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Gaspreisentwicklung: So verändern sich die Preise

Ein Blick auf die historische Gaspreisentwicklung der letzten Jahrzehnte zeigt große Schwankungen. Wovon ist der Gaspreis in erster Linie abhängig? 

Als Berliner Gasversorger hat die GASAG die Gaspreisentwicklung seit 1847 sozusagen aus erster Hand miterlebt. Der Gaspreis und die Art der Gasversorgung haben sich seit den Anfängen der Gasversorgung verändert. Wurden die Laternen in der Stadt früher noch mit Stadtgas versorgt, kommen heute mit L-Gas und H-Gas verschiedene Erdgas-Arten direkt in den Haushalt. Heute kostet Gas ein Vielfaches von dem, was es früher gekostet hat. Einerseits ist dafür selbstverständlich der Einfluss der Inflation verantwortlich, andererseits hängt der Gaspreis auch von anderen Faktoren ab.

Ölpreisbindung: Gaspreis auf den Spuren des Ölpreises

Einen genaueren Blick wert sind die 1970er Jahre. Denn gegen Ende des Jahrzehnts setzte sich die sogenannte Ölpreisbindung durch. Dabei wurde der Gaspreis an den Ölpreis gekoppelt. Die Folge: Die Schwankungen des Erdölpreises fanden sich mit wenig zeitlicher Verzögerung auch beim Preis von Erdgas wieder. 

In Deutschland fand die Ölpreisbindung in den meisten Fällen nach der 6-1-3-Regelung statt. Das bedeutet: Der durchschnittliche Ölpreis aus einem Referenzzeitraum von sechs Monaten wurde mit einem Zeitversatz von einem Monat für die kommenden drei Monate festgeschrieben.

Bei ihrer Einführung war die Ölpreisbindung zunächst unter anderem dafür vorgesehen, keine Konkurrenz zwischen Erdöl und Erdgas entstehen zu lassen. Durch die Kopplung sollte außerdem die Finanzierung von Anlagen zur Erdgasförderung sichergestellt werden. 

Inzwischen spielt die Ölpreisbindung keine wichtige Rolle mehr und ist auf dem Endkundenmarkt nicht mehr als alleinige Bezugsgröße zulässig.

Welche Faktoren haben Einfluss auf die Gaspreisentwicklung?

Bei der Gaspreisentwicklung kann es auch unabhängig vom Ölpreis zu Schwankungen kommen. Denn der Preis beruht auf verschiedenen Faktoren, die großen Einfluss auf den Gaspreis haben können. Zu den wichtigsten Faktoren zählen die folgenden:

  • Kosten für Erdgas
    Erdgasanbieter produzieren das angebotene Gas nicht selbst, sondern müssen es auf dem weltweiten Energiemarkt kaufen. Diese Kosten machen rund 50 Prozent des Gaspreises aus. Schwanken die Einkaufspreise auf dem Energiemarkt, wirkt sich das auch auf den lokalen Gaspreis aus. 
  • Betriebskosten des Gasnetzes
    Das Erdgas gelangt durch die Leitungen des Gasnetzes zu den Haushalten. Netzbetreiber müssen ihr Gasnetz dazu dauerhaft instandhalten. Etwa 21 Prozent des Gaspreises decken diese Kosten.
  • Konzessionsabgabe
    Das Gasnetz verläuft durch öffentlichen Grund. Für diese Nutzung bekommen Gemeinden und Kommunen eine sogenannte Konzessionsabgabe vom örtlichen Netzbetreiber. Die Höhe richtet sich nach der Einwohnerzahl der Gemeinde und hängt darüber hinaus von der Nutzung des Gases ab. Die Konzessionsabgabe beträgt in Deutschland zwischen 0,22 und 0,93 Cent pro Kilowattstunde.
  • Energiesteuer und weitere Abgaben
    Mit 0,55 Cent pro Kilowattstunde hat auch die Energiesteuer einen erheblichen Einfluss auf den Gaspreis. Zusätzliche Abgaben können diesen Effekt weiter verstärken.

