Endlich wieder da: Berliner Schmuddelwetter!

Dank des zurückliegenden fantastischen Sommers hatten wir fast schon vergessen, was das ist: Regen. Was für Regen? Doch pünktlich zum Spätherbst fiel es uns wieder ein. Aber was macht man bloß, wenn es draußen so ungemütlich ist, dass die gewohnten Freizeitaktivitäten ins Wasser fallen? Den lieben langen Tag die Regentropfen an der Fensterscheibe zu zählen, ist auf Dauer ja auch etwas öde ... Wir haben da wesentlich bessere Ideen – garantiert wasserdicht! 

Gasag_Wir_Berliner_218_Online_Top_3_1800x1200
© THE BARN

1. Café „The Barn“

Eintauchen in die Welt des guten Kaffees

2012 sorgte das „The Barn – Roastery “ mit einem Kinderwagenverbot für eine Welle der Empörung. Seitdem ist es zum Glück wieder ruhiger um das Café mit eigener Kaffeerösterei geworden. Denn so kann man sich endlich wieder auf das besinnen, was „The Barn“, von dem bereits seit 2010 ein kleineres Café in der Auguststraße existiert, eigentlich ausmacht. Hier lässt sich nämlich in herrlich bodenständigem Ambiente noch richtig guter Kaffee genießen – handgefiltert und mit reinem Gewissen. Die Kaffeebohnen stammen von nachhaltig wirtschaftenden Kaffeebauern, denen „The Barn“ faire Preise zahlt. Und wer auf den Geschmack gekommen ist, der kann sich in einem der angebotenen Workshops gleich selbst zum Barista ausbilden lassen.

The Barn Café: Auguststraße 58, 10119 Berlin
The Barn – Roastery: Schönhauser Allee 8, 10119 Berlin 
www.thebarn.de

2. Arminiusmarkthalle

Leckere Lebensmittel in nostalgischem Ambiente

Fragen Nichtberliner nach einer tollen Berliner Markthalle, werden sie in der Regel in die völlig überlaufene Markthalle IX nach Kreuzberg geschickt. Dabei wartet im touristisch weniger erschlossenen Moabit ein mindestens genauso attraktives Angebot an köstlichem Streetfood und guten Lebensmitteln: In der 2010 zu neuem Leben erweckten, 125 Jahre alten Arminiusmarkthalle geht es noch etwas ruhiger zu. Hier kann man sich von Stand zu Stand probieren, ohne sich dabei ständig auf die Füße zu treten. Oder man setzt sich in eines der kleinen Restaurants und schaut von dort dem bunten Markttreiben zu. Es lohnt sich auch der Blick nach oben zum historischen Eisengerüst, das sich durch die ganze Halle spannt. Es ermöglichte den Bau der Halle binnen eines Jahres und galt Ende des 19. Jahrhunderts als hochmodern.

Arminiusmarkthalle
Arminiusstraße 2-4
10551 Berlin-Moabit

Allgemeine Öffnungszeiten: Montag bis Samstag von 8 bis 22 Uhr. Achtung: Die Öffnungszeiten der Lebensmittelstände und der Restaurants variieren. 
www.arminiusmarkthalle.com

3. Holy Shit Shopping

Weihnachtseinkäufe bei Clubmusik

Der Bummel über den Weihnachtsmarkt kann schnell zum Reinfall werden: zu kitschig die Produkte, zu kalt das Wetter, zu klebrig der Glühwein. Gut, dass es das „Holy Shit Shopping“ gibt! Seit 2004 schon tingelt der Design-Shopping-Markt in der Vorweihnachtszeit durch vier deutsche Städte und erleichtert selbst eingefleischten Weihnachtsmuffeln das Geschenkeshopping. In diesem Jahr gastiert der beliebte Design-Markt in der ARENA Berlin und wartet auf sagenhaften 6.500 Quadratmetern mit jeder Menge kreativen Designprodukten, leckerem Streetfood und coolen DJs auf. Garantiert ohne musikalische Jingle-Bells-Untermalung, dafür mit jeder Menge einheizender Clubbeats. So musikalisch beschwingt schmeckt auch der Glühwein wieder – versprochen!

