2 kWh/Tag
PV-Anlage: 4 kWp Verbrauchsmuster: Hoher Verbrauch abends, wenig tagsüber
Berechnungsergebnisse
Stromverbrauchsmethode: 8,2 kWh × 0,5 = 4,1 kWh
PV-Anlagenmethode: 4 kWp × 1 bis 1,5 = 4 bis 6 kWh
Das Paar hat einen vergleichsweise niedrigen Jahresstromverbrauch. Da der Strom überwiegend in den Abendstunden verbraucht wird, ergibt sich aus der Stromverbrauchsberechnung ein Speicherbedarf von 4,1 kWh. Die PV-Faustregel empfiehlt bei einer 4 kWp-Anlage einen Speicher von 4 bis 6 kWh. Hier stimmen die Ergebnisse fast überein, sodass ein Speicher von 4 bis 5 kWh ausreichend sein sollte.
Szenario C: Familie mit Eltern im Homeoffice
Stromverbrauch: 5.200 kWh/Jahr → ca. 14,2 kWh/Tag
PV-Anlage: 6 kWp
Verbrauchsmuster: Gleichmäßiger Verbrauch durch Homeoffice
Berechnungsergebnisse
Stromverbrauchsmethode: 14,2 kWh × 0,3 = 4,3 kWh
PV-Anlagenmethode: 6 kWp × 1 bis 1,5 = 6 bis 9 kWh
Hier zeigt sich, wie die Wahl der Berechnungsmethode die Ergebnisse beeinflussen kann. Durch die Arbeit im Homeoffice wird tagsüber mehr Strom direkt verbraucht, wenn die PV-Anlage ohnehin Strom liefert. Deshalb reicht rein rechnerisch ein kleiner Speicher von 4,3 kWh. Die PV-Faustregel hingegen schlägt bei einer 6 kWp-Anlage einen Speicher zwischen 6 und 9 kWh vor. In diesem Fall wäre ein Mittelweg sinnvoll.
Berechnung der optimalen PV-Speicher-Größe: Faustregel abgleichen
Abhängig vom individuellen Verbrauchsverhalten und der PV-Anlagen-Größe, können die beiden Faustregeln zu unterschiedlichen Ergebnissen führen. Um die optimale PV-Speicher-Größe zu berechnen, lohnt es sich also, die Faustregeln miteinander abzugleichen – daraus ergibt sich ein Größenrahmen, in dem sich ihr Solarspeicher idealerweise bewegen sollte.
Individuellen Speicherbedarf per Photovoltaik-Beratung ermitteln
Die optimale Größe des PV-Speichers hängt letzten Endes von vielen und teils komplexen Faktoren ab, die die Dimensionierung unterschiedlich stark beeinflussen. Die genannten Faustregeln helfen Ihnen dabei, erste Anhaltspunkte für die Größenbestimmung zu erlangen, kommen aber mitunter zu unterschiedlichen Ergebnissen.
Zur optimalen Bestimmung der Größe Ihres PV-Speichers empfehlen wir Ihnen deshalb, unsere Photovoltaik-Beratung zu nutzen: Vereinbaren Sie hierfür einen unverbindlichen Beratungstermin mit unseren geschulten Solar-Beraterinnen und Beratern. Im Rahmen von GASAG | SOLAR stehen wir Ihnen mit Rat und Tat zur Seite und planen Ihre PV-Anlage mit Speicher gemeinsam mit Ihnen nach Ihrem individuellen Bedarf.
Fragen und Antworten zur PV-Speicher-Größe
Welche Größe sollte ein PV-Speicher für ein Einfamilienhaus haben?
Die optimale PV-Speicher-Größe für ein Einfamilienhaus hängt von verschiedenen Faktoren wie dem Stromverbrauch, dem Verbrauchsverhalten und der Anlagengröße ab. Bei einer Familie mit einem Jahresverbrauch von 4.800 kWh und einer PV-Anlage mit 6 kWp Leistung, empfiehlt sich bei klassischem Verbrauchsverhalten zum Beispiel eine Anlage von etwa 6 bis 7 kWh. Bei höheren Verbräuchen oder größeren PV-Anlagen kann auch ein Speicher von bis zu 8 kWh sinnvoll sein, um die Eigenverbrauchsquote weiter zu steigern.
Wann produziert die PV-Anlage am meisten Strom?
Die höchste Stromproduktion erreichen Photovoltaikanlagen in Deutschland während der Sommermonate, insbesondere im Juni und Juli, wenn die Tage lang sind und die Sonneneinstrahlung am stärksten ist. In dieser Zeit liefern PV-Anlagen oft den größten Teil ihres Jahresertrags. Auch die Monate April, Mai und August tragen erheblich zur Gesamtleistung bei. In den Wintermonaten hingegen sinkt die Stromproduktion, da die Tage kürzer sind und die Sonneneinstrahlung geringer ausfällt.
Wie hoch ist die Einspeisevergütung?
Für neu installierte PV-Anlagen bis 10 kWp liegt die Einspeisevergütung derzeit bei 7,86 Cent pro Kilowattstunde (Stand: September 2025). Die Vergütung wird alle sechs Monate leicht abgesenkt, sodass es sich lohnt, die aktuellen Sätze bei der Planung der PV-Speicher-Größe zu berücksichtigen.