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Video: So funktioniert der CO₂-Preis

Am 1. Januar 2021 wird der CO2-Preis in Deutschland eingeführt. Was bedeutet das – und womit müssen Verbraucher jetzt rechnen? Wir erklären es ganz einfach in 90 Sekunden.

2021 kommt der CO2-Preis: Das müssen Verbraucher in Deutschland jetzt beachten.

Was ist eigentlich die CO₂-Bepreisung – und was soll sie bewirken?

Deutschland hat laut Umweltbundesamt 2019 rund 805 Millionen Tonnen Treibhausgase freigesetzt. Das gesetzte Klimaschutzziel, den Ausstoß bis Ende dieses Jahres auf 751 Millionen Tonnen zu reduzieren, wird aller Voraussicht nach verfehlt. Im Mai hat die Bundesregierung daher die Einführung eines CO2-Preises beschlossen – ab Januar 2021 soll er gelten. Antworten auf die fünf wichtigsten Fragen.

Warum ein CO2-Preis?

Klimapolitik war in den vergangenen Jahren vordergründig Subventionspolitik. Heißt: Innovative Technologien und den Ausbau erneuerbarer Energien hat die Politik finanziell gefördert. Nun ist klar: Das reicht nicht aus, um die eigenen Klimaschutzziele einzuhalten. Es wurden neue Wege gesucht, um Industrie und Verbraucher dazu zu bringen, CO2 einzusparen. Das soll mit dem neuen CO2-Preis für die Bereiche Wärme und Verkehr erreicht werden.

Wer muss den CO2-Preis zahlen?

Mittelbar betroffen sind alle Unternehmen, die mit fossiler Energie handeln, denn der CO2-Preis wurde auf Benzin, Diesel, Heizöl und Gas beschlossen. Sie werden verpflichtet, Verschmutzungsrechte in Form von Zertifikaten für den Treibhausgas-Ausstoß zu erwerben, den ihre Produkte verursachen. 2021 kostet eine Tonne CO2 25 Euro, bis 2025 steigt der Preis schrittweise auf bis zu 55 Euro. Danach soll die Tonne CO2 mindestens 55 Euro und höchstens 65 Euro kosten. Durch die steigenden Preise sind unmittelbar alle betroffen, die beim Heizen und Autofahren Treibhausgase produzieren. Also etwa Privatpersonen, die viel heizen, viel fliegen oder viel Auto fahren.

Was soll der CO2-Preis bewirken?

Die CO2-Bepreisung ist im Grunde ein Instrument mit zwei Zielen:

  • Der Verbraucher soll dazu gebracht werden, auf die eigene Emission zu achten und sie zu reduzieren – beispielsweise durch den Umstieg auf Elektromobilität oder öffentliche Verkehrsmittel, die Einsparung von Energie oder den Umstieg auf klimaschonende Technologien wie Wärmepumpen.
  • Die Wirtschaft soll dazu motiviert werden, auf klimafreundliche Alternativen umzusatteln.

Erreicht werden soll dies, indem man Verbraucher und Industrie im Geldbeutel spüren lässt, wenn sie viel Energie verbrauchen. Die Hoffnung: Beide ändern ihr Verhalten. Zugleich werden erneuerbare Energien und alternative Antriebstechnologien wettbewerbsfähiger, weil für sie keine CO2-Bepreisung anfällt. Es geht also darum, effektiv Kohlenstoffdioxid einzusparen, um die Schäden, die die Emissionen verursachen, zu verringern. Sprich: den Klimawandel aufzuhalten.

Welche CO2-Emission verursachen Autofahren und Fliegen? 

Ein Liter Benzin verursacht bei vollständiger Verbrennung 2.370 Gramm CO2, wie Berechnungen des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages ergaben. Ein Auto mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 7,5 Litern auf 100 Kilometer produziert also auf 100 Kilometern Fahrstrecke 17.775 Gramm Kohlendioxid. Auf einer Fahrstrecke von etwa 5.626 Kilometern wird folglich rund 1 Tonne CO2 ausgestoßen. Diese kostet 2021 zunächst 25 Euro, in den folgenden Jahren mehr. Zum Vergleich: Laut CO2-Rechner der Bundesregierung verursacht ein Economy-Flug von Berlin nach Palma de Mallorca pro Passagier hin und zurück 0,96 Tonnen CO2; auf dem Hin- und Rückflug von Berlin nach New York sind es schon 3,87 Tonnen.

Was passiert mit den Einnahmen?

Das Geld, das der Staat durch den CO2-Preis zusätzlich einnimmt, soll das Voranschreiten der Energiewende finanzieren und wird in die Maßnahmen des Klimaschutzprogramms fließen. Zudem soll ein Teil der Einnahmen an die Bürgerinnen und Bürger zurückgezahlt werden. Unter anderem ist Folgendes vorgesehen:

  • Senkung der staatlichen Bestandteile der Stromkosten
  • Erhöhung der Pendlerpauschale
  • Mehr Anreize zum Austausch alter Öl- und Gasheizungen
  • Förderung energetischer Sanierungsmaßnahmen
  • Erhöhung des Wohngeldes

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