Nahaufnahme von Händen an einer Heizung. Bild mit KI erstellt.

Gasheizung oder Wärmepumpe: Das sind die Vor- und Nachteile.

Gasheizung oder Wärmepumpe: das Wichtigste in Kürze

Grünes Icon mit einer Hand, die eine leuchtende Glühlampe hält Bild mit KI erstellt.
  • Wärmepumpen sind zukunftssicher: niedrige Betriebskosten, hohe Effizienz, langfristige Heizlösung.
  • Gasheizungen: können gemäß dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) seit 2026 wieder eingebaut werden und haben geringere Anschaffungskosten.
  • Keine langfristige Perspektive für Gasheizungen: Für neue Gasheizungen gelten nach dem GModG künftig und bis 2045 schrittweise steigende Anforderungen an den Einsatz klimafreundlicherer Brennstoffe.
  • Kombination aus Gasheizung und Wärmepumpe: Hybridheizungen können eine interessante Option sein, sollten aber individuell auf die Anforderungen des Gebäudes abgestimmt werden.

Was ist der Unterschied zwischen Gasheizung und Wärmepumpe?

Sowohl Gasheizungen als auch Wärmepumpen stellen Wärme für Heizung und Warmwasser bereit. Damit enden die Gemeinsamkeiten jedoch weitgehend. Die wesentlichen Unterschiede liegen in der Art der Wärmeerzeugung.

Eine Gasheizung erzeugt Wärme durch die Verbrennung von Gas. Die dabei entstehende Energie erwärmt Wasser, das über einen Heizkreislauf zu Heizkörpern oder Flächenheizungen im Gebäude transportiert wird. Dort gibt das Wasser seine Wärme ab, kühlt sich anschließend wieder ab und fließt zurück zur Heizanlage. Als Brennstoff kommen Erdgas, Flüssiggas oder in bestimmten Anlagen auch Biogas infrage.

Wärmepumpen nutzen Wärme aus der Umgebung, etwa aus der Luft, dem Erdreich oder dem Grundwasser. Möglich wird das durch einen geschlossenen Kältemittelkreislauf innerhalb der Wärmepumpe. Dabei durchläuft das Kältemittel vier Prozessschritte:

  1. Die Umweltwärme wird durch einen Wärmetauscher auf das Kältemittel übertragen. Dabei verdampft es.
  2. Der entstandene Kältemitteldampf wird in einem Kompressor stark verdichtet. Dadurch steigt die Temperatur an.
  3. Die Wärmeenergie des erhitzten Kältemittel-Dampfes wird durch einen weiteren Wärmetauscher auf die Heizungsanlage übertragen. Dabei sinkt die Temperatur so stark, dass sich der Kältemittel-Dampf wieder verflüssigt.
  4. Der aufgebaute Druck wird wieder abgelassen. Das Kältemittel kühlt vollständig ab – und der Kreislauf beginnt von vorne.

Gasheizung oder Wärmepumpe: Vor- und Nachteile im Überblick

Das bisherige Heizungsgesetz (offiziell: Gebäudeenergiegesetz, GEG) sah vor, dass reine Gasheizungen bis spätestens 2028 nicht mehr eingebaut werden , aber derzeit laufende Gasheizungen noch so lange in Betrieb bleiben dürfen, bis sie defekt sind. Mit dem neuen Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), das am 10. Juli 2026 in Kraft trat, besteht jedoch wieder Technologieoffenheit bei der Heizungswahl. Eigentümerinnen und Eigentümer können somit grundsätzlich weiterhin zwischen Wärmepumpe, Fernwärme, Biomasse-, Hybrid-, Gas- oder Ölheizung wählen. Für neue Gas- und Ölheizungen gelten allerdings steigende Anforderungen an den Einsatz ressourceneffizienter Brennstoffe.

