Lebensdauer PV-Anlage: Welche Faktoren sie beeinflussen und wie man sie verlängern kann.
Ob Balkonkraftwerk oder Module auf dem Dach: Wer Solarstrom produzieren und dadurch Kosten sparen möchte, muss erst einmal Geld ausgeben. Bei der Frage, ob sich die Investition lohnt, spielt die Lebensdauer der PV-Anlage eine wichtige Rolle. Aber wie lange halten die Module und Komponenten? Wir klären auf.
Wie lange hält eine Photovoltaik-Anlage?
Auf diese Frage gibt es eine gute und eine schlechte Antwort. Die schlechte zuerst: Eine ganz konkrete Jahresangabe gibt es nicht. Die gute Antwort: Die ältesten Anlagen mit Solarmodulen stammen aus dem Jahr 1976 und erzeugen bis heute den Strom für eine Pumpstation im US-Bundesstaat Arizona. Die Mehrheit der Module erbrachte dort im Jahr 2003 immer noch mehr als 70 Prozent ihrer Leistung.
Aber natürlich können wir die Leistung einer Photovoltaik-Anlage in Arizona nicht so einfach mit einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach eines Ein- oder Mehrfamilienhauses in Deutschland vergleichen. Nähern wir uns der Sache lieber auf Basis von bekannten Daten und Fakten in einer realistischen Zeitspanne.So berichtet das Umweltbundesamt, dass die durchschnittliche Lebensdauer einer PV-Anlage im Regelfall 25 bis 30 Jahre beträgt. Photovoltaikmodule, die im Jahr 2000 installiert wurden, seien meist noch heute im Einsatz.
Welche Faktoren bestimmen die Lebensdauer einer Photovoltaik-Anlage?
Photovoltaik-Anlagen gibt es in den unterschiedlichsten Ausführungen. Eins haben sie aber gemeinsam: Sie bestehen aus verschiedenen Komponenten. Dazu gehört immer ein Wechselrichter – er ist das Herzstück der Photovoltaik-Anlage, da er dafür sorgt, dass aus dem erzeugten Gleichstrom netztauglicher Wechselstrom entsteht. Aber nicht nur ein Wechselrichter macht eine Photovoltaik-Anlage aus, sondern auch die dazugehörigen Solarmodule, Verkabelungen und weiteren Konstruktionen. All diese Komponenten unterliegen einem natürlichen Verschleiß. Allein aufgrund dieser Tatsache lässt sich die durchschnittliche Lebensdauer einer PV-Anlage nicht auf das Jahr genau bestimmen. Denn natürlich kann jedes einzelne Teil im Laufe der Zeit kaputtgehen oder verschleißen.
Lebensdauer des Wechselrichters: Kürzer als die der Gesamt-PV-Anlage
Dass bei der Betrachtung der Lebensdauer die gesamte PV-Anlage begutachtet werden muss und nicht nur die Solarzellen, zeigt sich besonders deutlich am Wechselrichter: Während die Lebensdauer einer Photovoltaik-Anlage auf 25 bis 30 Jahre geschätzt wird, beläuft sich die Haltbarkeit des Wechselrichters nur auf ungefähr 15 Jahre. Danach muss er in der Regel ersetzt werden. Wichtig ist daher, die kürzere Lebensdauer des Wechselrichters beim Kauf Ihrer Photovoltaik-Anlage im Hinterkopf zu behalten.
Batteriespeicher muss ebenfalls nach 10 bis 15 Jahren ausgetauscht werden
Nicht nur ein Wechselrichter, auch ein Batteriespeicher hat eine andere Lebenserwartung als die Gesamt-Photovoltaik-Anlage – nämlich nur 10 bis 15 Jahre. Ein solcher Batteriespeicher ist kein Muss, aber für viele Menschen eine sehr sinnvolle Ergänzung ihrer Photovoltaik-Anlage. Mit dem Stromspeicher für Photovoltaik lässt sich nämlich ein Teil des selbst erzeugten Solarstroms zwischenspeichern und dann abends oder nachts bis zum nächsten Morgen verbrauchen.
Aber warum ist die Lebensdauer eines Batteriespeichers relativ kurz? Schuld daran ist die Tatsache, dass in den Batteriezellen des Stromspeichers chemische Prozesse stattfinden, die zu einer Alterung der Materialien führen, so die Verbraucherzentrale. Durch diese Alterung sinke die Speicherkapazität. Auch hier gilt also, die kürzere Lebensdauer zu beachten und in die Überlegungen zur Anschaffung einer Photovoltaik-Anlage einfließen zu lassen.
Lebensdauer von PV-Anlagen-Komponenten im Überblick
Die Lebensdauer weiterer PV-Anlagen-Komponenten samt typischer Verschleißgründe zusammengefasst:
| Komponente | Durchschnittliche Lebensdauer | Hauptverschließfaktoren |
|---|---|---|
| Solarmodule | 20 bis 30 Jahre | UV-Strahlung, Temperatur, Verschmutzung |
| Wechselrichter | bis zu 15 Jahre | Überhitzung, Überspannung |
| Batteriespeicher | bis zu 15 Jahre | Chemische Alterung |
| Verkableung und Rahmen | mind. 20 Jahre | Korrosion, mechanischer Verschleiß |
4 Tipps zur Verlängerung der Lebensdauer einer PV-Anlage
Wer seine Solaranlage gut pflegt, kann die Lebensdauer optimieren. Mit diesen Tipps lässt sich das Beste aus der Anlage rausholen.
