Zwei Personen installieren ein Balkonkraftwerk. Bild mit KI erstellt.

Bild mit KI erstellt.

Lohnt sich ein Balkonkraftwerk?

Alles zu Steckersolargeräten

Balkonkraftwerke machen es möglich, auch in Miet- oder Eigentumswohnungen eigenen Solarstrom zu erzeugen – einfach, vergleichsweise günstig und ohne großen bürokratischen Aufwand. Besonders geeignet sind sie für Haushalte mit einem sonnigen Standort und einem Stromverbrauch, der zumindest teilweise tagsüber anfällt. Je mehr selbst erzeugter Strom direkt genutzt wird, desto geringer fällt der Strombezug aus dem Netz aus.

Die Steckersolargeräte können je nach Standort, Ausrichtung und Sonneneinstrahlung mehrere hundert Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugen. Sinkende Anschaffungskosten und steuerliche Erleichterungen können die Wirtschaftlichkeit beeinflussen. In vielen Fällen amortisiert sich ein Balkonkraftwerk bereits nach wenigen Jahren. Dieser Artikel zeigt, worauf es ankommt, wie viel sich sparen lässt und für wen sich ein Balkonkraftwerk besonders lohnt.

Mit Balkonkraftwerken können endlich auch Mieterinnen und Mieter oder Besitzerinnen und Besitzer von Eigentumswohnungen ihren eigenen Solarstrom herstellen, ohne besonders viele Voraussetzungen erfüllen zu müssen. Anlage aufbauen, Stecker einstöpseln und schon fließt Solarstrom in der Wohnung, wenn die Sonne scheint. Die Solarmodule von Balkonkraftwerken haben die gleiche Größe wie jene von Photovoltaik-Anlagen für die Montage auf dem Dach. Trotzdem werden sie als „Mini-PV-Anlagen“ bezeichnet, weil die Module nur 2.000 Watt Erzeugungsleistung in Summe erbringen dürfen. Doch selbst bei diesem Stromertrag lohnen sich Balkonkraftwerke, wenn vom erzeugten Strom möglichst viel selbst verbraucht wird.

Balkonkraftwerk – die Solaranlage für die Steckdose

Balkonkraftwerke sind kleine Solaranlagen. Sie lassen sich auf dem Balkon, der Terrasse, an der Gebäudefassade, auf einem Flachdach, im Garten oder auf einer anderen geeigneten Fläche montieren. Die Steckersolaranlagen bestehen aus einem oder mehreren Solarmodulen von circa 1,75 x 1 Meter, einem Wechselrichter und einem Kabel mit Stecker, der in die Steckdose in der Wohnung eingesteckt wird.

Scheint die Sonne, wandeln die Solarmodule des Balkonkraftwerkes die Energie der Sonne in Gleichstrom um. Der Wechselrichter transformiert ihn dann in haushaltsüblichen Wechselstrom. Ein Anschlusskabel mit Stecker stellt den erzeugten Strom im Hausnetz zur Verfügung, wo er direkt genutzt werden kann. Wird gerade keine Energie benötigt, etwa weil niemand zu Hause ist, wird überschüssiger Strom ins öffentliche Stromnetz eingespeist.

Derzeit gibt es Stecker-Solaranlagen mit 800 Watt Wechselrichterleistung. Da Balkonkraftwerke im Vergleich zu größeren Photovoltaikanlagen eine geringere Leistung haben als die wesentlich leistungsstärkeren Solaranlagen fürs Dach erhalten die Betreiberinnen und Betreiber keine Einspeisevergütung. Ein zusätzlicher Stromspeicher, der den Eigenverbrauch erhöht,kann sich in einzelnen Fällen lohnen, ist aber stark vom Anschaffungspreis des Speichers und dem individuellen Stromverbrauch abhängig. Stromspeicher lassen sich auch nachträglich noch an ein Balkonkraftwerk anschließen – vorausgesetzt, beide Systeme sind miteinander kompatibel. Hierauf ist beim Kauf eines Speichers unbedingt zu achten.

Balkonkraftwerk-Anschluss: Schuko- oder Wieland-Stecker

Balkonkraftwerke werden über eine Steckdose mit dem Hausstromnetz verbunden. Dabei gibt es zwei gängige Anschlussarten: den Schuko-Stecker und den Wieland-Stecker. Beide Varianten sind in Deutschland grundsätzlich zulässig, unterscheiden sich jedoch in Handhabung, Sicherheit und Installationsaufwand.

