Gasheizung umrüsten – diese Alternativen lohnen sich wirklich.
Die Gasheizung umzurüsten macht unabhängiger von fossilen Energieträgern, senkt langfristig die Heizkosten und reduziert CO₂-Emissionen. Doch welche Alternativen gibt es und welche sind sinnvoll? Dieser Überblick zeigt die wichtigsten Optionen, Kosten und Förderungen.
Inhaltsverzeichnis
- Wann ist es sinnvoll, die Gasheizung umzurüsten?
- Sollte man auch eine noch funktionierende Gasheizung austauschen?
- Gasheizung umrüsten: Diese Alternativen gibt es
- Was ist eine Hybridheizung?
- Gasheizung umrüsten: Kosten und Fördermöglichkeiten
- Förderungen für das Umrüsten von Gasheizungen
- Gasverbrauch senken – 4 einfache Tipps
Wann ist es sinnvoll, die Gasheizung umzurüsten?
Heizungsmodernisierungen sollten idealerweise geplant werden, bevor die alte Anlage ausfällt. Zusätzlich schreibt das Gebäudeenergiegesetz (GEG) vor, dass Heizkessel, die älter als 30 Jahre sind, ausgetauscht werden müssen.
Moderne Heizsysteme arbeiten deutlich effizienter, sparen Energie und entlasten das Klima. Wer heute auf ein erneuerbares Heizsystem setzt, profitiert außerdem von attraktiven staatlichen Förderungen.
Sollte man auch eine noch funktionierende Gasheizung austauschen?
Gas- und Ölkessel, die älter als 30 Jahre sind, müssen laut GEG ersetzt werden – ausgenommen sind nur Brennwert- und Niedertemperaturgeräte. Auch funktionierende Heizungen über 15 Jahren entsprechen oft nicht mehr dem Stand der Technik:
- Sie benötigen viel Energie
- verursachen hohe Heizkosten
- und belasten das Klima
Wer frühzeitig umrüstet, kann Fördergelder nutzen und langfristig sparen.
Wichtig zu wissen
Ein hydraulischer Abgleich ist Pflicht, wenn man seine Gasheizung auf eine Wärmepumpe umrüsten und eine Förderung erhalten will. Der Abgleich sorgt für einen optimalen Wirkungsgrad und verlängert die Lebensdauer des Heizsystems. Kosten für einen hydraulischen Abgleich belaufen sich auf rund 500 bis 1.000 Euro.
Gasheizung umrüsten: Diese Alternativen gibt es
Es gibt heute mehrere Möglichkeiten, eine alte Gasheizung zu ersetzen – von vollständig erneuerbaren Lösungen bis zu hybriden Systemen. Die folgenden Alternativen zeigen, welche Technologien sich für verschiedene Gebäude und Anforderungen eignen.
1. Wärmepumpe – die klimafreundlichste Alternative
Eine Wärmepumpe ersetzt fossile Energieträger vollständig. Besonders effizient ist der Betrieb in Kombination mit Photovoltaik.
Vorteile:
- sehr niedrige Betriebskosten
- klimafreundlich
- ideal für Neubauten
- auch im Bestand möglich (z. B. bei Dämmung oder Austausch alter Heizkörper)
Auch für Mehrfamilienhäuser gibt es passende Lösungen. Wer keine eigene PV-Anlage besitzt, kann einen günstigen Ökostromtarif wie GASAG | STROM Wärmepumpe nutzen.
2. Solarthermie – klimafreundliche Unterstützung
Solarthermie eignet sich zur Warmwasserbereitung und zur Heizungsunterstützung. Als alleinige Heizung reicht Solarenergie in Deutschland nicht aus – sie ergänzt am besten eine Hybridheizung oder eine Wärmepumpe.
Wenn die Dachfläche begrenzt ist, ist Photovoltaik oft die sinnvollere Wahl.
3. Brennstoffzelle – Wärme & Strom gleichzeitig
Brennstoffzellenheizungen erzeugen gleichzeitig Strom und Wärme.
Ideal für Einfamilienhäuser, weil:
- selbst erzeugter Strom direkt genutzt werden kann
- überschüssiger Strom vergütet wird
- sehr hoher Wirkungsgrad (über 90 %)
Sie benötigen jedoch Erdgas als Ausgangsbasis – der Schritt zu komplett erneuerbaren Energien ist hier kleiner, aber noch nicht voll erreicht.
