Ein Kind sammelt mit dem Vater Müll an einem Fluss ein

Wie lässt sich der Klimawandel stoppen?

Wir geben praktische Tipps rund um Energie, Mobilität und einen bewussten Umgang mit Ressourcen.

Klimaschutz im Alltag: mögliche Ansatzpunkte

Der Klimawandel zählt zu den größten Herausforderungen unserer Generation, denn dieser bringt fatale Folgen für uns und unsere Umwelt – Extreme Wetterereignisse, Artensterben und Hunger. Um das zu verhindern, gilt es, die globale Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad zu begrenzen und den gesamten CO2-Ausstoß zu reduzieren. Es handelt sich dabei erst mal um riesige Mengen an Emissionen, die es zu vermeiden gilt. Kein Wunder also, dass es einem manchmal so erscheint, als ob man als einzelne Person nicht viel bezwecken kann. Das stimmt allerdings nicht. Viele Maßnahmen werden sowohl auf individueller als auch auf gesellschaftlicher Ebene diskutiert.

Was ist eigentlich der Klimawandel?

Bevor man sich mit dem Klimawandel beschäftigt, ist es hilfreich, die wichtigsten Zusammenhänge zu kennen. Doch was genau bedeutet Klimawandel eigentlich? Und was würde passieren, wenn wir einfach so weiter machen wie bisher?

Grundsätzlich steht der Klimawandel für eine Abkühlung oder Erwärmung des Klimas auf der Erde über einen langen Zeitraum. Neu ist das nicht, denn in der Erdgeschichte hat es Veränderungen des Klimas schon immer gegeben. Was die aktuelle globale Erderwärmung allerdings so problematisch macht, ist ihre Geschwindigkeit. Zum Vergleich: In den letzten 50 Jahren stieg die Temperatur um etwa 0,13 Grad pro Jahr an. Das ist doppelt so schnell wie in den letzten 100 Jahren. Pflanzen und Tiere haben dadurch keine Zeit, sich anzupassen.

Was passiert also, wenn sich die Erde weiterhin so schnell erwärmt? Viele der Klimawandel-Folgen sind heute schon sichtbar. Zum einen ist da das Schmelzen von Eisschilde, Gletschern und Permafrost. Der Meeresspiegel steigt und küstennahe Regionen samt Einwohnerinnen und Einwohner werden gefährdet. Auch die im arktischen Permafrostboden enthaltenen 1,8 Billionen Tonnen Kohlenstoff stellen eine Gefahr dar, denn diese werden in Form von Methan freigesetzt. Das verstärkt wiederum den Treibhauseffekt und die Erdüberhitzung wird um ein vielfaches beschleunigt.

Zum anderen führt der Klimawandel zu einer Zunahme an extremen Wetterlagen wie zum Beispiel extreme Dürreperioden und Überschwemmungen. Diese zerstören die Lebensgrundlage von Millionen Menschen und führen zu Hunger. Auch viele Tierarten sind durch die mangelnde Nahrung vom Aussterben bedroht.

Klimawandel stoppen: Das kannst du tun

Oftmals führen viele kleine Schritte zum großen Ganzen. Zu Beginn solltest du am besten deinen eigenen CO2-Fußabdruck ermitteln. Dafür bietet beispielsweise das Umweltbundesamt einen CO2-Rechner an. Du kannst alle deine Lebensbereiche betrachten und dir überlegen, welche Bereiche einen Einfluss auf den persönlichen CO2-Ausstoß haben.

10 Tipps für einen bewussteren Umgang mit Energie und Ressourcen

Duschen, essen, arbeiten, heizen, mobil sein, Freizeitaktivitäten – wir alle produzieren jeden Tag CO2. In Deutschland sind es im Durchschnitt pro Person etwa 11 Tonnen im Jahr. Oft ist uns gar nicht bewusst, welche Aktivitäten wie viel Kohlendioxid verursachen. Ziel ist es also, die Treibhausgasemissionen zu verringern. Aber geht das nur im großen Stil? Nicht ganz. Jede und jeder Einzelne kann einen Teil dazu beitragen, Treibhausgase zu reduzieren. Im Alltag geht das oft ganz nebenbei – unsere 10 Tipps helfen dabei.

Tipp 1: Produkte ohne Plastikverpackung kaufen

Feste Seife und Duschgel am Stück statt flüssig in der Plastikflasche, Kopfsalat ohne Kunststoffhülle, offene Spaghetti aus dem Unverpackt-Laden. Wer zu Produkten ohne Plastikverpackung greift, spart CO2 ein. Bei der Produktion einer Tonne PE-Granulat, das zum Beispiel für Nudelverpackungen verwendet wird, entstehen fast zwei Tonnen CO2. Bei Papier und Kartonage sind es dagegen nur um die 676 Kilogramm. Wenn sich eine Plastikverpackung schlecht vermeiden lässt, wie zum Beispiel bei Toilettenpapier, dann am besten als Mülltüte weiterverwenden.

Tipp 2: Saisonal und regional kochen

Saisonales Obst und Gemüse hat eine viel bessere Klimabilanz als solches, das einmal um die halbe Welt reist, bevor es vor uns auf dem Teller liegt. An einem Beispiel verdeutlicht: Erdbeeren von deutschen Feldern im Frühjahr produzieren 0,3 CO2-Äquivalent pro Kilogramm, frische Erdbeeren im Winter zehnmal so viel. Was Saison hat, ist außerdem in der Regel auch günstiger.