1. Regelmäßige Reinigung und Wartung
Reinigen Sie Ihre Photovoltaikanlage regelmäßig, um Staub, Laub und Vogelkot zu entfernen. Überprüfen Sie zudem die Module auf mögliche Schäden oder lockere Kabel. Eine jährliche Wartung durch Fachpersonal wird empfohlen, um die Leistungsfähigkeit langfristig zu sichern.
2. Geeignte Standortwahl
Achten Sie auf eine optimale Standortwahl Ihrer Anlage. Vermeiden Sie Verschattungen durch Bäume oder Gebäude und richten Sie die Module idealerweise nach Süden aus. Ein Neigungswinkel von 30 bis 35 Grad sorgt für eine gleichmäßige Sonneneinstrahlung und unterstützt die Langlebigkeit der Anlage.
3. Hochwertige Komponenten wählen
Setzen Sie auf qualitativ hochwertige Module, Wechselrichter und Montagesysteme. Produkte von Markenherstellern bieten in der Regel längere Garantien und eine bessere Verarbeitung, was langfristig Ausfälle reduziert und die Stromerträge stabil hält.
4. Anpassen von Nutzungsgewohnheiten
Nutzen Sie energieintensive Geräte wie Waschmaschine, Geschirrspüler oder Trockner bevorzugt während der Produktionsspitzen Ihrer Anlage, zum Beispiel mittags. So maximieren Sie den Eigenverbrauch Ihres Solarstroms und steigern die Effizienz der gesamten Anlage.
Häufige Fragen rund um die Lebensdauer einer Photovoltaik-Anlage
Kann ich die Lebensdauer der PV-Anlage verlängern?
Sie können zumindest dafür sorgen, dass Ihre PV-Anlage möglichst lange in einem einwandfreien Zustand ist. Und zwar, indem Sie Ihre Photovoltaik-Anlage – egal ob Balkonkraftwerk oder Module auf dem Dach – bestmöglich pflegen. Gemeint ist damit vor allem die Module von Verschmutzungen zu befreien und die PV-Anlage zu reinigen, wenn es nötig wird.
Denn: Die Anlagen sind draußen installiert und dementsprechend auch Witterungs- und Umwelteinflüssen ausgesetzt. Eine Empfehlung des ADAC besagt, dass die Reinigung eines Balkonkraftwerks mindestens einmal im Jahr dazu beiträgt, die zu erwartende maximale Lebensdauer der Mini-Photovoltaikanlage zu erreichen. Schmutz auf den Solarmodulen – wie Vogelkot, Laub und Roststaub – stört zudem den Stromertrag.
Auch Photovoltaik-Anlagen auf dem Dach sollten ein wenig Pflege bekommen. Obwohl sich die Module heutzutage in der Regel selbst reinigen können und der Regen den Großteil des Schmutzes abwäscht, können sich, beispielsweise während langer Trockenperioden, hartnäckige Beläge bilden.
Solche Beläge sind schädlich für Ihre Photovoltaik-Anlage: Fette und Roststaub fressen sich in die Oberfläche der Module. Sind sie erst einmal fest auf den Modulen verklebt, reicht der nächste Regenguss oft nicht mehr aus. Ob Ihre Anlage von solchem Schmutz befallen ist, erfahren Sie in einer jährlichen Sichtprüfung.
Gibt es eine Garantie auf Photovoltaik-Anlagen?
Üblich ist es, dass Sie für eine Photovoltaik-Anlage eine Gewährleistungsfrist von zwei bis fünf Jahren erhalten. In dieser Zeit haftet die Firma für Sachmängel. Darüber hinaus gibt es Unternehmen, die ihren Kundinnen und Kunden auf freiwilliger Basis Garantien für die Solarmodule oder auch für andere Komponenten der Anlage geben – die Zeiträume betragen dafür zwischen 10 und 20 Jahren, so die Verbraucherzentrale.
Wie erkenne ich, ob meine Anlage wirtschaftlich arbeitet?
Welche Größe für Ihre individuellen Wohn-Umstände die richtige ist und ob Sie mit einem Balkonkraftwerk besser bedient sind als mit Solarmodulen auf dem Dach, lässt sich pauschal nicht beantworten. Um herauszufinden, wann sich ein Balkonkraftwerk oder eine PV-Anlage lohnt, gibt es Berechnungsmodelle und verschiedene Aspekte, die berücksichtigt werden sollten. Wir empfehlen unsere Artikel, um individuell zu prüfen, ob eine Solaranlage in Ihrem Fall wirtschaftlich ist:
Wann muss eine Solaranlage erneuert werden?
Eine Solaranlage muss typischerweise erneuert werden, wenn wesentliche Komponenten wie Solarmodule, Wechselrichter oder Verkabelungen ihre Leistungsfähigkeit erheblich eingebüßt haben. In der Regel geschieht dies nach etwa 25 bis 30 Jahren für Solarmodule, wenn deren Leistung auf unter 80 % der ursprünglichen Kapazität gesunken ist. Wechselrichter hingegen müssen oft schon nach 10 bis 15 Jahren ausgetauscht werden.
Kann ein Solarpanel 40 Jahre halten?
Ja, ein Solarpanel kann durchaus 40 Jahre halten, insbesondere moderne und hochwertige Module. Studien und Beispiele zeigen, dass viele Solarmodule selbst nach vier Jahrzehnten noch Strom erzeugen, wenn auch mit reduzierter Leistung. Die meisten Hersteller garantieren eine Mindestleistung von etwa 80 % nach 25 Jahren. Die Lebensdauer einer PV-Anlage kann also höher sein, als viele denken.