Keine Energiewende ohne Erdgas Bild mit KI erstellt.

Erdgas, Biomethan und Wasserstoff im Überblick.

Gasförmige Energieträger werden zur Wärmeerzeugung, in der Industrie und für weitere Anwendungen eingesetzt. Neben fossilem Erdgas rücken dabei zunehmend Biomethan und Wasserstoff in den Fokus. Doch wie entstehen diese Gase, wie werden sie transportiert und welche Rolle können sie künftig im Energiesystem spielen?

Erdgas ist konzentrierte Energie

Erdgas hat sich in Jahrmillionen aus den Überresten von Algen und Kleinstlebewesen gebildet, welche die urzeitlichen Ozeane rund um den Erdball bevölkerten. Ähnlich wie Erdöl ist es quasi ein Energiekonzentrat. Sein Brennwert ist mehr als doppelt so hoch wie das von geschlagenem Holz aus dem Wald. Und es ist heute wesentlich leichter zu lagern, zu transportieren und in der benötigten Menge zu fördern.

Erdgas in deutschen Haushalten

Mit diesen Eigenschaften nimmt Erdgas heute wie früher eine wichtige Rolle bei der Energieversorgung ein. Im Gebäudebereich heizt in Deutschland nach aktuellen Daten noch nahezu jeder zweite Haushalt mit Erdgas (Stand 2026). Damit ist Erdgas weiterhin einer der wichtigsten Energieträger im Wärmemarkt.

Zugleich werden über 40 Prozent des in Deutschland verbrauchten Erdgases für die Beheizung von Gebäuden und die Warmwasserversorgung eingesetzt, berichtet das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz. Ohne Erdgas bliebe im Winter so manche Wohnung kalt.

Grünes Icon mit einer Hand, die eine leuchtende Glühlampe hält Bild mit KI erstellt.

Effizienter Brennstoff

Moderne Gasbrennwertkessel nutzen einen großen Teil der im Erdgas enthaltenen Energie. Würden überall dort, wo in Deutschland ein Austausch möglich ist, Ölkessel durch Gasbrennwertkessel ersetzt, könnten die mit der Wärmeversorgung verbundenen CO2-Emissionen reduziert werden – das sind rund 40 Prozent dessen, was die Bundesregierung als Einsparungsziel für 2030 benannt hat.

Fossile Energien stehen zwar wegen ihrer negativen CO2-Bilanz in der Kritik. Doch anders als beim Erdöl kommt dem Erdgas eine hohe Wandlungsfähigkeit zugute. Im Wesentlichen besteht es aus sehr altem Methan, einem Gas, das äußerst leicht entflammbar ist. Allerdings lässt es sich auch sehr leicht mit modernen, biogenen oder synthetisch erzeugten Gasen mischen.

Biomethan aus organischen Reststoffen

Biomethan entsteht durch die Aufbereitung von Biogas. Dieses wird in Biogasanlagen durch die Vergärung organischer Materialien erzeugt, beispielsweise aus Bioabfällen, Gülle oder Pflanzenresten. Bei der anschließenden Aufbereitung werden unter anderem Kohlendioxid, Wasser und Schwefelverbindungen entfernt. So entsteht ein methanreiches Gas mit einer ähnlichen Zusammensetzung wie Erdgas. Es kann daher unter Einhaltung der Anforderungen an die Gasbeschaffenheit in das bestehende Gasnetz eingespeist und über dieses verteilt werden.

Für die Erzeugung von Biogas können neben organischen Reststoffen auch Energiepflanzen eingesetzt werden. Welche Auswirkungen die Herstellung hat, hängt unter anderem von den verwendeten Ausgangsstoffen, ihrem Anbau und dem Herstellungsverfahren ab. Der Anbau von Energiepflanzen kann zusätzliche Flächen beanspruchen und sich auf die landwirtschaftliche Nutzung sowie die Artenvielfalt auswirken.

Wasserstoff als möglicher Energieträger

Wasserstoff kann künftig vor allem dort eingesetzt werden, wo Strom aus erneuerbaren Energien nicht direkt genutzt werden kann. Bei der Elektrolyse wird Wasser mithilfe von elektrischem Strom in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten. Stammt der eingesetzte Strom aus erneuerbaren Energiequellen und werden die dafür geltenden Anforderungen erfüllt, kann Wasserstoff aus erneuerbaren Quellen erzeugt werden. Der entstehende Sauerstoff kann ebenfalls genutzt oder an die Umgebung abgegeben werden.

Wasserstoff lässt sich speichern, transportieren und beispielsweise als Rohstoff in der Industrie oder als Energieträger einsetzen. Eine Beimischung in bestehende Erdgasnetze ist technisch grundsätzlich möglich, jedoch nur innerhalb festgelegter Grenzen. Wie viel Wasserstoff beigemischt werden kann, hängt unter anderem vom jeweiligen Netz, den angeschlossenen Anlagen und den regulatorischen Vorgaben ab. Für den Transport von reinem Wasserstoff müssen bestehende Gasleitungen und angeschlossene Anlagen auf ihre Eignung geprüft und gegebenenfalls angepasst werden. Teile der vorhandenen Gasinfrastruktur können dadurch künftig für Wasserstoff genutzt werden.