Photovoltaik Anlage auf einem Flachdach.

Photovoltaik-Flachdach: So zahlt es sich richtig aus.

Das Wichtigste in Kürze

Grünes Icon mit einer Hand, die eine leuchtende Glühlampe hält
  • Flachdächer eignen sich hervorragend für Photovoltaik und bieten große Freiheit bei Ausrichtung und Modulplanung.
  • Eine Süd- oder Ost-West-Ausrichtung kann die Stromerträge und Flächennutzung optimieren.
  • Aufständerungen werden meist mit 10 bis 30 Grad Neigung installiert.
  • Besonders beliebt sind ballastierte Montagesysteme ohne Dachdurchdringung.
  • Vor der Installation müssen Statik, Dachlast und Windlast geprüft werden.
  • Sinkende Anschaffungskosten und attraktive Förderungen verbessern die Wirtschaftlichkeit von PV-Anlagen auf Flachdächern.

Warum sich ein Photovoltaik-Flachdach lohnt

Zwar kursiert noch immer das Gerücht, Photovoltaik-Anlagen seien nur etwas für Schrägdächer. Doch die meisten Flachdächer sind genauso für Photovoltaik geeignet. Die Ebene gibt Ihnen sogar mehr Spielraum bei der Gestaltung Ihrer Photovoltaik-Anlage auf dem Flachdach. So können Sie den Ertrag maximieren und möglichst viel Solarstrom selbst produzieren.

Eine PV Anlage auf dem Flachdach einer großen Lagerhalle in einem Gewerbegebiet

Photovoltaik-Flachdach: Unterschied zu Schrägdächern

Bei Schrägdächern ist der Winkel durch die Dachneigung bereits vorgegeben. Genauso verhält es sich auch bei der Photovoltaik-Ausrichtung. Ein Photovoltaik-Flachdach können Sie hingegen frei gestalten. Möchten Sie Ihre Module mit einem steileren Winkel in Richtung Süden ausrichten?

Oder wählen Sie einen flacheren Winkel, setzen auf eine Ost-West-Ausrichtung und können dadurch mehr Module auf derselben Dachfläche einsetzen? Beide Varianten haben Vorteile. Der wichtigste Unterschied ist jedoch, dass Sie bei einem Photovoltaik-Flachdach die Wahl haben und die Gestaltung Ihrer Solaranlage im Gegensatz zu Schrägdächern weniger von den vorhandenen Gegebenheiten abhängt.

Ein Techniker prüft eine Photovoltaikanlage auf einem Dach
Ihr Vorteil: Eine Solaranlage auf dem Flachdach gibt Ihnen mehr Spielraum bei der Gestaltung Ihrer Photovoltaik-Anlage.

Photovoltaik auf dem Flachdach: Winkel und Ausrichtung

Betrachten wir den Ertrag eines einzelnen Moduls, so sollte es genau nach Süden ausgerichtet sein, um den meisten Strom zu erzeugen. Typische Aufständerungen für ein Photovoltaik-Flachdach haben in der Regel einen Neigungswinkel zwischen 10 und 30 Grad.

Und genau dieser Winkel spielt eine Rolle, wenn wir nicht mehr nur ein einziges Solarmodul betrachten, sondern möglichst viele Solarmodule auf einer bestimmten Dachflächengröße montieren. Denn je größer der Neigungswinkel beziehungsweise je steiler die Solarmodule aufgeständert sind, desto mehr Abstand ist zwischen den einzelnen Reihen erforderlich.

Dieser Abstand muss nämlich so groß sein, dass die Reihen sich gegenseitig nicht verschatten – insbesondere im Winter bei tief stehender Sonne. Je steiler Sie die Module also aufstellen, desto weniger Module finden auf Ihrem Dach Platz. Deshalb beherbergt ein Photovoltaik-Flachdach meist möglichst viele Solarmodule mit – im Gegensatz zu Schrägdächern – recht flachem Aufständerungswinkel.

Bei einer Ost-West-Ausrichtung können Sie die Solarmodule sogar doppelseitig aufständern und damit die Anzahl nochmals erhöhen. Zwar wäre der Ertrag eines einzelnen Moduls höher, wenn Sie die Anlage genau nach Süden ausrichten, doch der Gesamtertrag Ihres Photovoltaik-Flachdachs liegt im Normalfall deutlich über dem einer Südausrichtung, weil Sie bei dieser Methode die meisten Module auf Ihrem Flachdach installieren können.

