Mehrere Autos an einer Wallbox mit Photovoltaikanlage Bild mit KI erstellt.

Wallbox und Photovoltaik - kombinieren und profitieren.

Potenziale ausschöpfen

Das Wichtigste in Kürze

Grünes Icon mit einer Hand, die eine leuchtende Glühlampe hält Bild mit KI erstellt.
  • Photovoltaik-Überschussladen erhöht den Eigenverbrauch und verbessert die Wirtschaftlichkeit der Solaranlage.
  • Intelligente Wallboxen steuern den Ladevorgang automatisch nach verfügbarer Solarstrommenge.
  • Ein Batteriespeicher ermöglicht das Laden des E-Autos auch außerhalb der Sonnenstunden.
  • Für 15.000 Kilometer Fahrleistung pro Jahr sollten etwa 2,5 kWp PV-Leistung zusätzlich eingeplant werden.
  • Die Kombination aus Wallbox, Photovoltaik und Energiemanagement senkt langfristig Stromkosten und erhöht die Unabhängigkeit vom Stromnetz.

Wallbox und Photovoltaik clever kombinieren

Eine Wallbox ist die ideale Möglichkeit, um das Elektroauto zu Hause aufzuladen und jederzeit mit vollem Akku loszufahren. Die Vorteile einer Wallbox gegenüber dem Laden über die normale Steckdose liegen auf der Hand:

  • Höhere Ladegeschwindigkeit
  • Sicherheit
  • Intelligente Lademanagementfunktion

Die Kombination aus Wallbox und Photovoltaik bietet die Möglichkeit, den Ladestrom direkt aus der Sonnenenergie zu beziehen und mit selbst erzeugtem Solarstrom zu fahren. Das fühlt sich nicht nur gut an, sondern ist auch umweltfreundlich und nicht zuletzt äußerst kostengünstig.

Photovoltaik-Überschussladen – was bedeutet das?

Im normalen Alltag wird die Photovoltaik-Anlage genutzt, um den Strombedarf des Haushalts zu decken. Wird mehr Strom erzeugt als gerade benötigt, gibt es zwei Möglichkeiten: Der Solarstrom kann in einem Stromspeicher für Photovoltaik gespeichert werden oder wird gegen eine Einspeisevergütung verkauft und in das allgemeine Stromnetz eingespeist. Mit einer Wallbox und Photovoltaik kommt eine dritte Möglichkeit ins Spiel: Anstatt den Strom einzuspeisen, kann man ihn zum Aufladen des E-Autos nutzen – diese Praxis wird als Photovoltaik-Überschussladen bezeichnet. Der Vorteil: Der selbst produzierte Strom wird optimal genutzt, anstatt ihn günstig ins Netz einzuspeisen und später teuren Strom zurückzukaufen. Überschussladen erhöht damit den Eigenverbrauch der Photovoltaikanlage deutlich, was wiederum die Wirtschaftlichkeit der PV-Anlage steigert.

So wandert die Sonnenenergie ins E-Auto

Im Wesentlichen gibt es drei verschiedene Wege, wie man Wallbox und Photovoltaik-Anlage miteinander kombinieren und den Ladevorgang steuern kann:

1. Manuelles Laden bei Sonnenschein

Sobald die Sonne scheint, wird der Ladevorgang manuell gestartet. Liefert die Photovoltaik-Anlage zwischenzeitlich zu wenig Strom, um das Auto mit der eingestellten Geschwindigkeit aufzuladen, wird automatisch Netzstrom bezogen.

2. Laden nach Freigabesignal

Eine bessere Möglichkeit bietet das Aufladen über ein Freigabesignal, das bei einer bestimmten Menge an Überschussstrom gegeben wird. Der Vorteil bei dieser Variante ist, dass kein zusätzlicher Netzstrom bezogen wird. Der Ladevorgang beginnt allerdings erst dann, wenn ausreichend Solarstrom zur Verfügung steht.

3. Intelligentes Überschussladen

Bei dieser Variante koordiniert ein Energiemanagement-System das Zusammenspiel aus Wallbox und Photovoltaik-Anlage. Die Ladeleistung – und damit die Ladegeschwindigkeit – wird dabei automatisch angepasst, sodass stets mit Solarstrom geladen wird, und zwar abhängig von der produzierten Strommenge.

Viele moderne Systeme lassen sich zusätzlich über eine App steuern und überwachen. Nutzerinnen und Nutzer haben so jederzeit den Überblick über die aktuelle Stromproduktion der Photovoltaikanlage, den Haushaltsverbrauch und die Ladeleistung des Elektroautos. In der App lässt sich bequem einstellen, ob ausschließlich mit Solarstrom geladen werden soll oder ob bei Bedarf automatisch Netzstrom ergänzt wird, um einen gewünschten Mindestladestand zu erreichen. Darüber hinaus können individuelle Ladeprofile angelegt werden. So ist es möglich, bestimmte Ladezeiten festzulegen, Prioritäten zwischen Haushalt und E-Auto zu definieren oder den Ladevorgang gezielt an Wetterprognosen auszurichten.