Schuko-Stecker

Der Schuko-Stecker ist die einfachste und am weitesten verbreitete Lösung. Das Balkonkraftwerk wird dabei wie ein Haushaltsgerät direkt in eine normale Steckdose eingesteckt. Diese Anschlussart ist besonders beliebt, weil sie ohne zusätzliche Elektroarbeiten auskommt und schnell einsatzbereit ist. Für viele Haushalte ist diese Lösung völlig ausreichend und die günstigste Option.

Wieland-Stecker

Der Wieland-Stecker gilt als technisch noch etwas sicherer. Er verfügt über eine spezielle Einspeisesteckdose, bei der die Kontakte berührungsgeschützt sind und erst unter Spannung stehen, wenn der Stecker vollständig eingesteckt ist. Der Nachteil: Für den Einbau einer Wieland-Steckdose ist in der Regel eine Elektrofachkraft notwendig. Dadurch entstehen zusätzliche Kosten und ein höherer organisatorischer Aufwand.

Wieland- oder Schuko-Stecker: Was ist besser?

In der Praxis gilt: Beide Anschlussarten sind zulässig und sicher, wenn sie fachgerecht genutzt werden. Der Schuko-Stecker wird häufig gewählt, weil er direkt an einer haushaltsüblichen Steckdose genutzt werden kann. Der Wieland-Stecker erfordert in der Regel die Installation einer speziellen Einspeisesteckdose durch eine Elektrofachkraft. Die Wahl des Steckers hat keinen Einfluss auf die erzeugte Strommenge des Balkonkraftwerks.

Wann lohnt sich ein Balkonkraftwerk?

Wann sich ein Balkonkraftwerk lohnt, hängt von verschiedenen Faktoren ab: vom Standort des Balkonkraftwerkes, vom Eigenverbrauchsanteil und von den Anschaffungskosten der Mini-PV-Anlage.

Der optimale Standort für ein Balkonkraftwerk

Für den Betrieb eines Balkonkraftwerks sind Standort und Ausrichtung der Solarmodule wichtige Faktoren.

Die installierten PV-Module müssen möglichst hohe Sonneneinstrahlung haben, damit das Balkonkraftwerk dort maximal viel Strom erzeugen kann. Verschattung auf den PV-Modulen schmälert den Ertrag an Solarstrom. Für ein einzelnes Solarmodul bietet sich die Südausrichtung an, denn hier bekommt es über den Tag am meisten Sonne ab. Wer sich für eine Steckersolaranlage mit zwei Solarmodulen entscheidet, richtet möglichst eines nach Südosten und das andere nach Südwesten aus.

So erzeugen die Module am Morgen und am Abend mehr Strom. In diesen Zeiten wird in der Regel am meisten Strom in der Wohnung verbraucht, weil die Menschen zu Hause sind. Ideal ist es, die Solarmodule schräg nach oben auszurichten, damit die Sonnenstrahlen zur jeweiligen Tageszeit möglichst senkrecht einfallen können. Mit zunehmender Sonneneinstrahlung steigt in der Regel die Stromerzeugung der PV-Module.

Möglichst viel Strom vom Balkonkraftwerk selbst verbrauchen

Auch der Eigenverbrauchsanteil beeinflusst die Wirtschaftlichkeit eines Balkonkraftwerks. Das ist der Fall, wenn der Strom sofort verbraucht wird, sobald er hergestellt wird.

Wer also tagsüber, wenn die Sonne scheint, mehr Energie benötigt – für Computer, WLAN-Router, Waschmaschine, Trockner, Spülmaschine, Akku-Ladegeräte und so weiter –, kann mehr Solarstrom für den eigenen Bedarf nutzen. Die Wirtschaftlichkeit hängt vom Zusammenspiel vom Strompreis, dem Eigenverbrauch und den Anschaffungskosten ab.

Kosten und Förderungen für Balkonkraftwerke

Balkonkraftwerke werden in vielen Haushalten zur eigenen Stromerzeugung eingesetzt, insbesondere seit die Steckersolaranlagen von der Mehrwertsteuer in Höhe von 19 Prozent befreit wurden. Auch das im Mai 2024 erlassene Solarpaket I der Bundesregierung vereinfacht die Anschaffung und den Betrieb von Balkonkraftwerken weiter: Betreiberinnen und Betreiber müssen diese PV-Anlagen künftig nicht mehr beim Netzbetreiber registrieren, und auch der Austausch des alten Stromzählers vor Inbetriebnahme der Anlage entfällt.