Holy Shit Shopping am 8.-9. Dezember 2018 in der ARENA Berlin
Eichenstraße 4
12435 Berlin-Treptow 
Ticketvorverkauf über: www.holyshitshopping.de

4. Jahrhundertkneipen in Berlin

Fotobuch über 17 Gastro-Urgesteine der Hauptstadt

Wer sich bei Regen am liebsten zu Hause auf dem Sofa verschanzt, dem sei der tolle Bildband „Jahrhundertkneipen in Berlin“ von Clemens Füsers empfohlen. In dem Fotobuch werden 17 Berliner Kneipen, Bars und Restaurants vorgestellt, die seit mehr als hundert Jahren ohne Unterbrechung bestehen. Einige von ihnen sind noch immer in Familienbesitz. Dank der schönen Fotografien und der mit vielen Anekdoten gespickten Texte begibt sich der Leser auf eine wunderbare Zeitreise ins alte Berlin und seine Gesellschaft. Eine dazugehörige App liefert weitere nützliche Informationen. Und wenn man das Buch irgendwann glücklich wieder zuklappt, hat der Regen vermutlich längst aufgehört.

Der Bildband „Jahrhundertkneipen in Berlin“ von Clemens Füsers kostet 29 Euro und ist hier erhältlich: www.aus.berlin/1233/cool-cities-media-buch-jahrhundertkneipen-in-berlin


5. Berta Block

Bouldern mit der ganzen Familie

Hallenklettern mit Sicherung und Kletterseil ist was für Langweiler! Den größeren Kick verspricht Bouldern, also das freie Klettern ohne Sicherung in Absprunghöhe. Na gut, zumindest fast ohne Sicherung. Denn über die weichen Auffangmatten am Boden ist man dann doch ziemlich dankbar, wenn man mal wieder fluchend aus fünf Metern Höhe abgestürzt ist. Am besten Bouldern lässt es sich im Berta Block. Auf drei Hallenabschnitten bietet sich viel abwechslungsreiche Kletterfläche, teils sogar mit Überhängen. Klingt nach Adrenalin pur. Also nichts wie hin – und die Kinder kommen am besten gleich mit. Das Berta Block bietet nämlich nicht nur Einsteiger- und Fortgeschrittenentrainings an, sondern auch Kinderkurse ab sieben Jahren.

Berta Block Boulderhalle
Mühlenstraße 62
13187 Berlin

Öffnungszeiten: montags bis freitags 9 bis 23 Uhr, samstags, sonn- und feiertags 10 bis 23 Uhr
www.bertablock.de

6. Botanischer Garten

Staunen über die Riesenseerose Victoria

Dreizehn lange Jahre war es wegen dringenden Sanierungsbedarfs geschlossen, im Sommer dieses Jahres wurde das Victoriahaus im Botanischen Garten endlich wiedereröffnet. Das 107 Jahre alte Glasgebäude, das im Zuge seiner zehn Millionen Euro teuren Instandsetzung auch energetisch auf den neuesten Stand gebracht wurde, ist allein schon wegen der gigantischen Seerose „Victoria amazonica“ einen Besuch wert: Die aus Südamerika stammende majestätische Wasserpflanze hat große tellerartige Blätter mit bis zu zwei Metern Durchmesser, die sogar ein Kind tragen können. Ihre Blüte öffnet sich an zwei aufeinanderfolgenden Nächten: erst weiß, dann rosa. Neben zahlreichen weiteren exotischen Sumpf- und Wasserpflanzen warten im Untergeschoss 50 Aquarien und Terrarien, in denen vom Korallenriff bis hin zum Mangrovenwald die verschiedensten, rund um die Erde zu findenden Biotope ausgestellt sind.

Der Botanische Garten in Berlin-Dahlem hat zwei Eingänge:
Nördlicher Eingang: Königin-Luise-Platz, 14195 Berlin
Südlicher Eingang: Unter den Eichen 5-10, 12203 Berlin

Öffnungszeiten im Winter von 9 bis 16 Uhr 
Informationen zu Eintrittspreisen, Führungen etc.: www.bgbm.org

7. „Chén Chè“ Teehaus

Traditionell vietnamesische Teekultur in hippem Ambiente

Eine Schale, gefüllt mit Köstlichkeiten – dafür steht der Name „Chén Chè“. Und tatsächlich bietet das vietnamesische Teehaus, das versteckt im ruhigen Hinterhof an der Rosenthaler Straße liegt, asiatische Tee- und Esskultur vom Feinsten. Während draußen unterm Bambushain ein Brunnen vor sich hin plätschert, genießt man drinnen exotische Tees und vietnamesische Schmankerl in hippem asiatischem Ambiente. Alles wirkt authentisch, selbst das Teegeschirr: Hier wird der Tee nämlich nicht aus Henkeltassen, sondern wie in Asien üblich aus hübsch verzierten Porzellanschalen genippt – im „Chén Chè“ sind es Schalen voller Köstlichkeiten.