Reihenabstand berechnen

Der Abstand, der nötig ist, damit sich die Module auf einem Flachdach nicht gegenseitig verschatten, lässt sich mit einer relativ simplen Formel berechnen. Grundlage dafür ist die senkrechte Höhe (H) eines Moduls in seiner aufgeständerten Position. Diese ergibt sich aus der Länge des Moduls (L) und dem gewählten Neigungswinkel (α):

  • L × sin(α) = H

Die Sinusfunktion, die man für den Neigungswinkel benötigt, ist in jedem Smartphone-Taschenrechner verfügbar. Der notwendige Reihenabstand (RA), der auch bei tiefstehender Sonne ausreicht, wird anschließend mit einer einfachen Faustregel ermittelt:

  • 3 × H = RA

Beispielrechnung: Angenommen, ein Modul ist 1,10 Meter lang und wird mit einem Neigungswinkel von 24 Grad montiert. Damit ergibt sich daraus eine Höhe von rund 45 Zentimetern (H = 1,10 m x sin(24°) = 0,45 m). Damit es nicht zur Verschattung kommt, muss der Reihenabstand deshalb 1,35 Meter betragen (RA = 3 x 0,45 m = 1,35 m).

Alternative: Photovoltaik auf Flachdach mit Ost-West-Ausrichtung

Bei einer Ost-West-Ausrichtung können Sie die Solarmodule sogar doppelseitig aufständern und damit die Anzahl nochmals erhöhen. Die Module werden dabei mit einem geringen Neigungswinkel Rücken an Rücken montiert. Durch diese kompakte Bauweise lassen sich deutlich mehr Module auf der gleichen Fläche installieren als bei einer Südausrichtung mit höherem Winkel. Weitere Vorteile:

  • Die Stromproduktion verteilt sich gleichmäßiger über den Tag.
  • Während ostseitige Module bereits am Morgen hohe Erträge liefern, übernehmen die westseitigen Module die Leistung am Nachmittag.
  • So kann die Ost-West-Ausrichtung sogar zu höheren Erträgen führen, obwohl der Ertrag eines einzelnen Moduls höher wäre, wenn Sie die Anlage genau nach Süden ausrichten.

Aufständerung: So lässt sich Photovoltaik auf dem Flachdach umsetzen

Bei der Aufständerung von Solarmodulen auf einem Photovoltaik-Flachdach spielt nicht nur der Neigungswinkel eine Rolle, sondern auch die Art der Befestigung. Grundsätzlich gibt es zwei Varianten: die Montage mit Dachdurchdringung und die Montage ohne Dachdurchdringung. Beide haben Vor- aber auch Nachteile.

1. Montage mit Dachdurchdringung

  • Bei dieser Methode wird das Montagesystem direkt mit der Dachkonstruktion verbunden. Spezielle Schrauben oder Halterungen greifen in die Tragbalken oder in eine feste Unterkonstruktion ein, wodurch eine besonders stabile und dauerhaft belastbare Verbindung entsteht.
  • Diese Art der Befestigung ist vor allem bei hohen Windlasten oder steileren Aufständerungswinkeln sinnvoll, da sie nur wenig zusätzliches Gewicht erfordert. Allerdings wird dabei die Dachabdichtung durchdrungen. Um Schäden durch eindringende Feuchtigkeit zu vermeiden, müssen alle Befestigungspunkte fachgerecht abgedichtet und regelmäßig kontrolliert werden.
  • Eine sorgfältige Ausführung ist hier entscheidend, da unsauber ausgeführte Anschlüsse langfristig zu Folgeschäden am Gebäude führen können. Die Montage mit Dachdurchdringung wird daher vor allem dort gewählt, wo statische Vorgaben eine ballastierte Installation ausschließen oder wo besonders hohe Sturmfestigkeit erforderlich ist.

2. Montage ohne Dachdurchdringung

  • Bei der dachschonenden Variante wird das Aufständerungssystem nicht fest verschraubt, sondern allein über Ballast auf dem Dach gehalten. Das Montagesystem steht auf lastverteilenden Platten oder Wannen, die das Dachmaterial schützen und gleichzeitig eine großflächige Auflage ermöglichen.
  • Damit die Anlage auch bei starkem Wind sicher bleibt, wird sie mit Gewichten beschwert. Die erforderliche Ballastmenge hängt von Faktoren wie der Gebäudehöhe, der regionalen Windzone, dem Abstand zum Dachrand und der Modulneigung ab. Ein großer Vorteil dieser Methode: Das Dach bleibt vollständig intakt, wodurch das Risiko von Feuchtigkeitsschäden sinkt.
  • Zudem lässt sich die Anlage leicht montieren, erweitern oder wieder demontieren – ein Pluspunkt bei zukünftigen Sanierungen. Allerdings muss die Tragfähigkeit des Dachs die zusätzliche Last aufnehmen können. Daher ist vor der Planung eine statische Prüfung unerlässlich.
  • Diese Montageform ist besonders beliebt bei modernen Flachdächern und bei niedrigeren Aufständerungswinkeln, etwa bei Systemen mit Ost-West-Ausrichtung.

