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Gaspreisentwicklung: So verändern sich die Preise

Ein Blick auf die historische Gaspreisentwicklung der letzten Jahrzehnte zeigt große Schwankungen. Aber wovon ist der Gaspreis 2021 eigentlich abhängig? 

Als Berliner Gasversorger hat die GASAG die Gaspreisentwicklung seit 1847 sozusagen aus erster Hand miterlebt. Der Gaspreis und die Art der Gasversorgung haben sich seit den Anfängen der Gasversorgung verändert. Wurden die Laternen in der Stadt früher noch mit Stadtgas versorgt, kommen heute mit L-Gas und H-Gas verschiedene Erdgas-Arten direkt in den Haushalt. Heute kostet Gas ein Vielfaches von dem, was es früher gekostet hat. Einerseits ist dafür selbstverständlich der Einfluss der Inflation verantwortlich, andererseits hängt der Gaspreis auch von anderen Faktoren ab.

Ölpreisbindung: Gaspreis auf den Spuren des Ölpreises

Einen genaueren Blick wert sind die 1970er Jahre. Denn gegen Ende des Jahrzehnts setzte sich die sogenannte Ölpreisbindung durch. Dabei wurde der Gaspreis an den Ölpreis gekoppelt. Die Folge: Die Schwankungen des Erdölpreises fanden sich mit wenig zeitlicher Verzögerung auch beim Preis von Erdgas wieder. 

In Deutschland fand die Ölpreisbindung in den meisten Fällen nach der 6-1-3-Regelung statt. Das bedeutet: Der durchschnittliche Ölpreis aus einem Referenzzeitraum von sechs Monaten wurde mit einem Zeitversatz von einem Monat für die kommenden drei Monate festgeschrieben.

Bei ihrer Einführung war die Ölpreisbindung zunächst unter anderem dafür vorgesehen, keine Konkurrenz zwischen Erdöl und Erdgas entstehen zu lassen. Durch die Kopplung sollte außerdem die Finanzierung von Anlagen zur Erdgasförderung sichergestellt werden. 

Inzwischen spielt die Ölpreisbindung keine wichtige Rolle mehr und ist auf dem Endkundenmarkt nicht mehr als alleinige Bezugsgröße zulässig.

Welche Faktoren haben heute Einfluss auf die Gaspreisentwicklung?

Bei der Gaspreisentwicklung kommt es unabhängig vom Ölpreis zu Schwankungen. Die Zusammensetzung des Gaspreises beruht auf verschiedenen Faktoren. Zu den wichtigsten zählen die folgenden:

  • Preis für die Beschaffung und den Vertrieb des Gases
  • Netzentgelte
  • Steuern und weitere Abgaben

Wirtschaftspolitische Entwicklungen, Klimaextreme sowie die Erschließung neuer Gasfelder und technischer Fortschritt nehmen indirekt auch Einfluss auf den Gaspreis und können für Schwankungen sorgen.

 

Gaspreisentwicklung seit 2005

Vergleichen wir den Gaspreis aus dem Jahr 2005 mit dem aus 2020, dann ergibt sich eine Preissteigerung von rund acht Prozent. Die exakte Gaspreisentwicklung spiegelt das aber natürlich nicht wider. Stattdessen stieg der Gaspreis zunächst hauptsächlich aufgrund von erhöhten Beschaffungspreisen deutlich an. Von durchschnittlich 5,39 Cent pro Kilowattstunde im Jahr 2005 auf 7,17 Cent im Jahr 2008. Der Nachfragerückgang der Finanzkrise 2009 sorgte für einen sinkenden Gaspreis auf durchschnittlich 6,07 Cent im Jahr 2010. Nach einem zwischenzeitlichen Anstieg auf 6,8 Cent im Jahr 2013 fiel der Gaspreis kontinuierlich bis zum Jahr 2018 auf 5,63 Cent pro Kilowattstunde im bundesweiten Durchschnitt aller Versorger.

