Sonnenschein im Herbstwald

Gründe für Klimaschutz: Warum wir Gas geben.

Klimawandel, Treibhausgasemissionen und Energieversorgung gehören zu den meistdiskutierten Themen unserer Zeit. Doch welche Entwicklungen stehen dahinter und welche Maßnahmen werden aktuell diskutiert? Wir geben einen Überblick.

Klimawandel und aktuelle Herausforderungen

Es gibt viele Gründe für den Klimaschutz. Klimaschutz wird unter anderem mit den möglichen Auswirkungen des Klimawandels auf Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft begründet. Nachdem bereits das Bundesverfassungsgericht entschieden hat, beim Klimaschutz ordentlich aufs Tempo zu drücken, weist auch der Weltklimarat vehement auf die Dringlichkeit hin.

5 Gründe für den Klimaschutz

Wir haben fünf Aspekte zusammengestellt, die im Zusammenhang mit Klimaschutz häufig diskutiert werden.

1. Extreme Wetterereignisse nehmen zu

Extreme Hitzewellen, starke Regenfluten oder zerstörerische Wirbelstürme – die Folgen der Erderwärmung werden immer spürbarer und sind eine gute Begründung für Maßnahmen zum Schutz des Klimas. Inzwischen kommen die Schreckensbilder von Naturkatastrophen nicht mehr nur aus fernen Ländern. Auch vor unserer eigenen Haustür sieht man, welche Schäden angerichtet werden können. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet damit, dass Extremwetterereignisse wie beispielsweise die Starkregenfälle in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz im Juli 2021 durch die Klimaerwärmung in Zukunft häufiger und intensiver eintreten werden.

2. Je länger wie warten, desto mehr Kosten entstehen

Die Schäden, die durch den Klimawandel entstehen werden, kommen uns teurer zu stehen als die meisten Maßnahmen zum Klimaschutz – auch in Europa. Wir müssen nur an die großen Verluste und Kosten durch Überflutungen denken, die sich aufgrund des Klimawandels vermutlich weiter häufen werden. Die Bundesregierung geht davon aus, dass die Folgen Deutschland bis 2050 zwischen 280 und 900 Milliarden Euro kosten werden. In diesem Zusammenhang werden verschiedene Maßnahmen und Strategien diskutiert, um möglichen Folgekosten zu begegnen.

3. Neue Arbeitsplätze und Fachkräftebedarf

Die Weiterentwicklung der Energieversorgung und der Ausbau erneuerbarer Energien schaffen neue Aufgabenfelder und Beschäftigungsmöglichkeiten. Zwei Zahlen als Beispiel: Im Jahr 2019 haben laut Umweltbundesamt 6,5 Prozent aller Erwerbstätigen in Deutschland im Umweltbereich gearbeitet. In 2021 waren in Deutschland circa 344.100 Erwerbstätige im Bereich der erneuerbaren Energien beschäftigt. Mit dem Ausbau von Energieinfrastruktur, Stromerzeugung und weiteren Energietechnologien wächst auch der Bedarf an qualifizierten Fachkräften.

4. Noch ist er freiwillig

Bisher beruhen viele Maßnahmen im Bereich Energie, Emissionen und Ressourcennutzung auf freiwilligen Initiativen, während einzelne gesetzliche Vorgaben bereits für Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen gelten. Gleichzeitig werden auf nationaler und europäischer Ebene langfristige Ziele für die Weiterentwicklung von Energieversorgung, Infrastruktur und Wirtschaft verfolgt. Welche zusätzlichen Regelungen künftig erforderlich sein könnten, hängt von politischen Entscheidungen und den jeweiligen Rahmenbedingungen ab.

5. Die Auswirkungen auf Mensch und Tier

Dürren werden für Ernteausfälle und damit für Lebensmittelknappheit sorgen. Extreme Wetterereignisse führen zur Zerstörung von Wohnraum. Hitzewellen fordern Tote. Das Leben auf der Erde wird für uns Menschen (aber auch für Tiere und Pflanzen) unangenehmer oder sogar im Ernstfall sogar tödlich.

Klimaschutz vorantreiben – am besten schon gestern

Laut dem IPCC-Bericht des Weltklimarats könnte die Erderwärmung schon im Jahr 2030 die 1,5 Grad überschreiten und damit zehn Jahre früher als bisher prognostiziert. Treibhausgase, insbesondere Kohlendioxid (CO2), entstehen vor allem durch die Verbrennung fossiler Energieträger für die Stromerzeugung, Wärmeversorgung, Industrie oder für den Verkehr.