Balkonkraftwerk: Kosten

Die Kosten für Balkonkraftwerke variieren stark: Günstige Komplettpakete sind ab etwa 300 Euro erhältlich, teurere Modelle können bis zu 1.200 Euro kosten. Für Balkonkraftwerke mit Batteriespeicher sollten etwa 1.000 Euro eingeplant werden.

Förderung von Balkonkraftwerken in Berlin

Einzelne Bundesländer fördern Balkonkraftwerke. In Berlin wurde die Förderung durch das Programm SolarPLUS jedoch im Dezember 2025 gestrichen.

Balkonkraftwerk: Stromertrag pro Jahr

Wie viel Strom ein Balkonkraftwerk im Jahr erzeugen kann, lässt sich kaum pauschalisieren. Man muss zum Beispiel berücksichtigen, wo das Balkonkraftwerk installiert ist. Im Süden ist die Sonneneinstrahlung in der Regel intensiver als im Norden. Im Raum Berlin geht man im Regelfall von einer Globalstrahlung von 1.000 bis 1.100 kWh pro Jahr aus.

Außerdem ist die Ausrichtung entscheidend. Auf Südbalkonen lohnen sich Balkonkraftwerke offensichtlich mehr als auf jenen, die nach Norden ausgerichtet sind. Und natürlich ist die Leistung selbst entscheidend für den Ertrag. Bei normalen Balkonkraftwerken lässt sich unter Idealbedingungen mit folgendem Stromertrag pro Jahr rechnen:

Modul-Leistung

Jahresertag

Die Modul-Leistung eines Balkonkraftwerks.

400 Wattpeak

350 bis 500 kWh

600 Wattpeak

500 bis 700 kWh

800 Wattpeak

650 bis 950 kWh

Die Modul-Leistung eines Balkonkraftwerks.

Wann amortisiert sich ein Balkonkraftwerk?

Wie schnell sich ein Balkonkraftwerk amortisiert, hängt neben dem Anschaffungspreis im Wesentlichen von drei Faktoren ab: vom aktuellen Strompreis, vom Eigenverbrauchsanteil und von der Größe beziehungsweise Leistung der Mini-PV-Anlage. Diese bestimmen, wie hoch die jährliche Ersparnis ausfällt.

  • Strompreis: Der Strompreis ist ein Faktor für die Wirtschaftlichkeit eines Balkonkraftwerks.
  • Eigenverbrauchsanteil: Auch der Anteil des selbst genutzten Stroms beeinflusst die Wirtschaftlichkeit des Balkonkraftwerks. Ein Speicher kann den Eigenverbrauch erhöhen.
  • Anlagengröße: Diese bestimmt, wie viel Strom überhaupt produziert wird. Größere Balkonkraftwerke erzeugen in der Regel mehr Strom als kleinere Anlagen. Die Wirtschaftlichkeit hängt unter anderem von Anschaffungskosten, Stromerzeugung und Eigenverbrauch ab.

In der Regel lässt sich sagen, dass sich die Kosten für ein Balkonkraftwerk nach durchschnittlich drei bis sechs Jahren amortisieren. Ein Balkonkraftwerk inklusive Speicher amortisiert sich nach circa 11 Jahren. Um genauer zu berechnen, wie viel an Strom und Stromkosten sich mit einem Balkonkraftwerk im eigenen Zuhause sparen lassen und ab wann sich ein Stromspeicher rentiert, hat die Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin den Stecker-Solar-Simulator entwickelt.

Wie viel Geld lässt sich mit einem Balkonkraftwerk sparen?

Wie viel an Stromkosten sich mit einer Mini-PV-Anlage sparen lassen, wird von den oben genannten Faktoren beeinflusst. Hier eine Beispielrechnung anhand des Stecker-Solar-Simulators: Ein Drei-Personen-Haushalt in einer Dachwohnung im Mehrfamilienhaus hat einen Stromverbrauch von 2.400 Kilowattstunden. Bei ihrem Stromanbieter zahlt die Familie einen Strompreis von 37 Cent pro kWh. Die jährliche Stromrechnung beläuft sich auf 888 Euro.