Turbulenzen in Europa im Herbst 2021

Anfang Oktober 2021 kletterten die Gaspreise auf einen langjährigen Höchststand. Der ungewöhnlich kalte Winter 2020/21 in Nordostasien, Europa und Nordamerika sorgte für einen deutlich erhöhten Erdgasverbrauch. Über den Sommer konnten die Speicher nicht wie sonst gefüllt werden. Das geringste Speicherniveau seit mehr als zehn Jahren führte mit Blick auf den nahenden Winter mitunter zu Panik-Käufen am Gasmarkt. Ungünstige Witterungsbedingungen sorgten zudem dafür, dass weniger Erneuerbare Energien ins Netz eingespeist werden konnten und verstärkt auf Gaskraftwerke zurückgegriffen werden musste. Hinzu kamen weitere Faktoren: So hat sich die Wirtschaft in Asien nach der Corona-Pandemie schneller erholt, als viele Experten erwartet hatten. Zugleich war die weltweite Nachfrage nach Flüssiggas aus den USA gestiegen. Verbraucher werden die Auswirkungen des Preisanstiegs verspätet bei den Lieferverträgen bemerken. Etablierte Energieversorger mit einer langfristigen Einkaufsstrategie und einem guten Krisenmanagement werden die Teuerungen allerdings besser abfedern können. Mit Blick auf 2022 gehen Experten davon aus, dass der Erdgaspreis wieder sinken wird.
 

Neuer CO2-Preis seit 2021

Unabhängig von den Entwicklungen an den globalen Energiemärkten sorgte der neue CO2-Preis bereits zu Beginn des Jahres 2021 für eine Erhöhung des Gaspreises. Pro Kilowattstunde Erdgas ergeben sich dadurch zusätzliche Abgaben zwischen 0,5 und 0,6 Cent. 
Vom neuen CO2-Preis sind neben Erdgas allerdings auch Benzin, Diesel und Heizöl betroffen. Der Grund: Verkäufer von fossilen Brenn- und Heizstoffen müssen für jede Tonne CO2, die diese Energieträger ausstoßen, im Jahr 2021 pauschal 25 Euro bezahlen. Dieser Preis wird in den kommenden Jahren langsam weiter ansteigen.
Was Verbraucher zum neuen CO2-Preis wissen müssen: Das steckt hinter dem CO2-Preis ab 2021

Gaspreisentwicklung: Unsere Tipps für die Zukunft

Die Gaspreisentwicklung lässt sich selbstverständlich nicht exakt vorhersagen, was die Gaspreisentwicklungen in Europa klar verdeutlichen. Zu viele Faktoren spielen dabei eine Rolle. Doch als fossiler Energieträger ist Erdgas langfristig begrenzt. Deshalb wird es zukünftig vermutlich zugunsten von grünen Gasen an Bedeutung verlieren. Unser Tipp: Tun Sie sich, Ihrem Portemonnaie und der Umwelt etwas Gutes.

Verbrauch optimieren, CO2 einsparen

Wer seinen Verbrauch optimiert, kann am meisten profitieren. Denn jede eingesparte Kilowattstunde ist nicht nur gut für das Portemonnaie, sondern auch für das Klima. Schon vermeintliche Kleinigkeiten können dabei einen großen Einfluss haben.
Nur ein Grad weniger Raumtemperatur kann bei einem Haushalt mit vier Personen beispielsweise bis zu 350 Kilogramm CO2 und sechs Prozent Heizkosten sparen. Noch mehr Spar-Tipps gefällig? So reduzieren Sie Ihren eigenen ökologischen Fußabdruck.

Ökogas: Erdgas klimaneutral machen

Erdgas von GASAG geht übrigens auch heute schon klimaneutral. Und zwar mit nur einem Klick auf die Option KlimaPro. Im Handumdrehen machen Sie damit Ihr Erdgas zu klimaneutralem Ökogas, denn der CO2-Ausstoß Ihres Erdgasverbrauchs wird mit KlimaPro komplett kompensiert. Gleichzeitig fördern Sie damit soziale Projekte sowie den Ausbau von erneuerbaren Energien.

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