Eine auf dem Dach eines Einfamilienhauses installierte Wärmepumpe mit Photovoltaik-Paneelen Bild mit KI erstellt.

Heizsysteme: Überblick und Vergleich heutiger Technologien.

Heizen mit Wärmepumpe, Solarthermie oder Hybridlösung: Technologien im Vergleich

Übersicht Heizsysteme: das Wichtigste in Kürze

Grünes Icon mit einer Hand, die eine leuchtende Glühlampe hält Bild mit KI erstellt.
  • Wärmepumpen nutzen erneuerbare Energiequellen: Sie nutzen Umweltwärme aus Luft, Erde oder Grundwasser.
  • Solarthermie nutzt Sonnenenergie: Die Technologie eignet sich vor allem zur Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung und wird gerne mit anderen Heizsystemen kombiniert.
  • Hybridheizungen verbinden verschiedene Technologien: Häufig werden Wärmepumpen mit Gasheizungen oder Solarthermie kombiniert.
  • Gas- und Ölheizungen weiterhin möglich: Eigentümerinnen und Eigentümer können auch künftig mit effizienten Brennstoffen auf diese Heizsysteme setzen.
  • Für jede Immobilie die passende Lösungen: Neben Wärmepumpen, Solarthermie-, Gas- und Ölheizungen kommen je nach Gebäudetyp auch Brennstoffzellen, Blockheizkraftwerke, Fernwärme oder Nachtspeicherheizungen infrage.

Moderne Heizsysteme im Überblick

Mit dem neuen Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), das am 10. Juli 2026 das bisherige Gebäudeenergiegesetz (GEG) grundlegend reformiert hat, gelten neue Rahmenbedingungen für die Wahl von Heizsystemen. Die bisherige 65-Prozent-Regel wurde aufgehoben. Eigentümerinnen und Eigentümer können nun wieder zwischen verschiedenen Heiztechnologien wählen. Dazu zählen Wärmepumpen, Fernwärme, Hybridheizungen, Biomasseheizungen sowie Gas- und Ölheizungen. Gleichzeitig bleibt das Ziel einer effizienten Wärmeversorgung bestehen: Ab 2045 dürfen Heizungen nur noch mit den gesetzlich zulässigen Energieträgern betrieben werden.

Die Wärmepumpe: Funktionsweise und Einsatzbereiche

Eine elektrische Luft-Wasser-Wärmepumpe lässt sich vollständig mit Strom betreiben. Aufgrund der geringen Vorlauftemperaturen sind Wärmepumpen prädestiniert für Neubauten und sanierte Altbauten.

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe arbeitet ganz ähnlich wie ein Kühlschrank, bloß andersherum. Die Wärmepumpe entnimmt der Außenluft Wärme über einen Verdampfer, verdichtet sie, sodass die Temperatur weiter steigt, und gibt die Wärme schließlich über einen Verflüssiger an das Heizsystem ab. Die dafür erforderliche Pumpe wird mit Strom betrieben, der entweder mit einer PV-Anlage selbst erzeugt oder günstig über einen speziellen Tarif wie GASAG | STROM Wärmepumpe bezogen wird. Auch Hybridlösungen mit Wärmepumpen sind möglich, wie zum Beispiel eine Kombination aus Wärmepumpe und Gasheizung.

Heizen mit Solarthermie

Solarkollektoren benötigen zur Energieerzeugung ausschließlich Sonnenlicht. Wer also Sonnenenergie zur Wärmeerzeugung nutzen möchte, kann sein Heizsystem mit Solarthermie betreiben. Da allerdings die Sonneneinstrahlung meist nicht ausreichend ist, um das Heizsystem vollständig zu versorgen, werden Solarthermie-Anlagen oft mit einem anderen Wärmeerzeuger kombiniert, wie etwa mit einer Gas- oder Ölheizung oder einer Wärmepumpe – sie laufen also hybrid.

Solarthermie funktioniert, indem das Sonnenlicht die Solarflüssigkeit innerhalb der Kollektoren aufheizt. Die aufgeheizte Flüssigkeit fließt anschließend über Leitungen zu einem Wärmetauscher. Von dort gelangt die Wärme in einen Speicher und kann zur Warmwasserbereitung sowie zur Unterstützung der Heizung genutzt werden.

Blockheizkraftwerk und Brennstoffzelle

Nicht nur Wärme, sondern auch eigener Strom lässt sich mit einem Blockheizkraftwerk oder einer Brennstoffzelle erzeugen. Während ein Blockheizkraftwerk üblicherweise in Mehrfamilienhäusern oder neu angelegten Wohnsiedlungen zum Einsatz kommt, eignet sich ein Heizsystem mit Brennstoffzelle optimal für ein Einfamilienhaus.