„Chén Chè“
Rosenthaler Straße 13
10119 Berlin-Mitte.

Täglich geöffnet von 12 bis 24 Uhr
www.chenche-berlin.de

8. Do you read me?

Außergewöhnlich schöne Zeitschriften

An Regentagen tut man gut daran, sich mit Druckerzeugnissen einzudecken. Es muss ja nicht immer derselbe Einheitsbrei aus dem nahegelegenen Supermarkt sein! Im „Do you read me?“ in der Auguststraße gibt es außergewöhnliche Magazine und Zeitschriften, die man garantiert in keinem normal sortierten Presseregal findet – wunderschön anzusehen und mit spannenden Inhalten. Auch sonst hat der Laden, der mehr als tausend Magazintitel in seinem Sortiment führt, wenig mit einem vollgestopften Pressekiosk gemeinsam: Wie Ausstellungsstücke werden die Magazine, das Cover gut sichtbar, auf braunen Regalbrettern präsentiert. Das Themenspektrum reicht von Kunst über Mode und Fotografie bis hin zu Architektur. Blättern und Stöbern ist ausdrücklich erwünscht. 

Do you read me?
Auguststraße 28
10117 Berlin-Mitte
Geöffnet Montag bis Samstag von 10 bis 19:30 Uhr 
www.doyoureadme.de

 

9. Naturkundemuseum

Führung im Dunkeln

Ach, wie aufregend waren doch damals auf Schulfreizeiten die Nachtwanderungen! Jeder schemenhafte Schatten, jedes noch so leise Geräusch im Dunkel trieb uns einen wohligen Schauer über den Rücken. Nun lädt das Naturkundemuseum alle Kind gebliebenen Erwachsenen mit Entdeckerdrang dazu ein, dieses Gänsehautgefühl erneut zu erleben: An mehreren Winterabenden, wenn das Museum längst seine Tore geschlossen hat, heißt es im Rahmen einer Führung: Taschenlampen an! Dann dürfen die Besucherinnen und Besucher mit ihren von zu Hause mitgebrachten Funzeln durch die dunklen Ausstellungsräume schleichen – vorbei an präparierten Gorillas, in Alkohol eingelegten glupschäugigen Fischen und T-Rex Tristan, der ja schon bei Tageslicht gruselig genug aussieht.

Museum für Naturkunde
Invalidenstraße 43
10115 Berlin
Infos zu Zeiten und Preisen auf www.museumfuernaturkunde.berlin

10. Vivid Grand Show

Bühnenspektakel im Friedrichstadtpalast

Spektakuläre Shows auf der größten Theaterbühne der Welt – damit lockt der Berliner Friedrichstadt-Palast. Allein 2017 hatte Deutschlands bekanntestes Revuetheater über eine halbe Million Gäste. Und ist damit Berlins beliebteste Theaterbühne. Da ist es eigentlich nur konsequent, dass auch die aktuelle Inszenierung „Vivid“ eine Show der Superlative wird: Mit ihren Produktionskosten von mehr als zwölf Millionen Euro gilt die Geschichte über eine Androidin, die eines Tages aus ihrem fremdgesteuerten Roboterleben ausbricht, als bisher teuerste Show im Friedrichstadt-Palast. Und sie dürfte auch wegen der atemberaubenden Kopfbedeckungen der Tänzer einzigartig sein. Schließlich wurden sie alle von Philip Treacy entworfen – dem berühmtesten Hutmacher der Welt. Ob Lady Gaga, die Queen oder Harry Potter: Der Brite hat schon so manches prominente Haupt geschmückt.

Friedrichstadt-Palast
Friedrichstraße 107
10117 Berlin
Tickets und nähere Infos unter www.palast.berlin/show/vivid-grand-show