Wärmepumpe auf dem Dach installieren: So geht’s.
Voraussetzungen, Vorbereitung und Installation.
Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste in Kürze
- Die Installation muss durch eine Fachkraft erfolgen.
- Montagevorrichtung und Schwingdämpfung nötig.
- Prüfung von Statik und Traglast des Daches vor der Installation.
- Die Betriebslautstärke darf 35 Dezibel (nachts) nicht überschreiten.
- Die Installation einer Wärmepumpe auf einem Sattel- oder Flachdach ist möglich.
Kann man eine Wärmepumpe auf dem Dach installieren?
Ja, eine Wärmepumpe lässt sich auch auf dem Dach installieren. Dabei müssen allerdings bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, die einerseits die Tragfähigkeit des Dachs betreffen, andererseits aber auch Lärmemissionen, Rohrleitungen und baurechtliche Vorschriften.
Wärmepumpe auf dem Dach: Das müssen Sie vorab wissen
Eine Wärmepumpe muss grundsätzlich von qualifizierten Fachleuten installiert werden. Bei der Installation einer Luft-Wärmepumpe auf dem Dach spielt darüber hinaus die Statik und Traglast des Dachs eine elementare Rolle.
Nur wenn das Dach das zusätzliche Gewicht der Wärmepumpe auch bei starkem Wind sicher tragen kann, ist es für die Installation geeignet. Außerdem gilt es, baurechtliche Vorschriften zu beachten. Dafür kann es hilfreich sein, sich bei der örtlichen Baubehörde zu informieren, um gegebenenfalls Genehmigungen einzuholen.
Montagevorrichtung und Schwingdämpfung
Die Installation auf dem Dach ist aufwendiger als am Boden oder im Haus – insbesondere bei einem Satteldach mit entsprechender Dachschräge muss zunächst eine Montagevorrichtung installiert werden, auf der wiederum die Wärmepumpe montiert und fest verankert wird. Eine Schwingungsdämpfung wird empfohlen, damit sich die Vibrationen der Wärmepumpe auf dem Dach nicht auf das Gebäude übertragen.
Solch eine Dämpfung ist auch empfehlenswert, wenn die Wärmepumpe auf einem Flachdach installiert werden soll. Das Anbringen einer Montagevorrichtung und einer Schwingungsdämpfung geht mit zusätzlichen Kosten einher – und sollte entsprechend in die Entscheidung für oder gegen eine Wärmepumpe auf dem Dach miteinbezogen werden.
Betriebslautstärke von Wärmepumpen
Ein mögliches Argument gegen das Dach als Installationsort kann auch die Betriebslautstärke einer Wärmepumpe sein. Der Geräuschpegel ist deshalb ein wichtiger Faktor und sollte bei der Auswahl einer Wärmepumpe mit geplanter Dachmontage berücksichtigt werden, um Lärmemissionen zu vermeiden, die im eigenen Haus oder sogar im Nachbargebäude zu hören sind. Der Geräuschpegel lässt sich aus den Datenblättern ablesen oder Fachbetriebe können auch eine Schall-Simulation durchführen.
Vorteile einer Wärmepumpe auf dem Dach
Wenn alle Voraussetzungen und Bedingungen erfüllt wurden, kann sich das Dach dennoch als optimaler Standort für eine Luft-Wärmepumpe erweisen. Die Energie zum Heizen wird aus der Umgebungsluft bezogen und zirkuliert auf nahezu jedem Dach ausgezeichnet. So kann die Wärmepumpe sehr effizient arbeiten.
Professionelle Beratung für Ihre Wärmepumpe
Ob das eigene Dach für eine Wärmepumpe geeignet ist, lässt sich am besten im Rahmen einer professionellen Beratung klären. Dabei werden sämtliche relevanten Aspekte untersucht und anschließend eine Empfehlung abgegeben. Ist für die Immobilie ohnehin eine Sanierung geplant, kann gleich geprüft werden, ob es sich lohnt, eine Wärmepumpe nachzurüsten.
Wärmepumpen lassen sich übrigens auch auf Garagendächern installieren, solange diese die entsprechenden statischen Voraussetzungen erfüllen. Carports oder Gartenhäuschen hingegen eignen sich eher nicht für ein Wärmepumpe-Außengerät, da sie eine geringere und dadurch unzureichende Traglast haben. Bei einer individuellen Beratung helfen wir Ihnen gerne dabei, den optimalen Standort für Ihre Wärmepumpe auf dem Dach zu finden.
4 Schritte: Wärmepumpe auf dem Dach installieren
Grundsätzlich lässt sich eine Wärmepumpe in vier Schritten auf dem Dach montieren. Alle benötigten Rohrleitungen sollten bereits verlegt und betriebsbereit sein, sodass die Wärmepumpe auf dem Dach nach deren Installation sofort heizen kann. So geht Ihr professioneller Vertragspartner vor:
1. Dach für Wärmepumpe vorbereiten
Zunächst wird der gewählte Standort der Wärmpumpe auf dem Dach gereinigt und für einen sauberen Untergrund gesorgt, damit die Wärmepumpe optimal montiert werden kann.
2. Montagevorrichtung installieren
Bevor die Wärmepumpe auf dem Dach montiert werden kann, ist insbesondere bei Satteldächern eine Montagevorrichtung notwendig. Diese wird fest auf dem Dach verankert.
3. Wärmepumpe installieren
Anschließend kann die Wärmepumpe auf dem Dach installiert werden. Sobald die Wärmepumpe fest montiert ist, werden zunächst die Kabel angeschlossen und die Betriebsbereitschaft getestet.
4. An das Heizsystem anschließen
Wenn die Wärmepumpe installiert und betriebsbereit ist, wird sie an das Heizsystem angeschlossen. Abschließend stellt Ihr Monteur sicher, dass alle erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen, wie Blitzschutz und ordnungsgemäße Absturzsicherung, eingehalten sind.
Wärmepumpe auf dem Dachboden
Wer die Wärmepumpe nicht auf dem Dach installieren lassen kann, denkt womöglich an den Dachboden als alternativen Installationsort. Allerdings benötigt eine Luft-Wärmepumpe in Monobauweise ausreichend Luftzirkulation, um effizient arbeiten zu können. Sogar große Dachböden liefern meist nicht genug Volumen, um eine Wärmepumpe im Einfamilienhaus effizient betreiben zu können.
Die Wärme aus der Dachbodenluft reicht deshalb in den meisten Fällen nicht aus. Darüber hinaus erzeugt eine Luft-Wärmepumpe kalte Abluft, die das Gebäude auskühlen kann und ins Freie geleitet werden sollte. Deshalb ist die Umsetzung einer Monoblock-Wärmepumpe auf dem Dachboden meist kompliziert oder nicht durchführbar.
Im Gegensatz zu Monoblock-Anlagen können Split-Wärmepumpen durchaus auf dem Dachboden montiert werden, denn das Außengerät kann im Freien installiert werden – zum Beispiel auf dem Dach. In diesem Fall ist die Installation einer Wärmepumpe unter dem Dach also denkbar.
Als Grundvoraussetzung dafür sollte der Dachboden ausreichend tragfähig sein, um das zusätzliche Gewicht der Wärmepumpe tragen zu können und selbstverständlich ausreichend Platz für die Wärmepumpe bieten. Zu berücksichtigen ist nicht nur die Stellfläche, sondern auch ein guter Zugang bei Wartung und eventuellen Reparaturen. Wenn eine Wärmepumpe aber gar nicht in Frage kommt, gibt es klimafreundliche Alternativen zur Wärmepumpe, die eine mit fossilen Brennstoffen betriebene Heizung ersetzen können.