Strompreis: So verändert er sich im Laufe der Zeit.
Die Strompreise 2025 sind nach den extremen Höchstständen der vergangenen Jahre wieder etwas gesunken. Doch warum entwickeln sich die Preise so? Und wie haben sich die Stromkosten historisch verändert? Ein Blick auf die langfristige Entwicklung zeigt klar: Der Strompreis schwankt – und folgt dabei verschiedenen Einflussfaktoren.
Inhaltsverzeichnis
Strompreis schwankt schon immer
Gerade in Zeiten hoher Energiepreise wird deutlich, wie essenziell Strom im Alltag ist: Licht, Kochen, Arbeiten – ohne Strom geht nichts. Steigende Strompreise sorgen daher immer wieder für Diskussionen. Gleichzeitig zeigt die historische Entwicklung, dass höhere Strompreise kein neues Phänomen sind. Über die Jahre gab es wiederkehrende Preisanstiege – aus klaren Gründen.
Aktueller Strompreis 2025 in Deutschland
2025 zahlen private Haushalte im Durchschnitt 39,6 Cent pro Kilowattstunde (kWh), wie der der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) ermittelte. Zum Vergleich:
- 2024: 40,2 Cent
- 2023: 47,0 Cent (Höchststand)
- 2022: 46,3 Cent
Damit ist der Strompreis leicht gesunken, liegt aber weiterhin auf einem erhöhten Niveau.
Strompreisentwicklung der letzten 25 Jahre
Seit der Liberalisierung des Strommarktes 1998 sind die Preise langfristig deutlich gestiegen. Nach einer kurzen Phase fallender Preise nahm der Strompreis ab 2000 kontinuierlich zu:
- 2000: 13,94 Cent
- 2010: 23,69 Cent
- 2020: 31,81 Cent
- 2025: rund 39,6 Cent
Für einen Haushalt mit 3.500 kWh Jahresverbrauch bedeutet das:
- 2000: ca. 40,66 € pro Monat
- 2010: ca. 69,09 €
- 2025: ca. 115 €
Damit hat sich der Strompreis von 1998 bis 2025 um rund 130 Prozent erhöht.
Strompreise seit den 1950ern
Ein Blick noch weiter zurück zeigt: In den 1950er- und 1960er-Jahren fielen die Strompreise. Erst die Ölkrisen der 1970er brachten deutliche Anstiege. Inflationsbereinigt jedoch zeigt sich, dass die Strompreise bis zur Jahrtausendwende weit weniger stark gestiegen sind als nominal.
Wie setzt sich der Strompreis zusammen?
Der Strompreis setzt sich aus verschiedenen Bestandteilen zusammen:
- Kosten für Strombeschaffung, Lieferung und Vertrieb:
Diese Kosten legt der Stromlieferant fest. Vor allem Angebot und Nachfrage bestimmen die Strompreise auf dem Energiemarkt. Dieser Kostenblock macht aktuell 40,4 Prozent des Strompreises aus.
- Netznutzungsentgelte:
Die Kosten für Ausbau, Betrieb und Pflege der Netzinfrastruktur fließen an die Betreiber der Stromnetze und Messstellen und sind staatlich reguliert. Die Netznutzungsentgelte sind momentan im Durchschnitt für 27,6 Prozent des Strompreises verantwortlich, mit regionalen Unterschieden.
- Umlagen, Abgaben und Steuern:
Die Höhe dieser Kosten – zum Beispiel Konzessionsabgabe, Stromsteuer und Mehrwertsteuer – legt der Staat fest. Ihr Anteil beträgt 2025 32 Prozent. Zum Vergleich: 2021 waren es noch gut 50 Prozent.
- Mehrwertsteuer:
Private Verbraucherinnen und Verbraucher zahlen auch beim Strom 19 Prozent Mehrwertsteuer. So ergibt sich der Unterschied zwischen dem Strompreis in brutto und netto.
Warum wird Strom mit der Zeit teurer?
Dass die Kosten für Strom über die Jahrzehnte stetig gestiegen sind, hat vor allem zwei Gründe: Der erste liegt in der allgemeinen Inflation. Der steigende Strompreis steht in Relation zur Verteuerung von Waren und Dienstleistungen und der Erhöhung der Gehälter.
Nominal hat sich der Strompreis von 1998 bis heute zwar um gut 130 Prozent erhöht. Doch preisbereinigt sieht das weniger dramatisch aus: Unter Berücksichtigung der langfristigen Preisentwicklung ist der Strompreis über das letzte Vierteljahrhundert nur um knapp 73 Prozent nach oben geklettert.