Mit Solarstrom laden und sparen

Wer den selbst produzierten Überschussstrom aus der Photovoltaik-Anlage zum Aufladen des Elektroautos nutzt, tut einerseits der Umwelt etwas Gutes und spart andererseits bares Geld. Denn eine selbst erzeugte Kilowattstunde Strom kostet ungefähr 12 Cent und ist damit erheblich günstiger als extern bezogener Strom.

Wie groß muss eine Photovoltaikanlage für eine Wallbox sein?

Je größer die Photovoltaikanlage ist, desto mehr Solarenergie steht zur Verfügung. Liegt die Fahrleistung des Elektroautos bei etwa 15.000 Kilometer im Jahr, sollte ungefähr 2,5 Kilowattpeak (kWp) zusätzlich zum Haushaltsbedarf eingeplant werden. Das entspricht einer zusätzlichen Dachfläche von etwa 15 Quadratmetern.

Was kostet eine Wallbox mit Photovoltaik?

Wie viel eine Wallbox mit Photovoltaik kostet, hängt von zahlreichen Faktoren ab. Die Kosten für eine Wallbox liegen je nach Modell zwischen 500 und 2.000 Euro ohne Installation. Für eine Photovoltaikanlage kostet jedes Kilowatt Leistung etwa 1.250 Euro. Eine Anlage mit 10 Kilowattpeak kostet daher ungefähr 12.500 Euro zuzüglich Installationskosten.

Werden Wallbox und Photovoltaikanlage kombiniert und eventuell sogar zusammen mit einem Energiemanagement-System und einem Batteriespeicher erworben, steigen zwar die Investitionskosten insgesamt, die einzelnen Komponenten samt Installation werden in der Regel aber günstiger, weil sie auch in Kombination eingebaut werden können. Langfristig rechnet sich die Kombination ohnehin, da der Eigenverbrauch und die Unabhängigkeit vom Stromnetz steigen.

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Förderangebote für Wallbox und Photovoltaik

Für die Kombination aus Wallbox und Photovoltaik gab es in der Vergangenheit unter anderem das Förderprogramm KfW 442 „Solarstrom für Elektroautos“, das 2023 ins Leben gerufen wurde. Aufgrund der sehr hohen Nachfrage war das Förderbudget jedoch schnell ausgeschöpft, sodass das Programm bereits im Jahr 2024 wieder eingestellt wurde. Aktuell steht diese spezielle Förderung nicht mehr zur Verfügung. Weil sich Förderbedingungen und Programme regelmäßig ändern, empfiehlt es sich dennoch, vor der Investition den aktuellen Stand bei der KfW sowie mögliche regionale Förderangebote zu prüfen.

Förderung von Photovoltaik – auch ohne KfW 442 attraktiv

Auch ohne die frühere KfW-Förderung 442 können Sie finanziell profitieren. Neben den langfristigen Einsparungen durch selbst erzeugten Solarstrom gibt es regionale Förderprogramme für Photovoltaik, die Investitionen attraktiver machen – so zum Beispiel das Förderprogramm SolarPLUS des Landes Berlin. Aktuell (Stand: Juli 2026) ist eine Förderung von klassischen Balkonkraftwerken in diesem Programm nicht mehr enthalten.

THG-Prämie: zusätzlicher finanzieller Vorteil für E-Auto-Besitzer

Besitzerinnen und Besitzer eines reinen Elektroautos können zusätzlich von der sogenannten THG-Prämie (Treibhausgasminderungsquote) profitieren. Weil Elektrofahrzeuge im Betrieb kein CO₂ ausstoßen, werden die eingesparten Emissionen zertifiziert und können über spezialisierte Anbieter vermarktet werden. Dafür erhalten Begünstigte einmal jährlich eine Prämie, unabhängig davon, ob das Fahrzeug mit Solarstrom oder Netzstrom geladen wird. Die THG-Prämie senkt damit die laufenden Kosten des Elektroautos und verbessert die Gesamtwirtschaftlichkeit der Kombination aus E-Auto, Wallbox und Photovoltaikanlage.

Die richtige Wallbox zum Laden mit PV-Überschuss-Strom

Nicht jede Wallbox kann Ihr Auto intelligent mit Sonnenstrom laden. Entscheidend ist die Startladeleistung der Wallbox. Es gibt Modelle, die bereits bei einer anliegenden PV-Leistung von 1,4 kW den Ladevorgang starten können. In diesem Fall wird das E-Auto erstmal einphasig geladen. Gibt es mehr Sonnenstrom vom Dach und erreicht die PV-Leistung einen Wert von über 4,2 kW, schaltet die Wallbox vom einphasigen Laden auf dreiphasiges Laden um. Das können nur Wallbox-Modelle mit einer dynamischen Phasenumschaltung. Der Vorteil für Sie: Ihr Auto kann auch an Tagen geladen werden, in denen die Sonne weniger intensiv scheint. Alle von der GASAG angebotenen Wallboxen unterstützen die dynamische Phasenumschaltung und lassen sich mit einer intelligenten Energiesteuerung verbinden.