Grundsätzlich gelten auch für den Energiemarkt die Gesetze von Angebot und Nachfrage. Werden zum Beispiel neue Gasfelder erschlossen oder neue Möglichkeiten zur Förderung von Erdgas angewendet, hat das Auswirkungen auf den Gaspreis. Steigt wiederum bei gleichbleibender Fördermenge die Nachfrage nach Erdgas, etwa aufgrund eines vergleichsweise kalten und lang andauernden Winters, steigt gleichzeitig auch der Gaspreis. Darüber hinaus können auch die weltweite Konjunktur sowie politische Entwicklungen einen teilweise erheblichen Einfluss auf den Gaspreis haben.

Gaspreisentwicklung seit 2005

Vergleichen wir den Gaspreis aus dem Jahr 2005 mit dem aus 2020, dann ergibt sich eine Preissteigerung von rund acht Prozent. Die exakte Gaspreisentwicklung spiegelt das aber natürlich nicht wider. Stattdessen stieg der Gaspreis zunächst hauptsächlich aufgrund von erhöhten Beschaffungspreisen deutlich an. Von durchschnittlich 5,39 Cent pro Kilowattstunde im Jahr 2005 auf 7,17 Cent im Jahr 2008. Der Nachfragerückgang der Finanzkrise 2009 sorgte für einen sinkenden Gaspreis auf durchschnittlich 6,07 Cent im Jahr 2010. Nach einem zwischenzeitlichen Anstieg auf 6,8 Cent im Jahr 2013 fiel der Gaspreis kontinuierlich bis zum Jahr 2018 auf 5,63 Cent pro Kilowattstunde im bundesweiten Durchschnitt aller Versorger.

Neuer CO2-Preis seit 2021

Der neue CO2-Preis sorgte zu Beginn des Jahres 2021 für eine Erhöhung des Gaspreises. Pro Kilowattstunde Erdgas ergeben sich dadurch zusätzliche Abgaben zwischen 0,5 und 0,6 Cent. 
Vom neuen CO2-Preis sind neben Erdgas allerdings auch Benzin, Diesel und Heizöl betroffen. Der Grund: Verkäufer von fossilen Brenn- und Heizstoffen müssen für jede Tonne CO2, die diese Energieträger ausstoßen, im Jahr 2021 pauschal 25 Euro bezahlen. Dieser Preis wird in den kommenden Jahren langsam weiter ansteigen.
Was Verbraucher zum neuen CO2-Preis wissen müssen: Das steckt hinter dem CO2-Preis ab 2021

Gaspreisentwicklung: Unsere Tipps für die Zukunft

Die Gaspreisentwicklung lässt sich selbstverständlich nicht exakt vorhersagen. Zu viele Faktoren spielen dabei eine Rolle. Doch als fossiler Energieträger ist Erdgas langfristig begrenzt. Deshalb wird es zukünftig vermutlich zugunsten von grünen Gasen an Bedeutung verlieren. Unser Tipp: Tun Sie sich, Ihrem Portemonnaie und der Umwelt etwas Gutes.

Verbrauch optimieren, CO2 einsparen

Wer seinen Verbrauch optimiert, kann am meisten profitieren. Denn jede eingesparte Kilowattstunde ist nicht nur gut für das Portemonnaie, sondern auch für das Klima. Schon vermeintliche Kleinigkeiten können dabei einen großen Einfluss haben.
Nur ein Grad weniger Raumtemperatur kann bei einem Haushalt mit vier Personen beispielsweise bis zu 350 Kilogramm CO2 und sechs Prozent Heizkosten sparen. Noch mehr Spar-Tipps gefällig? So reduzieren Sie Ihren eigenen ökologischen Fußabdruck.

Ökogas: Erdgas klimaneutral machen

Erdgas von GASAG geht übrigens auch heute schon klimaneutral. Und zwar mit nur einem Klick auf die Option KlimaPro. Im Handumdrehen machen Sie damit Ihr Erdgas zu klimaneutralem Ökogas, denn der CO2-Ausstoß Ihres Erdgasverbrauchs wird mit KlimaPro komplett kompensiert. Gleichzeitig fördern Sie damit soziale Projekte sowie den Ausbau von erneuerbaren Energien.

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