Ein weiterer Grund dafür, dass die Strompreise langfristig stiegen: Die staatlich festgelegten Umlagen und Abgaben haben sich – bis zu den Ausnahmejahren 2022 und 2023 – immer weiter erhöht. Von 1998 bis 2021 sind diese Kosten um 303 Prozent gestiegen; ihr Anteil am Strompreis wuchs von 24 Prozent auf 51 Prozent.
Auf diesen Preisbestandteil haben Stromlieferanten keinen Einfluss. Die Preissteigerung für Beschaffung, Vertrieb und Netzentgelt war im genannten Zeitraum im Vergleich dazu mit 19 Prozent moderat. Diese Verteilung hat sich erst 2021 mit der Energiekrise verändert.
Energiekrise 2022 / 2023: Warum die Preise explodierten
Die Strompreise stiegen stark, weil sich die Gaspreise massiv erhöhten – und der Strompreis an der Börse eng an den Gaspreis gekoppelt ist, das sogenannte Merit-Order-Prinzip.
Weitere Gründe:
- Hoher Einsatz teurer Gaskraftwerke
- Niedrige Produktion französischer Atomkraftwerke
- Trockenheit im Sommer 2022
- Hohe Preise für CO₂-Emissionszertifikate, zeitweise fast 100 Euro pro ausgestoßener Tonne CO₂
Wie sich der Strompreis aktuell entwickelt
Die Strompreise 2025 sind in Deutschland nach den Rekordhöhen von 2023 wieder gesunken. Sie liegen aktuell mit durchschnittlich 39,6 Cent pro Kilowattstunde für private Haushalte aber immer noch auf einem hohen Niveau.
Zwar sind die Großhandelsstrompreise wieder zurückgegangen, doch gestiegene Netzentgelte wegen des Ausbaus des Stromnetzes und höhere Umlagen – etwa die §19 StromNEV-Umlage für besondere Netznutzung und die Offshore-Netzumlage – gleichen das teilweise wieder aus. Dazu kommt noch der gestiegene CO₂-Preis, der 2025 bei 55 Euro pro Tonne liegt.
Wie entwickelt sich der Strompreis 2026?
Wie sich der Strompreis 2026 und in Zukunft entwickeln wird, ist schwer vorauszusagen. Es ist anzunehmen, dass die Strompreise zukünftig nicht mehr so stark steigen werden, wie das in den letzten Jahren der Fall war. Stromlieferantinnen und -lieferanten, die langfristig einkaufen wie GASAG, können Ausschläge nach oben jedenfalls besser abfedern.
Manche Prognosen gehen sogar davon aus, dass die Strompreise mittel- und langfristig wieder sinken könnten. Denn je mehr und kostengünstiger Ökostrom eingespeist wird, desto günstiger wird die Stromproduktion. Die Netzentgelte werden aber voraussichtlich hoch bleiben oder noch steigen, da das Stromnetz ausgebaut und auf die Anforderungen von Ökostrom umgerüstet werden muss.
Auch politische Entscheidungen beeinflussen die Strompreisentwicklung, etwa wenn die Stromsteuer gesenkt wird, Umlagen eingeführt oder abgeschafft werden oder Zuschüsse beschlossen werden.
Wie lassen sich die eigenen Stromkosten senken?
Wer seine Rechnung reduzieren möchte, kann viel tun:
- Verbrauch von Haushaltsgeräten prüfen.
- Strommessgerät für Altgeräte nutzen.
- Stromfresser ersetzen.
- Stand-by vermeiden.
- Stromanbieter wechseln und Tarife vergleichen.
Ökostrom ist dabei nicht zwingend teurer und eine klimafreundliche Wahl.
Mit unseren Tricks zum Stromsparen und unseren Energiespartipps für den Haushalt ist es ganz einfach, den Stromverbrauch zu reduzieren. Außerdem können Verbraucherinnen und Verbraucher den eigenen Stromtarif prüfen und eventuell zu einem anderen Stromanbieter wechseln. Dieser sollte nicht nur günstiger sein, sondern vor allem auch in turbulenten Zeiten verlässlich Strom liefern.
Außerdem ganz wichtig: Wer in die Zukunft denkt und etwas fürs Klima tun möchte, wählt einen grünen Stromtarif wie GASAG | Ökostrom. Unser Ökostrom stammt zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien und ist klimafreundlich. Was viele nicht wissen: Grüner Strom ist nicht unbedingt teurer als Graustrom. Also: Gleich Strom sparen und auf Ökostrom umsteigen – für eine schlanke Stromrechnung, ein intaktes Klima und ein gutes Gewissen.