Tipp 3: Weniger Fleisch essen

Es muss ja nicht gleich Komplettverzicht sein. Wer ab und zu auf Fleisch weglässt, kann CO2 sparen. Die Herstellung von Rindfleisch verursacht pro Kilo nämlich etwa 30 Kilogramm CO2-Äquivalente, bei Geflügel und Schweinefleisch sind es immerhin noch 4 Kilo. Soja als pflanzliche Alternativen kommt dagegen mit 1,2 Kilo Treibhausgasen aus.

Tipp 4: Auf Ökostrom umsteigen

Ohne Energie geht es nicht, doch bei der Nutzung fossiler Energieträger entsteht unter anderem Kohlendioxid (CO₂). Wer sich für Ökostrom interessiert, kann auf 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien umsteigen. Dieser stammt aus Energiequellen wie Windkraft, Solarenergie oder Wasserkraft. Dadurch erhöht sich der Anteil erneuerbarer Energien am Strommix. Ein Wechsel muss dabei nicht zwangsläufig mit höheren Kosten verbunden sein.

Tipp 5: Auf den Stand-by-Modus verzichten

Ob Ökostrom oder Normalstrom: Energiesparen ist immer eine gute Idee. Denn weniger Energieverbrauch bedeutet weniger CO2-Ausstoß und gleichzeitig niedrigere Energiekosten. Schon kleine Maßnahmen helfen: Verzichtet ein Zwei-Personen-Haushalt bei Elektrogeräten auf den Stand-by-Modus, erspart er ungefähr 100 Kilogramm CO2 im Jahr – und sich selbst etwa 65 Euro Stromkosten. Typische Stromfresser im Haushalt identifizieren und ein paar einfache Energiespartipps beachten.

Tipp 6: Kleidung gebraucht kaufen

Wie sieht es bei unserer Kleidung aus? In Deutschland kauft jede Person durchschnittlich 56 Kleidungsstücke pro Jahr. Bei der Produktion werden ungefähr 680 Kilogramm CO2-Äquivalente freigesetzt. Wenn jede Person 20 Prozent davon, also 11 Teile, stattdessen gebraucht kaufen würde, könnte sie etwa 140 Kilogramm CO2 pro Jahr sparen. Weitere Einsparmöglichkeiten: Fair Fashion statt Fast Fashion und sich bei jedem Teil ganz bewusst fragen: Brauche ich das wirklich?

Tipp 7: Einen Sparduschkopf verwenden

Ein Sparduschkopf mischt dem Wasser Luft bei. So wird weniger Wasser fürs Duschen verbraucht und damit weniger Energie benötigt, um das Wasser zu erwärmen. Jeden-Tag-Duscher können so je nach Duschdauer 200 bis 600 Kilogramm Treibhausgase pro Jahr einsparen. Kürzer duschen und Temperatur niedriger leistet ebenfalls einen Beitrag.

Tipp 8: Heizung runterdrehen

Im Winter möchten wir es warm haben, klar. Allerdings belastet jedes Grad mehr das Klima mit Kohlendioxid. Wer die Raumtemperatur um ein Grad absenkt und sich zum Beispiel im Wohnzimmer mit 20 Grad begnügt, spart ungefähr 6 Prozent Energie. Auf eine 70 Quadratmeter große Wohnung im Mehrfamilienhaus gerechnet, kommen so um die 160 Kilogramm CO2-Ersparnis zusammen. Ein zusätzlicher Anreiz: Die Heizkosten fallen niedriger aus.

Tipp 9: Mit Ecosia suchen

Jede Suchanfrage via Google verursacht etwa 0,2 Gramm CO2. Bei 25 Suchanfragen am Tag sind das 5 Gramm, bei 50 Anfragen 10 Gramm. Doch es gibt eine Alternative: die Suchmaschine Ecosia. Eigene Solaranlagen der Suchmaschine erzeugen doppelt so viel Energie, wie die Suchanfragen der Nutzerinnen und Nutzer brauchen. Für jede 50. Suchanfrage pflanzt Ecosia außerdem einen Baum – über 256 Millionen sind es mittlerweile.

Tipp 10: Zug statt Flug nehmen

Wer von Berlin nach München reisen möchte oder umgekehrt, hat die Wahl zwischen Flug und Zug. Die Reisezeit unterscheidet sich kaum, wenn man die Fahrzeit zwischen Flughafen und Stadt dazurechnet. Beim CO2-Ausstoß ist der Unterschied jedoch enorm: Für Hin- und Rückflug fallen pro Person etwa 310 Kilogramm CO2 an – mit der Bahn sind es nur knapp 35 Kilogramm. Bahnticket schon gebucht?

Energieverbrauch bewusster gestalten

Es muss nicht alles sofort funktionieren, denn jeder Schritt in die richtige Richtung zählt. Ein Schritt, um den eigenen CO2-Fußabdruck zu reduzieren, ist zu Strom aus erneuerbaren Energien zu wechseln. Die Energiewirtschaft hat in Deutschland den mit Abstand größten Anteil an CO2-Emissionen, daher liegt hier auch ein Einsparungspotenzial. Unsere Anlagen haben 2020 rund 73 millionen Kilowattstunden Strom aus Wind, Sonne und Gas aus Biomasse erzeugt. Zudem fördern wir als Klimaschutzpartner zukunftsorientierte Start-ups und etablieren neue Standards der Eco-Mobilität.

Egal, welchen Weg du einschlägst: Starte mit voller Energie. Schon kleine Veränderungen im Alltag können neue Perspektiven eröffnen und zum bewussten Umgang mit Energie anregen.