Die Familie schafft sich ein Balkonkraftwerk mit zwei Solarmodulen für 650 Euro an. Es findet seinen Platz auf der großzügigen Dachterrasse mit Südausrichtung. Die Mini-PV-Anlage erzeugt pro Jahr 414 Kilowattstunden Solarstrom; es müssen 314 Kilowattstunden weniger Strom dazugekauft werden. Der Eigenverbrauchsanteil liegt bei etwa 76 Prozent. Jährlich spart die dreiköpfige Familie so knapp 116 Euro Stromkosten ein. Das Balkonkraftwerk hat seine Kosten nach etwa sechs Jahren wieder eingespielt.

Effiziente Energie vom eigenen Balkonkraftwerk

Ein Balkonkraftwerk lohnt sich besonders, wenn ein Haushalt in der Miet- oder Eigentumswohnung einen optimalen Standort mit viel Sonneneinstrahlung für die Solarmodule hat und möglichst viel vom eigenen Solarstrom selbst verbraucht. Dann amortisiert sich die Stecker-Solaranlage nach wenigen Jahren – weiterlaufen kann sie meist noch viele weitere Jahre.

Fragen und Antworten zum Balkonkraftwerk

Ist mein Balkonkraftwerk rentabel?

Ob und wann Ihr Balkonkraftwerk rentabel ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Wenn Ihr Balkonkraftwerk am optimalen Standort mit viel Sonneneinstrahlung montiert ist und Ihr Haushalt viel vom eigenen Solarstrom selbst verbraucht, dann ist Ihr Balkonkraftwerk schon nach wenigen Jahren rentabel.

Muss ich ein Balkonkraftwerk anmelden?

Ein Balkonkraftwerk muss seit den Neuerungen des Solarpaket I lediglich im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur registriert werden. Die zusätzliche Anmeldung beim Netzbetreiber entfällt.

Lohnt sich ein Balkonkraftwerk mit Speicher?

Ein Balkonkraftwerk mit Speicher lohnt sich vor allem dann, wenn Sie den selbst erzeugten Solarstrom möglichst flexibel nutzen möchten. Der große Vorteil eines Speichers liegt darin, dass überschüssiger Solarstrom nicht ungenutzt ins öffentliche Netz fließt, sondern für später zur Verfügung steht.

Je mehr selbst erzeugten Strom Sie zeitversetzt nutzen, desto weniger Strom müssen Sie zukaufen. Besonders attraktiv ist ein Stromspeicher daher für Haushalte, die tagsüber zwar viel Solarstrom erzeugen, ihn aber nicht vollständig direkt verbrauchen können. Mithilfe des Speichers kann auch abends oder nachts eigener Solarstrom verbraucht werden.

Kann ich auch Strom einspeisen?

Ein Balkonkraftwerk speist überschüssigen Strom ins allgemeine Netz ein. Da die Mini-PV-Anlagen aber nur eine relativ geringe Strommenge produzieren, gibt es dafür keine Einspeisevergütung wie bei den größeren Photovoltaik-Anlagen.


Muss ich ein Balkonkraftwerk versichern?

Für Balkonkraftwerke sind keine gesonderten Versicherungen notwendig. Die Hausratsversicherung beziehungsweise die Wohngebäudeversicherung kommen in der Regel für Schäden durch Sturm, Hagel, Feuer sowie für Überspannungsschäden durch Blitzeinschläge auf. Sollte Ihr Balkonkraftwerk das Eigentum Dritter beschädigen, zum Beispiel durch ein gelöstes Modul, greift die Haftpflichtversicherung.

Mit welchen Stromzählern funktionieren Balkonkraftwerke?

In Deutschland können Balkonkraftwerke mit drei Arten von Zählern betrieben werden: mit analogen Stromzählern mit Rücklaufsperre, digitalen Stromzählern und smarten Stromzählern. Auch mit Stromzählern ohne Rücklaufsperre ist es seit den Neuerungen des Solarpakets I möglich, ein Balkonkraftwerk in Betrieb zu nehmen – allerdings nur vorübergehend. Nach der Registrierung bei der Bundesnetzagentur hat der Netzbetreiber vier Monate lang Zeit, den alten Stromzähler auszutauschen.