Windräder stehen auf einer grünen Wiesen vor Wald und blauem Himmel

Muss Ökostrom teuer sein?

Der Anteil erneuerbarer Energien an der Energieversorgung ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Strom aus erneuerbaren Energien gewinnt dabei zunehmend an Bedeutung. Aber stimmt es, dass Ökostrom, also 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien, teuer ist?

Was ist eigentlich Ökostrom?

Ökostrom ist 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien. Über das öffentliche Stromnetz wird Strom aus verschiedenen Erzeugungsarten gemeinsam transportiert. Daher kann nicht sichergestellt werden, dass der konkrete Strom, den Sie aus dem Stromnetz entnehmen und verbrauchen, tatsächlich aus erneuerbaren Energiequellen stammt. Für unser Ökostromprodukt werden jedoch Herkunftsnachweise für Strom aus erneuerbaren Energien erworben und entwertet.

Durch Herkunftsnachweise wird sichergestellt, dass eine einmal aus erneuerbaren Energien erzeugte und in das Netz eingespeiste Strommenge auch nur einmal unter Kennzeichnung dieser Eigenschaft wieder entnommen und vermarktet werden kann. Herkunftsnachweise können aus verschiedenen europäischen Ländern stammen. Informationen zur Herkunft des Stroms, auch zu den Lieferländern, finden Sie in der Stromkennzeichnung Ihres Energieversorgers.

Wie teuer ist Ökostrom im Vergleich zu Normalstrom? 

Ökostrom kann es preislich mit Normalstrom aufnehmen. Das zeigt der Monitoringbericht der Bundesnetzagentur (Stand: 2023). Dabei wurden Daten von über 1.300 Stromlieferanten in Deutschland ausgewertet. Ökostromtarife für Haushaltskunden liegen mit durchschnittlich 41,41 Cent pro Kilowattstunde (kWh) sogar etwas unter Tarifen von Stromanbietern, die nicht Grundversorger sind (43,99 Cent / kWh). Das weit verbreitete Vorurteil, Ökostrom müsse teurer sein, stimmt also nicht – Ökostromtarife können mittlerweile durchaus mit Normalstromtarifen mithalten.

Auch für die Gesellschaft ist Ökostrom ein Vorteil: Denn er kommt ohne die Folgekosten anderer Energieträger aus, wie die Endlagerung von Atommüll oder die Renaturierung von Kohlegruben.

Kommt der Ökostrom auch zu Hause an?

Durch das öffentliche Stromnetz fließt eine Mischung aus Strom aus erneuerbaren Energien und konventioneller Stromerzeugung. Daher erhalten alle Haushalte die aktuelle Strommischung aus dem Netz. Wer einen Tarif mit Strom aus erneuerbaren Energien wählt, entscheidet sich für ein Produkt, dessen Herkunft durch entsprechende Herkunftsnachweise dokumentiert wird.

Warum Ökostrom günstiger wird

Die Preise von Ökostrom und Normalstrom haben sich mittlerweile aneinander angeglichen. Je nach Anbieter und Tarif kann Ökostrom heute sogar günstiger als konventioneller Strom sein.

Die Preisentwicklung von Strom aus erneuerbaren Energien hängt unter anderem vom Ausbau der Erzeugungskapazitäten, den Marktbedingungen und den regulatorischen Rahmenbedingungen ab. Dadurch steigt das Angebot an Strom aus erneuerbaren Energien. Zudem entwickeln sich die Technologien zur Stromerzeugung aus Sonnen-, Wind-, Wasser- und Biomasseenergie kontinuierlich weiter.

Die Effizienz lässt sich mit dem sogenannten Wirkungsgrad messen. Dieser gibt an, wie viel von der Energie, die einer technischen Anlage zugeführt wird, auch wirklich genutzt wird. Der Wirkungsgrad beschreibt, welcher Anteil der eingesetzten Energie technisch genutzt werden kann.

Günstig? Geht doch!

Der Vergleich verschiedener Stromtarife zeigt: Es gibt nur noch geringe Preisunterschiede zwischen Ökostrom und konventionellem Strom. Verbraucherinnen und Verbraucher können daher bei der Wahl ihres Stromtarifs neben dem Preis auch die Herkunft des Stroms sowie weitere Produkteigenschaften berücksichtigen.