Welche Heizungsart die Beste ist, lässt sich dabei gar nicht so leicht beantworten. Das hängt vor allem auch davon ab, welche Faktoren Ihnen persönlich besonders wichtig sind. Wir versuchen hier, Ihnen eine Entscheidungshilfe anhand einiger Kriterien zu geben:

Anschaffungskosten

Wenn es um die Anschaffungskosten geht, würde man sich vermutlich für die Anschaffung einer Gasheizung entscheiden. Sie kostet in etwa zwischen 8.000 und 16.000 Euro (inklusive Gasanschluss, Installation, hydraulischem Abgleich und Speicher). Die Anschaffungskosten von Wärmepumpen liegen hingegen bei 15.000 bis 40.000 Euro (inklusive Montage).

Laufende Kosten

Während Wärmepumpen in der Anschaffung sehr teuer sind, punkten sie im Betrieb mit geringeren Kosten von ungefähr 700 bis 1.700 Euro (inklusive Wartung) im Jahr. Bei Gasheizungen hingegen müssen Sie als Betreiberin oder Betreiber eher mit Kosten von etwa 1.900 Euro rechnen.

Eneuerbare Energiequellen

Wärmepumpen nutzen Energie aus Luft, Erde oder Wasser und benötigen zusätzlich elektrische Energie für den Betrieb. Wird der Strombedarf durch eine eigene Photovoltaikanlage oder durch Strom aus erneuerbaren Energien gedeckt, erfolgt der Betrieb auf Basis dieser Energiequellen.

Leistungszahl Wärmepumpe

Wärmepumpen stellen aus einer Kilowattstunde Strom mehrere Kilowattstunden Wärme bereit. Das genaue Verhältnis hängt von der Anlage und den Betriebsbedingungen ab.

Lebensdauer

Die Lebensdauer einer Heizungsanlage hängt von Bauart, Nutzung und Wartung ab. Für Wärmepumpen werden häufig rund 20 Jahre, für Gasheizungen etwa 10 bis 15 Jahre angegeben.

Biotreppe

Eine neue Gasheizung bedeutet nicht automatisch Planungssicherheit. Durch die neue gesetzliche Biotreppe müssen Eigentümerinnen und Eigentümer allerdings künftig eine neue Gasheizung schrittweise mit steigenden Anteilen biogener Gase einsetzen:

  • ab 2029: 10 Prozent
  • ab 2030: 15 Prozent
  • ab 2035: 30 Prozent
  • ab 2040: 60 Prozent

Wie sich die Verfügbarkeit und Preise entwickeln, ist derzeit nicht vorhersehbar.

Fördermöglichkeiten

Wärmepumpen haben den großen Vorteil, dass es für sie staatliche Förderungen gibt. Welche das sind und wie hoch die Förderung ausfallen könnte? Darüber informieren der Bundesverband Wärmepumpe e.V. und unser Artikel über die Förderung für Wärmepumpen. Bei Gasheizungen können Sie hingegen nicht auf finanzielle Unterstützung hoffen.

Hier noch einmal einige relevante Vor- und Nachteile kompakt zusammengefasst:

Wärmepumpe

Gasheizung

Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile von Wärmepumpe und Gasheizung

Vorteile

  • günstigerer laufender Betrieb / geringere Heizkosten
  • hoher Leistungszahl
  • attraktive staatliche Fördermöglichkeiten
    für den Umstieg auf Wärmepumpen
  • wartungsarm
  • Wirtschaftlichkeit steigt bei
    Nutzung von eigenem Solarstrom
  • keine Nutzung von fossilen
    Brennstoffen
  • Lebensdauer von etwa 20 Jahren

  • günstigere Anschaffungskosten
  • viele verschiedene Varianten im Handel
  • platzsparende und einfache Installation
  • bewährte und ausgereifte Technik

Nachteile

  • hohe Anschaffungskosten
  • komplexere Installation
  • Platzbedarf kann höher sein
  • Technik ist für Installationsbetriebe 'neuer' als Gasheizung

  • teurerer laufender Betrieb
  • höhere Kostenrisiken durch
    eventuelle Steigerung des CO2-Preises
    und steigende Netzentgelte
  • etwas wartungsintensiver
  • Abhängigkeit von der Gaspreisentwicklung
  • Lebensdauer etwa 10 bis 15 Jahren
  • keine staatliche Förderung für
    reine Gasheizungen möglich

Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile von Wärmepumpe und Gasheizung

Gasheizung mit Wärmepumpe kombinieren – ist das sinnvoll?