Eine Brennstoffzellenheizung gewinnt zunächst Wasserstoff aus zugeführtem Erdgas oder Biogas. Der Wasserstoff reagiert dann in einer elektrochemischen Reaktion mit Sauerstoff zu Wasser. Dabei entsteht sowohl elektrischer Strom als auch Nutzwärme. Den erzeugten Strom verbraucht der Haushalt selbst, der produzierte Überschuss wird in das Stromnetz eingespeist und vergütet. Mit einem Wirkungsgrad von über 90 Prozent kann die Brennstoffzelle einen großen Teil der eingesetzten Energie nutzbar machen. Wird Biogas eingesetzt, können die mit dem Betrieb verbundenen Treibhausgasemissionen gegenüber fossilen Energieträgern verringert werden.

Moderne Brennwertheizungen: Öl- und Gas als Energieträger

Viele Bestandsbauten verfügen noch über Heizsysteme, die auf fossile Brennstoffe angewiesen sind. Heutzutage handelt es sich dabei meist um moderne Brennwertheizungen für Öl oder Gas. Die punkten bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern durch ihre hohen Wirkungsgrade, ihre große Zuverlässigkeit bei geringem Wartungsaufwand und eine einfache Bedienung. Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz wurden die Vorgaben für neue Heizungen wieder offener gestaltet. Gas- und Ölheizungen dürfen weiterhin eingebaut werden. Für neu installierte Anlagen gelten jedoch künftig schrittweise steigende Anforderungen an den Anteil effizienter Brennstoffe. Die sogenannte „Biotreppe“ sieht Mindestanteile alternativer Energieträger von 10 Prozent ab 2029, 15 Prozent ab 2030, 30 Prozent ab 2035 und 60 Prozent ab 2040 vor.

Ölheizung: fossile Energie

Ölheizungen bleiben nach dem GModG grundsätzlich weiterhin zulässig. Allerdings müssen auch diese schrittweise höhere Anteile der gesetzlich vorgegebenen alternativen Brennstoffe nutzen. Spätestens ab 2045 dürfen fossile Energieträger nicht mehr für die Wärmeversorgung eingesetzt werden.

Klassische Gas- oder Ölheizungen funktionieren nach einem einfachen Prinzip. Der Energieträger Gas bzw. Öl wird verbrannt, die Flamme erhitzt das Wasser in den Heizkreisläufen, das wiederum die Räume heizt und Warmwasser bereitstellt. Um möglichst viel Energie aus dem Brennstoff zu gewinnen, nutzen Brennwertheizungen darüber hinaus auch die Wärme der bei der Verbrennung entstehenden Abgase: Dadurch erreichen sie einen Wirkungsgrad von über 90 Prozent.

Gasheizung: Vorteile und Förderung

Wer auf eine Gasheizung setzt, profitiert im Gegensatz zur Ölheizung von einigen Vorteilen. Bei der Verbrennung von Erdgas entstehen im Vergleich zu Heizöl typischerweise geringere Emissionen bestimmter Luftschadstoffe und CO2-Mengen je Kilowattstunde Wärme. Für Gasheizungen wird zudem weder ein Öltank im Keller benötigt, noch treten Lieferschwierigkeiten bei der Versorgung auf.

Nachtspeicherheizung: Heizen mit Strom

Nachtspeicherheizungen finden sich meist in Bestandsbauten und wurden ursprünglich als Alternative zu Gasheizungen installiert. Der Nachtspeicher benötigt ausschließlich Strom, um Wärme zu erzeugen und lässt sich daher vollständig mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen betreiben. Dennoch gilt die Nachspeicherheizung mittlerweile als veraltet, da sie im Vergleich zu den anderen Heizsystemen kostspielig und weniger effizient ist.

Ein Nachtspeicher wird, wie der Name vermuten lässt, in der Regel nachts aufgeheizt. Dies geschieht mit elektrischem Strom, wenn das Stromnetz üblicherweise wenig genutzt wird. Die Speicheröfen halten die erzeugte Wärme über Stunden und geben sie am Folgetag in den Raum ab. Nachts werden die jetzt kalten Speicher wieder aufgeheizt.

Staatliche Förderung für Heizsysteme

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) wird auch nach Inkrafttreten des Gebäudemodernisierungsgesetzes fortgeführt. Bestimmte Heiztechnologien wie Wärmepumpen werden weiterhin gefördert. Gleichzeitig hat die Bundesregierung angekündigt, dass die maximalen Förderbeiträge künftig schrittweise sinken. Deshalb empfiehlt es sich, vor einer Modernisierung die aktuell gültigen Förderbedingungen zu prüfen. Eine Übersicht über die genauen Voraussetzungen und Fördersätze bietet die Seite der KfW.