Ein älteres Paar sitzt am Tisch vor einem Tablet. Vor ihnen liegen drei Blätter und sie schauen gemeinsam auf ein weiteres Dokument.

Lohnt sich ein dynamischer Stromtarif?

Schon gewusst? Strom wird an der Börse gehandelt. Mit dynamischen Stromtarifen orientiert sich der Strompreis an den Börsenpreisen. Ob sich das für Sie lohnt, erfahren Sie hier.

Für wen eignen sich dynamische Stromtarife?

Dynamische Strompreise ermöglichen eine stärkere Orientierung des Verbrauchs an den aktuellen Strompreisen. Das Prinzip dahinter: Sie nutzen die Zeiten, an denen die Strompreise an der Börse niedrig sind, um genau dann Energie zu verbrauchen – zum Beispiel fürs Waschen, Trocknen oder Laden Ihres E-Autos. Möglich machen es transparente Echtzeit-Preise, die Ihnen genau anzeigen, wann die Strompreise niedriger sind.

Die wesentliche Merkmale dynamischer Stromtarife auf den Punkt gebracht: Mit einem dynamischen Stromtarif orientiert sich der Arbeitspreis an den Börsenstrompreisen. Der Tarif basiert auf einem anderen Preismodell als klassische Stromtarife und kann auf unterschiedliche Preisentwicklungen reagieren.

Zielgruppen für dynamische Stromtarife

Dynamische Stromtarife lohnen sich für bestimmte Zielgruppen besonders. Dazu zählen:

  • Private Haushalte sowie kleine bis mittlere Unternehmen mit großen Stromverbrauchern wie Elektroautos, Wärmepumpen oder Batteriespeichern. Mit einem dynamischen Stromtarif lässt sich der nötige Stromverbrauch – also beispielsweise das Laden eines E-Autos an der Wallbox – auf Zeiten verschieben, in denen die Strompreise niedrig sind. Das kann insbesondere für energieintensive Anwendungen relevant sein.
  • Besitzerinnen und Besitzer von Photovoltaikanlagen mit Batteriespeicher. Wenn Sie ein Home Energy Management System (HEMS) oder Smart Meter verwenden, wird Reststrom automatisch dann bezogen, wenn er am niedrigsten ist. An sonnigen Tagen kann der selbst erzeugte Solarstrom in den Batteriespeicher fließen und der günstige Netzstrom für den Tagesverbrauch genutzt werden. Steigen die Börsenpreise wieder, lässt sich stattdessen auf den Solarstrom aus dem Batteriespeicher zurückgreifen. Durch den Batteriespeicher steigt die Flexibilität bei der Nutzung des Stroms.
  • Wohnungseigentümergemeinschaften und Immobilienverwaltungen.
    Durch Smart Meter und entsprechendes Energiemanagement können Verbrauchsdaten detaillierter erfasst und genutzt werden. Dynamische Stromtarife sind dabei besonders interessant für Wohnungseigentümergemeinschaften und Immobilienverwaltungen mit verbrauchsintensiven und steuerbaren Lasten. Beispiele sind Immobilien mit Elektrofahrzeug-Lademöglichkeiten, Stromspeichern und Wärmepumpenheizungen.

Was sind die Voraussetzungen für einen dynamischen Stromtarif?

Eine Frau hält ein Tablet in der Hand und bedient darüber ihr Smart Meter.

Der Clou von dynamischen Stromtarifen ist die stundengenaue Abrechnung. Um davon profitieren zu können, muss ein Haushalt mit einem intelligenten Messsystem ausgestattet sein, das aus einem Smart Meter und einem Smart-Meter-Gateway besteht.

Das System misst den Verbrauch alle 15 Minuten und sendet die Daten automatisch über das Internet an den Anbieter und den Netzbetreiber. So lässt sich der Stromkonsum transparent verfolgen und der Verbrauch besser an der Preisentwicklung ausrichten. Darüber hinaus sollte ein Haushalt über ein Energiemanagement-System verfügen, das dabei hilft, die dynamischen Strompreise optimal zu nutzen.

Auch Ihre Geräte sollten „smart“ sein, damit die Nutzung dynamischer Stromtarife unterstützt wird. Nehmen wir als Beispiel eine Waschmaschine, deren Startzeitpunkt programmiert werden kann. Wenn beispielsweise bekannt ist, dass ab 15 Uhr der Strom billiger wird, können die Waschzeiten in diese Zeit verlagert werden.

Pflicht-Einbau von Smart-Metern – Fakten im Überblick

Seit dem Jahr 2020 gilt in Deutschland die Smart-Meter-Pflicht. Ziel ist es, bis 2032 den Einbau flächendeckend abgeschlossen zu haben. Aktuelle politische Pläne sehen jedoch eine weitere Beschleunigung bis 2030 vor. Wichtig zu wissen: Die Pflicht greift zunächst erst einmal nur in bestimmten Fällen. Sie gilt nur für:

  • Haushalte mit einem größeren Stromverbrauch als 6.000 Kilowattstunden pro Jahr
  • Wärmepumpen, Stromspeicher und Wallboxen, die nach dem
    1. Januar 2024 eingebaut wurden und deren maximale Anschlussleistung über 4,2 kW liegt (bei Einbau mehrerer Einzelgeräte mit Anschlussleistung unter
    4,2 kW wird die Gesamtleistung des Systems zu Grunde gelegt)
  • Strom erzeugende Anlagen mit einer Nennleistung von mehr als 7 Kilowatt Peak

Alle übrigen Haushalte, die von diesen Fällen nicht betroffen sind, bekommen stattdessen eine moderne Messeinrichtung in Form eines digitalen Zählers eingebaut. Grundsätzlich hat aber jeder das Recht, den Einbau eines intelligenten Messsystems beim Messstellenbetreiber zu verlangen.

Was kostet ein dynamischer Stromtarif?

Die Kosten eines dynamischen Stromtarifs können stark variieren, da sie von mehreren Faktoren abhängen. Hier erhalten Sie einen Überblick über Einflussfaktoren, die Sie kennen sollten:

Anbieter und Tarifmodell

Es gibt unterschiedliche Modelle (Echtzeitpreise, Markttarif mit Vorhersage, stündliche oder 15-Minuten-Preisgestaltung), die in der Regel auch unterschiedlich viel kosten.

Region und Land

Die Preise unterscheiden sich je nach Netznutzung, Steuern und Regulierungen vor Ort.

Individueller Verbrauch

Ihr eigener Verbrauch (zum Beispiel Haushaltsstrom versus Elektroauto-Laden) beeinflusst, wie viel Sie letztlich zahlen.

Vertragsbedingungen

Grundgebühr, Mindestlaufzeit, Tarifwechselgebühren, Zuschläge für Nacht- oder Spitzenpreise können sich von Anbieter zu Anbieter unterscheiden.