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Dachlast und Windlast

Wenn Sie Ihr Photovoltaik-Flachdach ohne Dachdurchdringung realisieren möchten, sind wiederum die Dachlast und zu erwartende Windlasten wichtig. Je nach Art und Modell wiegen Aufständerung, Solarmodule und Beschwerungsgewicht zusammen zwischen etwa 30 und 60 Kilogramm pro Quadratmeter.

Die genaue Dachlast einer Photovoltaik-Anlage variiert jedoch von Dach zu Dach. Auf kleineren Dächern kann die Dachlast pro Quadratmeter sogar höher ausfallen, weil die Windlasten insbesondere am Dachrand am stärksten sind. Bei größeren Dächern müssen also im Verhältnis weniger Module mit hohen Gewichten bestückt werden.

Schritt 1: Statik prüfen

Das Dach muss die erwartete Dachlast auch tragen können. Bevor eine Photovoltaik-Anlage auf einem Flachdach geplant wird, sollte deshalb immer die Tragfähigkeit des Dachs überprüft werden. Eine Statikprüfung zeigt, welche Lasten das Gebäude dauerhaft aufnehmen kann und ob zusätzliche Maßnahmen erforderlich sind.

Gerade bei älteren oder bereits mehrfach sanierten Dächern ist dieser Schritt unverzichtbar, um Schäden an der Dachkonstruktion zu vermeiden und eine sichere Installation zu gewährleisten.

Schritt 2: Ballast berechnen

Um eine grobe Vorstellung vom benötigten Zusatzgewicht zu bekommen, lässt sich der Ballast für eine Modulreihe mithilfe einer einfachen Formel abschätzen:

Notwendiger Ballast (kg) = Windlast x Panelfläche

Die Windlast hängt von der lokalen Windzone ab – Berlin liegt in Windzone 2, wo für vereinfachte Überschlagsrechnungen häufig rund 0,6 kN/m² (≈ 60 kg/m²) angesetzt werden. Hat ein typisches Solarmodul beispielsweise eine Fläche von etwa 1,8 m², ergibt sich ein grober Bedarf von 60 kg/m² x 1,8 m² = ca. 108 kg pro Modul.

Dieser Wert ist nur eine erste Orientierung, da Faktoren wie Gebäudehöhe, Dachrandabstand, Neigungswinkel oder Systemtyp die tatsächliche Ballastierung deutlich beeinflussen. Eine exakte Berechnung durch Fachbetriebe mithilfe spezieller Software bleibt daher unerlässlich.

Photovoltaik auf Flachdach: Kosten und Förderung

Wer mit horrenden Kosten für eine Photovoltaikanlage auf dem Flachdach rechnet, kann sich beruhigen:

  1. Einerseits sind die Preise für Photovoltaik in den vergangenen zehn Jahren gesunken. Während die Kosten pro kWp (Kilowatt Peak) vor 20 Jahren noch um die 5.000 Euro lagen sind es heute durchschnittlich nur noch 500 bis 1000 Euro pro kWp. Um einen herkömmlichen Haushalt zu versorgen, reichen etwa 5 bis 10 kWp aus.
  2. Der zweite Grund sind umfassenden Förderangebote, die die Investition zusätzlich erleichtern. Unter anderem der KfW-Kredit 270, mit dem sich bis zu 100 Prozent der Investitionskosten für eine Photovoltaik-Anlage zu günstigen Konditionen finanzieren lassen, hilft Hausbesitzerinnen und -besitzern.
  3. Je nach Bundesland können zudem weitere Programme oder Zuschüsse dazukommen. Wir von GASAG beraten Sie gern zu Ihren Fördermöglichkeiten.

Jetzt mit der Planung beginnen

Ein Photovoltaik-Flachdach kann sich schnell rentieren. Zwar kommen im Vergleich zu einem Schrägdach etwas höhere Materialkosten wegen der Aufständerung auf Sie zu, doch die Installation ist dafür einfacher und deshalb oft auch günstiger.

Wie sollte Ihr Photovoltaik-Flachdach aussehen? Vereinbaren Sie einen Termin mit unserem geschulten Solar-Beratungsteam und beginnen Sie mit der Planung. Im Rahmen von GASAG | SOLAR beraten wir Sie rund um das Thema Photovoltaik und finden für Sie die optimale Lösung.