„Auf das nächste Jahrzehnt kommt es an“, brachte es der Chef der nächsten UN-Klimakonferenz 2021 in Glasgow, Alok Sharma, auf den Punkt. Die Bundesregierung hat inzwischen ihre Klimaschutzziele verschärft und das Ambitionsniveau der CO2-Einsparung nochmal deutlich erhöht. Bis 2030 – in vier Jahren (Stand: September 2026) – sollen über alle Sektoren hinweg 65 Prozent weniger Treibhausgase ausgestoßen werden. Im Jahr 2045 möchte Deutschland die Treibhausgasneutralität erreicht haben. Das ist ein wichtiger Meilenstein, doch Ziele allein reichen nicht aus.Deshalb werden zur Umsetzung verschiedene Maßnahmen und Programme in den Bereichen Energieversorgung, Gebäude, Industrie und Verkehr diskutiert und umgesetzt.

Gas in der Energieversorgung von heute und morgen

Damit wir sofort loslegen können, sollten zunächst einige Fragen geklärt werden: Wo können wir CO2 sparen? Was kann man tun, damit Klimaschutz bezahlbar und gleichzeitig versorgungssicher ist?

Der Energiesektor gehört zu den Bereichen mit einem hohen Anteil an Treibhausgasemissionen. Die Zahlen des Umweltbundesamts zeigen, dass dieser mit circa 82,8 Prozent im Jahr 2020 die größte Quelle unserer Treibhausgasemissionen ist. Bis 2030 sollen die Emissionen des Energiesektors erheblich sinken. Dabei helfen soll der schrittweise Ausstieg aus Kohle, der Ausbau erneuerbarer Energien.

Und zur zweiten Frage: Wie lässt sich eine bezahlbare und gleichzeitig versorgungssichere Energieversorgung gestalten? Für die Weiterentwicklung der Energieversorgung gibt es unterschiedliche Ansätze. Dazu zählen unter anderem erneuerbare Energien, Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz sowie verschiedene Energieträger und Technologien. Erdgas wird in diesem Zusammenhang häufig als Übergangstechnologie diskutiert. Dabei wird an bestehenden und neuen Anwendungen geforscht, beispielsweise an der Integration von Wasserstoff und anderen gasförmigen Energieträgern in die vorhandene Infrastruktur.

Gasförmige Energieträger in der Energiewende

Damit es im Winter schön warm in der Wohnung bleibt oder das Nudelwasser kocht, stellen wir das Gas an. Ungefähr die Hälfte der 41 Millionen deutschen Haushalte heizt mit Gas. Bei der Nutzung des fossilen Energieträgers entstehen unter anderem Kohlendioxid-Emissionen (CO₂).

Im Zusammenhang mit der Weiterentwicklung der Energieversorgung wird häufig über die Dekarbonisierung von Energieträgern und Infrastrukturen diskutiert. Dabei spielen neben Ökostrom, also 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien, auch gasförmige Energieträger wie Wasserstoff eine Rolle. Erdgas ist ein fossiler Energieträger. Gleichzeitig wird daran gearbeitet, weitere gasförmige Energieträger in bestehende Infrastrukturen zu integrieren. Dazu zählen beispielsweise Wasserstoff und andere Gase aus erneuerbaren Energiequellen.

Was sind gasförmige Energieträger aus erneuerbaren Energiequellen?

Wenn von gasförmigen Energieträgern aus erneuerbaren Energiequellen gesprochen wird, sind damit vor allem aus erneuerbarem Strom gewonnener Wasserstoff, Biomethan und synthetische Gase gemeint. Diese sind anders als Ökostrom, also 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien, in großen Mengen speicherbar. Das ist wichtig, denn wenn die Sonne nicht scheint und kein Wind weht, kann Gas weiterhin zur Energieversorgung beitragen.

Ein weiterer Vorteil von Gas ist die bereits vorhandene Infrastruktur. Ein 14.000 km langes Netz unter Berlin und Brandenburg beliefert die Metropolregion seit Jahrzehnten verlässlich mit Gas. Dank der vorhandenen Infrastruktur kommt die Versorgung mit Gas ohne aufwendige energetische Sanierung und steigende Mieten aus.

Wir geben ordentlich Gas

Die GASAG-Gruppe beschäftigt sich mit verschiedenen gasförmigen Energieträgern für die zukünftige Energieversorgung. Bereits seit über 175 Jahren sind wir in der Energiebranche tätig. Deshalb plant die GASAG-Gruppe den Betrieb einer eigenen Power-to-Gas-Anlage im brandenburgischen Ketzin, im Landkreis Havelland. Damit können wir mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen vor Ort mittels Elektrolyse den Energieträger Wasserstoff erzeugen. Wasserstoff kann einerseits zur Wärmeversorgung beitragen, anderseits ist er auch als Energieträger für den Verkehrssektor geeignet.

Neben Wasserstoff wird auch Biomethan als gasförmiger Energieträger genutzt. Das brennbare Gasgemisch entsteht bei der Vergärung organischen Materials. In Biogasanlagen wird dieser Prozess genutzt, um aus Gülle, Bioabfällen oder pflanzlichen Rohstoffen Gas zu erzeugen. Wird das Gas aufbereitet, kann daraus Biomethan hergestellt und anschließend in das Gasnetz eingespeist und dort transportiert werden.