4. Pelletheizung – nicht die klimafreundlichste Option
Pelletheizungen gelten als „erneuerbar“, sind aber nur bedingt klimafreundlich:
- Beim Verbrennen entsteht CO₂
- Feinstaub- und Schadstoffemissionen belasten die Luft
- Umweltverbände empfehlen, Wälder eher als CO₂-Speicher zu erhalten
Aus ökologischer Sicht sind Wärmepumpen oder Hybridlösungen meist sinnvoller.
5. Ölheizung – Einbau seit 2024 verboten
Neue Ölheizungen dürfen seit 18. Oktober 2024 nicht mehr installiert werden.
Bestehende Öl- und Gasheizungen dürfen nur noch bis 31. Dezember 2044 betrieben werden.
Was ist eine Hybridheizung?
Eine Hybridheizung kombiniert zwei Systeme – meist eine Wärmepumpe und ein Gasbrennwertgerät. Vorteile:
- hohe Versorgungssicherheit
- bessere Effizienz
- flexibler Betrieb
Sie eignet sich besonders für Bestandsgebäude, die stufenweise modernisiert werden sollen.
Gasheizung umrüsten: Kosten und Fördermöglichkeiten
Die Investitionskosten unterscheiden sich je nach Heizsystem. Beispiel: Beim Einbau einer Wärmepumpe fallen Kosten für Gerät, Installation und Speicher an – ein Einfamilienhaushalt sollte mit rund 36.000 Euro rechnen.
Wichtig: Die tatsächlichen Kosten sinken deutlich, wenn staatliche Förderungen genutzt werden.
Hier finden Sie Details zu den Kosten von Solarthermie oder Warmwasser-Wärmepumpen.
| Position | Luft-Wasser-Wärmepumpe | Sole-Wasser-Wärmepumpe | Wasser-Wasser-Wärmepumpe | Neue Gasheizung |
|---|---|---|---|---|
| Gerätekosten | 9.000 - 20.000 Euro | 12.000 - 20.000 Euro | 15.000 - 22.000 Euro | 6.000 - 15.000 Euro |
| Installationskosten, inkl. ggf. Bohrung | 2.000 - 4.000 Euro | 5.000 - 12.000 Euro | 6.000 - 10.000 Euro | 1.000 - 2.000 Euro |
| Rückbau Gasheizung | 1.500 - 2.500 Euro | 1.500 - 2.500 Euro | 1.500 - 2.500 Euro | 1.500 - 2.500 Euro |
| maximale Förderung | 70 Prozent | 70 Prozent | 70 Prozent | keine Förderung für reine Gasheizungen mehr möglich |
Förderungen für das Umrüsten von Gasheizungen
Bis zu 70 % Zuschuss sind über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) möglich. Grundlage ist das KfW-Programm 458.
Förderfähige Kosten sind unter anderem:
- Anschaffung des neuen Heizsystems
- Installation und Montage
- notwendige Umbauten
Zuschüsse:
- 30 % Grundförderung
- 5 % Effizienzbonus für natürliche Kältemittel
- bis zu 20 % Klimageschwindigkeitsbonus
- bis zu 30 % Einkommensbonus
Maximal werden 70 % der förderfähigen Kosten übernommen, bis 21.000 Euro bei Einfamilienhäusern. Zusätzlich können Förderprogramme von Ländern und Kommunen genutzt werden.
Energieberatung mit iSFP nutzen – doppelt sparen
Ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) zeigt, welche Schritte langfristig sinnvoll sind.
Gefördert werden:
- 50 % der Beratungskosten
- bis zu 650 Euro bei Ein- oder Zweifamilienhäusern
- bis zu 850 Euro bei größeren Wohngebäuden
Wer Baumaßnahmen nach iSFP umsetzt, erhält zusätzliche Förderboni.
Contracting – neue Heizung ohne hohe Anfangskosten
Beim Contracting übernimmt ein Dienstleister wie GASAG die komplette Heizung:
- Installation
- Betrieb
- Wartung
Eigenheimbesitzer zahlen lediglich einen monatlichen Grund- und Arbeitspreis – zum Beispiel im Tarif GASAG | WÄRME Heizkomfort. Ideal für Haushalte, die keine hohe Anfangsinvestition stemmen möchten.
Gasverbrauch senken – 4 einfache Tipps
1. Sparsam heizen
1 °C weniger spart rund 6 % Heizenergie.
2. Smarte Thermostate nutzen
Heizzeiten automatisch optimieren.
3. Warmwasser reduzieren
Duschen statt baden, Sparduschkopf nutzen.
4. Richtig lüften
Mehrmals täglich kurz stoßlüften statt Durchzug.