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Strompreisentwicklung: Wie sich der Strompreis verändert

Auch die Strompreise steigen 2021 – aber warum eigentlich genau? Und wie sieht die historische Strompreisentwicklung aus? Wir zeigen, wie sich der Strompreis langfristig verändert hat und welche Faktoren dafür verantwortlich sind.

In Zeiten, in denen der Strompreis steigt, wird deutlich, wie wichtig Strom für unser tägliches Leben ist. Ganz selbstverständlich schalten wir das Licht an, um zu lesen, den Computer, um zu arbeiten, und den Herd, wenn wir Hunger haben. Ohne Strom würden wir buchstäblich im Dunkeln tappen. Deshalb sind steigende Strompreise ein besonders heiß diskutiertes Thema. Doch ein Blick auf die historische Strompreisentwicklung zeigt: Steigende Strompreise sind keine neue Entwicklung – und für diesen Trend gibt es Gründe.

Aktueller Strompreis 2021 in Deutschland 

Der aktuelle Strompreis für Privathaushalte in Deutschland liegt bei durchschnittlich 31,94 Cent pro Kilowattstunde (kWh), wie der BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft im Juni 2021 ermittelte. Von 2020 auf 2021 ist der Preis für Strom damit um 0,4 % angestiegen. 

Strompreisentwicklung der letzten 20 Jahre  

Diese Entwicklung ist nicht neu. In den letzten 20 Jahren ist der Strompreis kontinuierlich gestiegen. Nach der  Liberalisierung des Strommarktes 1998 mit einem Durchschnittspreis von 17,11 Cent / kWh sanken die Preise kurzzeitig. Seit 2000 entwickeln sie sich stetig nach oben: Im Jahr 2000 zahlten Privathaushalte 13,94 Cent / kWh, 2010 waren es 23,69 Cent und 2020 31,81 Cent. Für einen Privathaushalt mit einem Stromverbrauch von 3.500 kWh bedeutete das konkret: Im Jahr 2000 belief sich die Stromrechnung durchschnittlich auf 40,66 Euro im Monat. 2010 waren es 69,09 Euro und 2020 fielen monatliche Kosten von rund 92,78 Euro an. Langfristig betrachtet ist der Strompreis von 1998 auf 2021 um 87 % gestiegen. 

Historische Strompreisentwicklung ab den 1950er-Jahren

Blicken wir ein paar Jahrzehnte weiter zurück: In den 1950er- und 1960er-Jahren sank der durchschnittliche Strompreis in Deutschland kontinuierlich. Das änderte sich Anfang der 1970er-Jahre, vor allem bedingt durch die Ölkrisen. Im Zuge der Ölpreiserhöhungen stiegen die durchschnittlichen Strompreise seitdem mit kleinen Schwankungen stetig an. Berücksichtigt man die allgemeine Inflation, stellt sich die Situation etwas anders dar: Die inflationsbereinigten Strompreise sind ab den 1970er-Jahren meist gefallen oder gleich geblieben. Erst seit der Jahrtausendwende stiegen die Strompreise schneller als die die Preise für Waren und Dienstleistungen. 


 

So setzt sich der Strompreis zusammen

Warum wird Strom zunehmend teurer? 

Dass die Kosten für Strom über die Jahrzehnte stetig gestiegen sind, hat vor allem zwei Gründe: Die staatlich festgelegten Umlagen und Abgaben haben sich immer weiter erhöht: Von 1998 bis 2021 sind diese Kosten um 303 % gestiegen. Auch ihr Anteil am Strompreis ist gewachsen, nämlich von 24 % auf 51 %. Stromlieferanten haben auf diesen Preisbestandteil keinen Einfluss. Die Preissteigerung für Beschaffung, Vertrieb und Netzentgelt sind im Vergleich dazu mit 19 % moderat. 
Ein weiterer Grund dafür, dass die Strompreise langfristig steigen, ist die allgemeine Inflation. Der steigende Strompreis steht in Relation zur Erhöhung der Gehälter und der Verteuerung von Waren und Dienstleistungen. Betrachtet man die Stromkosten preisbereinigt, ergibt sich von 1998 zu 2021 nur noch eine Steigerung von 36 %. Die Kosten für Beschaffung, Vertrieb und Netzentgelt haben preisbereinigt sogar ein Minus von 13 % zu verzeichnen. 

Der deutsche Strompreis im europäischen Vergleich 

Deutschland ist in Sachen Strompreis mit 31,94 Cent / kWh  Spitzenreiter in Europa, wie Daten von Eurostat für Privathaushalte in der ersten Jahreshälfte 2021 zeigen. Auf Platz zwei folgt Dänemark mit 29 Cent / kWh, den dritten Platz belegt Belgien mit 27,02 Cent. Der durchschnittliche Strompreis in der EU beträgt 21,92 Cent. Der Hauptgrund dafür, dass der Strompreis in Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern so hoch ist, ist der hohe Anteil an Abgaben, Umlagen und Steuern. 

Wie sich der Strompreis aktuell entwickelt  

2021 sind die Strompreise weiter gestiegen, denn die Kosten für die Beschaffung von Strom an der Strombörse haben sich erhöht. Sie folgen der Gaspreisentwicklung am Gasmarkt, wo die Preise in diesem Jahr ungewöhnlich stark gestiegen  sind. Außerdem sind Emissionszertifikate für die Betreiber von Kohle- und Gaskraftwerken teurer und knapper geworden. Wurden an der Börse für die Emission einer Tonne CO2 im Vorjahr etwa 25 Euro gezahlt, sind es seit Mitte 2021 mehr als 50 Euro. Das schlägt sich auch auf den Strompreis nieder. Ein weiterer Grund für die höheren Preise: 2021 gab es unterdurchschnittlich wenig Wind, sodass die Windkraftwerke weniger zur Stromerzeugung beitrugen. Deswegen kamen mehr Gaskraftwerke bei der Stromproduktion zum Einsatz – mit entsprechend hohen Gaspreisen. 
Wie sich der Strompreis in Zukunft entwickeln wird, ist schwer vorauszusagen. Stromlieferanten, die langfristig einkaufen wie GASAG, werden Ausschläge nach oben wahrscheinlich besser abfedern können. Immerhin sinkt 2022 die EEG-Umlage zur Förderung von erneuerbaren Energien von 6,5 Cent auf 3,723 Cent / kWh. Das dürfte die gestiegenen Strompreise für Verbraucher zumindest etwas auffangen. 

Was tun, um die Stromkosten niedrig zu halten?

Den eigenen Stromtarif prüfen und eventuell zu einem anderen Stromanbieter wechseln. In Deutschland gibt es über 1.100 Stromlieferanten – das sind mehr als in jedem anderen Land in Europa. Hier haben Verbraucher die Wahl, wer ihnen Strom in die Steckdose liefert. Wer in die Zukunft denkt und etwas fürs Klima tun möchte, wählt einen grünen Stromtarif wie GASAG | Ökostrom. Unser Ökostrom stammt zu 100 % aus erneuerbaren Energien und ist klimaneutral. Was viele nicht wissen: Grüner Strom ist nicht unbedingt teurer als Graustrom. Eine weitere Möglichkeit, die Stromkosten niedrig zu halten: den eigenen Stromverbrauch auf den Prüfstand stellen und Strom sparen. Das ist mit unseren Energiespartipps für den Haushalt ganz einfach – und tut auch der Umwelt gut. 

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