Mit dem 2026 verabschiedeten GModG haben Eigentümerinnen und Eigentümer wieder mehr Freiheit bei der Wahl ihrer Heiztechnik. Die bisherige Vorgabe, dass neue Heizungen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen, wurde abgeschafft. Dadurch können auch künftig neue Gasheizungen, Hybridheizungen sowie Wärmepumpen eingebaut werden.

Wer bereits eine funktionierende Heizung besitzt, muss nicht zwingend sofort zwischen Gasheizung und Wärmepumpe wählen. In einigen Fällen kann auch eine Hybridheizung, also die Kombination beider Systeme, eine Option sein, als Neuanschaffung oder auch als Nachrüstlösung für eine bestehende Gasheizung. Die Wärmepumpe übernimmt dabei den Großteil der Wärmeversorgung, während die Gasheizung bei sehr niedrigen Außentemperaturen oder besonders hohem Wärmebedarf unterstützt.

Trotz dieser größeren Wahlfreiheit bleiben die gesetzlichen Anforderungen an die Wärmeversorgung bestehen. Für neu installierte Gasheizungen gilt ab 2029 die sogenannte Biotreppe: Neu eingebaute Gas- und Ölheizungen müssen schrittweise höhere Anteile an klimafreundlicheren Brennstoffen wie Biogas und flüssige Biobrennstoffe verwendet werden.

Vieles spricht also dafür, bei einem Heizungsaustausch direkt auf eine Wärmepumpe zu setzen – ohne Gas-Kombination. Aber wie immer gilt: Jeder Fall ist individuell. Lassen Sie sich vor Ihrer Entscheidung deshalb am besten von Fachleuten zu Ihrer Situation beraten.

Häufige Fragen und Antworten zu Gasheizungen und Wärmepumpen

Was ist günstiger: Gasheizung oder Wärmepumpe?

Die Antwort hängt von mehreren Faktoren ab: den Anschaffungskosten, den laufenden Betriebskosten und den staatlichen Förderungen, die oben aufgeführt sind. Gasheizungen sind zwar in der Anschaffung günstiger, haben jedoch höhere jährliche Betriebskosten. Wärmepumpen sind in der Anschaffung teurer, verursachen aber deutlich geringere Heizkosten und profitieren von attraktiven Förderprogrammen.

Langfristig rechnet sich daher in den meisten Fällen eine Wärmepumpe – besonders, wenn der Strom teilweise über eine Photovoltaikanlage gedeckt wird.

Für welches Gebäude eignet sich eine Wärmepumpe und wann ist eine Gasheizung sinnvoll?

Wärmepumpen arbeiten besonders effizient in gut gedämmten Gebäuden mit moderner Heiztechnik, wie zum Beispiel Fußbodenheizungen oder großflächigen Heizkörpern, da sie mit niedrigen Vorlauftemperaturen auskommen. Bei Altbauten mit schlechter Dämmung kann der Energiebedarf etwas höher sein. Eine Gasheizung kann in unsanierten Bestandsgebäuden noch sinnvoll sein, besonders dann, wenn kein Platz für die Außeneinheit einer Wärmepumpe vorhanden ist oder die Installation technisch schwierig wäre. Aufgrund des Gebäudeenergiegesetzes ist dies aber nur noch in Ausnahmefällen langfristig tragfähig.

Was ist effizienter: Gasheizung oder Wärmepumpe?

In Sachen Energieeffizienz liegt die Wärmepumpe klar vorne. Während eine moderne Gasheizung einen Wirkungsgrad von etwa 90 bis 98 Prozent erreicht, kann eine Wärmepumpe je nach Systemtyp und Gebäudezustand einen Wirkungsgrad von rund 300 bis 500 Prozent erreichen. Das bedeutet, dass sie aus 1 kWh Strom bis zu 5 kWh Heizenergie gewinnt.